Österreichisch geprägt 19. Kurzfilmfestival gibt Südtirol Impulse

Landshuts Festivalleitung in Gestalt von Birgit Horn und Michael Orth begrüßte am Freitag im Salzstadel die Kollegen aus Südtirol, Festivalleiterin Helene Christanell und Programmdirektor Martin Kaufmann (von links). Die Landshuter kuratieren in diesem Jahr erstmals das Kurzfilmprogramm der Filmtage in Bozen. Foto: Stefan Kerl

Das heute endende 19. Kurzfilmfestival war österreichisch geprägt und gibt Südtirol Impulse.

 

Das Schöne am Film-Festival Bozen, sagt Programmdirektor Martin Kaufmann, sei die Tatsache, dass zur Festivalzeit im April der Frühling schon immer in voller Blüte sei, während man nördlich des Brenners oft noch am Winter verzweifle. Kaufmann war am Freitag zum Kurzfilmfestival nach Landshut gekommen, dessen Macher in diesem Jahr zum ersten Mal den Kurzfilmblock in Bozen kuratieren – wo sie sich in drei Wochen wiederum vom Landshuter Spätwinter erholen dürfen. An dem sie unter Umständen sogar schuld waren. "Wir haben eine sehr treue Festivalfreundin von der Insel Réunion im Indischen Ozean", führt Michael Orth, der künstlerische Leiter des Landshuter Kurzfilmfestivals, in die näheren Zusammenhänge ein. "Sie kommt schon seit vielen Jahren und hat noch nie Schnee gesehen. Vielleicht sollte ich es nicht sagen, aber: Wir haben ihr Schnee versprochen."

Während also Aurélia Mengin im Schnee tobt und ihren Facebook-Account mit Winterbildern flutet, schnauft Michael Orth am Sonntagnachmittag kurz durch, um sich einmal mehr bewusst zu machen, wie rasend schnell die Zeit seit der Eröffnung des 19. Landshuter Kurzfilmfestivals am Mittwochvergangenen ist. Erster Eindruck: "Es ist alles derart reibungslos abgelaufen, dass es kaum zu fassen ist. Stimmung und Atmosphäre waren wunderbar." Zweiter Eindruck: "Wir hatten in diesem Jahr erstaunlich viele Filmemacher aus Östereich dabei. Besonders gefreut hat es mich, dass auch eine achtköpfige Abordnung von der Alpinale, einem Kurzfilm-Festival in Vorarlberg, gekommen ist, wo ich in diesem Jahr in der Jury sitzen darf."

Es traf sich, dass auch der Große Preis der Jury in diesem Jahr an Jannis Lenz von der Filmakademie Wien ging. Sein Beitrag "Wannabe" handelt von der 17-jährigen YouTuberin Coco und ihrem bisweilen verzweifelten Streben nach Ruhm – oder dem, was sie dafür hält.

Einziger Wermutstropfen für die österreichischen Filmemacher, die sich nach Landshut begeben hatten, war laut Orth die Tatsache, dass die Diagonale in Graz, Österreichs wichtigstes Filmfestival, zeitgleich stattfindet: "Sonst wären sie gerne viel länger dageblieben."

Besonders gut sei in diesem Jahr der neu ins Programm genommene Heimatfilm-Block "DaHome" angekommen. Und auch die Premiere von "Virtual Reality", wo spektakuläre 360-Grad-Filme mit einer VR-Brille angeschaut werden konnten, war so erfolgreich, dass der programmpunkt in Zukunft ausgebaut wird. Ebenfalls ausgebaut werden sollen die Kooperationen des Landshuter Kurzfilmfestivals mit anderen Filmfesten. Weil die Qualität der Filme des Landshuter Festivals so hoch sei, seien in diesem Jahr, so Orth, Kollegen aus ganz Deutschland nach Landshut gekomen, wo sich weitere Kooperationen bereits angebahnt haben. Zur Motivation des Film-Festivals Bozen, seinen Kurzfilmblock von Orth & Co. kuratieren zu lassen, sagte Martin Kaufmann nur: "Weil sie es besser können als wir."

Unter besonderen Vorzeichen steht das kommende Landshuter Kurzfilmfestival, das vom 20. bis 25. März 2019 stattfinden wird: Es gilt das 20-jährige Jubiläum zu feiern. "Da müssen wir uns fast was einfallen lassen", sagt Orth. Mehr kann er dazu jetzt noch nicht sagen. Nur soviel: "Sobald dieses Festival am Montag zu Ende gegangen ist, beginnen auch schon wieder die Vorbereitungen fürs nächste."

Heute großes Festival-Finale: Im Kinopolis (Kino 7) werden heute ab 19 Uhr nochmals alle Siegerfilme gezeigt.

 

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