Ohne Disziplin gegen Wolfsburg EHC-Coach Jackson: "Das ist einfach nur dumm"

Die Quittung für zu viele Strafzeiten: Wolfsburgs Brent Aubin (in Weiß) versenkt den Puck zum 2:1-Sieg gegen den EHC. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Nach dem 1:2 des EHC Red Bull München in Spiel drei der DEL-Finalserie gegen die Grizzlys Wolfsburg kritisiert Coach Don Jackson das Team: "Völliger Mangel an Disziplin."

München - Es war einer dieser raren Momente, in denen Don Jackson, der sich sonst einer Löwen-Mütter gleich vor seine Red Bulls stellt, das Team an den Pranger stellte.

Doch nach der 1:2-Heimpleite im dritten Spiel der Finalserie (Best of seven – Stand 2:1) gegen die Grizzlys Wolfsburg konnte der Coach des EHC Red Bull München seine Emotionen nur schwer unter Kontrolle halten.

Anders als seinen Spieler auf dem Eis gelang es Jackson, die Contenance soweit zu bewahren, dass es nur eine Abrechnung in der Sache wurde. Die aber umso deutlicher! "Heute hat mit Wolfsburg das klügere Team gewonnen. Wir haben unglaubliche dumme Fouls begangen und viel zu viele Strafzeiten kassiert. Das hat uns den Sieg gekostet", sagte Jackson und legte sichtlich erbost nach: "Ich werde nie verstehen, warum man derartige Stockfouls begeht. Das ist einfach nur dumm. Der Grund für diese Niederlage? Unser völliger Mangel an Disziplin. Mehr gibt es nicht dazu sagen!"

Insgesamt 34 Strafminuten kassierten die Münchner, davon 20 für Schiedsrichterbeleidigungen (Mads Christensen und Steve Pinizzotto). "Ich war sicher nicht mit jeder Entscheidung der Schiedsrichter zufrieden, aber das darf und kann keine Entschuldigung für unsere Disziplinlosigkeit sein", sagte Jackson, "wir müssen unsere Emotionen unter Kontrolle haben. Ich habe das dem Team gesagt, ich werde es ihnen noch einmal sehr deutlich machen. Wir wissen genau, was wir tun müssen, damit wir gewinnen. Solche Dummheiten können wir uns nicht leisten."

EHC hatte alles im Griff

Klarer Fall von dumm gelaufen. Denn der EHC hatte eigentlich alles im Griff. Keith Aucoin hatte die Münchner, die in den ersten beiden Finalspielen jeweils hintengelegen waren, in Führung gebracht. "Dann haben wir uns durch die Strafen selber ein Bein gestellt", sagte Stürmer Maximilian Kastner. Stephan Dixon (23.) und Brent Aubin (34.) drehten die Partie. Kein weiterer der 60 (!) Schüsse (Wolfsburg 39) fand den Weg ins Netz.

Der erste Finalsieg überhaupt in der Vereinshistorie der Grizzlys, die bisher zwei Mal im Finale gestanden (2011 und 2016), aber jeweils ohne Sieg geblieben waren. Es war auch die erste Endspiel-Niederlage von Jackson gegen Wolfsburg-Coach Pavel Gross. Zuvor hatte es 9:0 für Jackson, der 2011 der Coach der Berliner war, geheißen.

Spieler zeigen sich einsichtig

Spiel vier steigt nun am Samstag wieder in Wolfsburg (19 Uhr), am Montag (15:15 Uhr) geht es dann zu Partie fünf ans Oberwiesenfeld. Jackson gewaltige Kopfwäsche zeigte Wirkung, die Spieler gaben sich einsichtig. "Wir müssen viel schlauer agieren. Man gewinnt selten Spiele, wenn man dauernd auf der Strafbank sitzt. Schon im zweiten Spiel in Wolfsburg war das ein bisschen unser Problem, da sind wir aber mit einem blauen Auge davon gekommen", sagte Konrad Abeltshauser

Und der Verteidiger des Jahres fügte hinzu: "So geht es nicht. Klar sind in einem Finale viele Emotionen im Spiel, aber wir müssen uns besser im Zaum haben. Da muss man halt einfach mal tief durchatmen."

Das musste auch Jackson nach der Pressekonferenz, er sagte nur noch: "Wir werden bereit sein!"

 

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