Österreicher des TSV 1860 Liendl, der blaue Ballverteiler

Sein Freund, der Ball: Michael Liendl, österreichischer Spielmacher des TSV 1860. Foto: sampics/Augenklick

Der TSV 1860 wird auch beim FC St. Pauli wieder auf die Künste des Spielmachers Michael Liendl bauen - wie zuletzt einmal mehr in ungewohnter Rolle. Eine Statistik belegt die Wichtigkeit des Mittelfeldspielers, Trainer Kosta Runjaic hat allerdings auch einen Kritikpunkt am 30-Jährigen gefunden.

 

München - Der TSV 1860 muss am Donnerstagabend beim FC St. Pauli ran (20.15 Uhr, AZ-Liveticker). Vor dem Duell der beiden Traditionsklubs haben die Paulianer eine interessante Statistik über Sechzigs Spielgestalter Michael Liendl ausgegraben: Der Österreicher kommt in seiner neuen Rolle sehr defensiv ausgerichteter Ballverteiler in vier Saisonspielen auf 401 Ballkontakte - das wären, wie der Kiez-Klub per Tweet schreibt, 1, 11 Kontakte pro Minute (Liendl saß beim Saisonauftakt in Fürth 90 Minuten auf der Bank, d. Red.).

In anderen Worten: Ohne Liendl läuft nix im Spiel der Sechzger. Schon kurios, die Entwicklung des Österreichers: Unter Ex-Sportchef Oliver Kreuzer sollte er gehen, obwohl er zuvor mit vier Treffern und acht Assists maßgeblich zum Kassenerhalt der Löwen in der abgelaufenen Spielzeit beigetragen hatte. Und auch unter Nachfolger Thomas Eichin war anfangs nicht klar, inwieweit und auf welcher Position der Kreativspieler denn überhaupt eingeplant war.

Doch nach dem 0:1 in Fürth baute Trainer Kosta Runjaic auf Liendl, indem er den offensiven Mittelfeldspieler in ungewohnter Rolle als Abräumer auflaufen ließ. Mit Erfolg: Liendl gab fortan den Ballverteiler aus der Tiefe und trieb die Löwen eben von weiter hinten an. Zu Buche stehen auch schon zwei Saisontreffer: Nach dem 2:1-Siegtreffer beim 1. FC Nürnberg verwandelte Liendl auch zuletzt beim 1:2 gegen Union Berlin einen Elfmeter zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Runjaic lobte die Entwicklung seines neuen Antreibers zuletzt auch vor dem anstehenden Duell mit den Hamburgern: Der sei "Antreiber im Mittelfeld geworden" und habe "richtig Verantwortung übernommen", so der Coach: "Man kann eine Entwicklung erkennen. Wir haben in den letzten Spielen noch differenzierter gespielt, zuvor gegen Bielefeld war es ein 4-1-4-1. Michael ist ohnehin einer unserer besten Fußballer, er hat ein gewisses Gespür für Spielsituationen", adelt Runjaic den Ösi-Spielmacher.

Er kritisiert am Spiel Liendls allerdings auch - sanft in einer konstruktiven Botschaft verpackt - dessen Zweikampfführung: "Den ein oder anderen Zweikampf, gerade in Nürnberg, hat er nicht so ausgetragen, wie es sein soll, aber ich denke schon, dass man bei ihm jetzt eine Präsenz im Zweikampfverhalten erkennt. Ich hoffe, dass er sich dabei weiter zum Positiven steigern kann." Gilt abzuwarten, ob sich der blaue Ballverteiler am Millerntor hinsichtlich seinem Spiel, seinen Ballkontakten und womöglich auch seinen Saisontoren weiter steigern kann.

 

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