Özil-Berater attackiert Bayern-Bosse "Steuerhinterziehung und unverzollte Rolex-Uhren"

Äußerten nach dem WM-Aus scharfe Kritik an Mesut Özil: Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Zwei Monate nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft hat der Berater von Mesut Özil scharf gegen die Kritiker seines Klienten geschossen. Auch Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern werden heftig attackiert.

München - Eigentlich schien sich die Debatte um das Foto von Mesut Özil mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wieder abgekühlt zu haben - eigentlich. Nun teilt Erkut Sögüt, Berater des Ex-Nationalspielers, unerwartet noch einmal heftig aus.

In einem Interview mit dem Magazin "11 Freunde" nimmt Sögüt noch einmal ausführlich Stellung zur Posse um seinen Klienten und rechnet mit dessen Kritikern ab. Auch Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern kommen nicht ungeschoren davon.

"Wenn hier jemand ablenken will, dann sind es diese beiden. Und zwar von der Leistung ihrer eigenen Spieler, von ihrer Steuerhinterziehung, ihren unverzollten Rolex-Uhren und von der Vetternwirtschaft in ihrem Verein", lauten die harten Worte des Anwalts in Richtung der Bayern-Spitze.

Hoeneß und Rummenigge attackierten Özil scharf

Hoeneß und Rummenigge hatten Özil und dessen Abgang aus dem Nationalteam nach der Weltmeisterschaft in Russland selbst heftig attackiert. So warf der Bayern-Präsident dem Spielmacher vor, "seit Jahren einen Dreck" zu spielen. Weiterhin hatte Hoeneß behauptet, Özil habe seinen letzten Zweikampf bei der WM 2014 gewonnen und seitdem nichts mehr in der Nationalmannschaft verloren.

Vorstandsboss Rummenigge nahm das dreiteilige Rücktritts-Statement, in dem Özil unter anderem Rasissmus-Vorwürfe in Richtung des DFB erhoben hatte, zum Anlass, den zunehmenden Einfluss der Spielerberater anzuprangern. "Er ist doch kritisiert worden, weil er türkischer Abstammung ist. Das ist eine Fabel, die von seinen Beratern erzählt wird. Das geht mir ohnehin zunehmend auf die Nerven: Die Berater geben heute immer mehr die Statements und die Interviews. Das ist teilweise wie Märchenstunde", schimpfte Rummenigge.

Auch Neuer, Müller und Kroos in der Kritik

Und nicht nur die Bayern-Spitze, auch seine Ex-Mitspieler Manuel Neuer, Thomas Müller und Toni Kroos wurden vom Rundumschlag nicht verschont. Deren Aussagen bezeichnet Sögüt als "enttäuschend und deplaziert". Kroos hatte unter anderem von einem "hohen Anteil an Quatsch" in der Rücktrittserklärung des Mittelfeldspielers vom FC Arsenal gesprochen.

"Kroos sollte als gestandener Nationalspieler erklären, was er mit dem Vorwurf 'Quatsch' meint", fordert Sögüt. Neuer, Müller und auch Bundestrainer Joachim Löw hatten wiederum Vorwürfe zurückgewiesen, wonach es im DFB-Team zu rassistischen Vorfällen gekommen sei. "Löw verteidigt sich gegen einen Vorwurf, der nie erhoben wurde", meint Sögüt. "Mesut wurde nicht im Team, sondern von der Mitte der Gesellschaft rassistisch angefeindet - da hätte ihn der DFB schützen müssen."

Das Foto von Özil mit dem umstrittenen Präsidenten Erdogan verteidigte der Berater derweil. "Außerhalb des Platzes hat er keinen Fehler gemacht. Dabei bleibt es", meint Sögüt.

 

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