Ohne Führerschein und auf Koks Irre Verfolgungsjagd zieht Spur der Verwüstung bis Pasing Arcaden

Die Josef-Felder-Straße hinter den Pasing Arcaden musste während der Unfallaufnahme rund eineinhalb Stunden gesperrt bleiben. (Symbolbild) Foto: dpa

Durch ein riskantes Überholmanöver zieht ein Autofahrer die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich. Es folgt eine wilde Verfolgungsjagd durch den Münchner Westen, bis sein Fahrzeug nach mehreren Unfällen den Geist aufgibt. 

München/Pasing – Reihenweise Unfälle hat ein 29-Jähriger am Samstagvormittag bei einer irren Flucht vor der Polizei in Pasing provoziert. Der Raser konnte erst gestellt werden, nachdem sein Fahrzeug nach einem Frontalcrash den Geist aufgegeben hatte. 

Eine Streife der Polizei wurde erstmals auf den Mercedes des 29-Jährigen aufmerksam, als dieser, gegen 11 Uhr,  an der Ampel Weinberg-/Blumenauer Straße mehrere Autos einfach auf der Gegenfahrbahn überholte. Martinshorn und Stopp-Aufforderung konnten ihn jedoch nicht zum Anhalten bewegen. Stattdessen raste er weiter in die Silberdistelstraße, dort über eine rote Ampel und schließlich auf die Landsbergerstraße. Dort stieß er immer wieder gegen die Bordsteinkante. 

Am Knie wendete er sein Auto, raste Richtung Pasing Arcaden und touchierte dabei einen Transporter. In der Josef-Felder-Straße versuchte die Polizei ihn erneut zu stellen – vergeblich. Der Mann fuhr einfach auf die Gegenfahrbahn und zwang dort mehrere Autos zu Ausweichmanövern. Kurz nach der Offenbachstraße krachte er erst mit einem Mercedes und dann mit einem Smart zusammen und versuchte anschließend über den Mittelstreifen zu flüchten, woran ihn der hohe Bordstein hinderte.

Der Unfallfahrer hatte keinen Führerschein - dafür Drogen dabei

Als dann ein 27-jähriger mit seinem BMW nicht mehr ausweichen konnte und frontal in das Fluchtfahrzeug knallte, fand die Verfolgungsjagd ein jähes Ende. Der 29-Jährige versuchte zwar noch, zu Fuß von seinem völlig demolierten Wagen zu flüchten, wurde jedoch von den Beamten zu Boden gerungen und festgenommen. Weil er Auffälligkeiten zeigte, die auf Betäubungsmittelkonsum hinwiesen, durchsuchten ihn die Beamten und fanden Kokain - im Gegensatz zu einem Führerschein, da er nicht im Besitz eines solchen ist.  

Weil der Mann keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat, wurde er am Sonntag dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Er wurde unter anderem wegen mehrfacher Gefährdung des Straßenverkehrs, unerlaubten Entfernens vom Unfallort, fahrens ohne Fahrerlaubnis, dem Besitz von Betäubungsmitteln und diverseren Verkehrsordnungswidrigkeiten angezeigt.


Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise zum Unfallhergang machen können, insbesondere Verkehrsteilnehmer die durch das Verhalten des 29-Jährigen gefährdet oder geschädigt oder Angaben zur Fahrtstrecke machen können, werden gebeten, sich mit dem Unfallkommando, Tegernseer Landstraße 210, 81549 München, Tel.: 089/6216-3322, in Verbindung zu setzen.

 

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