Öffentlicher Nahverkehr Seilbahn in Riem: Diese Idee schwebt Verkehrsplanern vor

Bei der Buga 2005 gab es schon einmal eine Seilbahn in Riem - allerdings nur kurzzeitig. Foto: Martha Schlüter

In der Stadt schon mal mit der Seilbahn gefahren? Im Münchner Osten könnte das bald möglich sein.

 

München - In der Gondel über die Isar fliegen – daraus wird wohl nichts. Einen entsprechenenden Antrag der Grünen hat das Planungsreferat der Stadt nun abgelehnt. Parallel zur Tierparkbrücke übers Wasser und dann mit der Seilbahn den Isarhang hinauf nach Harlaching, eine solche Trasse würde einen zu heftigen Eingriff in den Auwald erfordern. Die Behörde hat den Plänen deshalb eine Absage erteilt.

Eine andere Seilbahn-Strecke hält das Planungsreferat allerdings für durchaus denkbar. Im Münchner Nordosten befindet sich nach Freiham das zweitgrößte Entwicklungsgebiet der Stadt. Derzeit sucht die Stadt nach Möglichkeiten, wie sich ein neues Stadtviertel dort mit Trambahnen, U-Bahnen, Bussen – oder eben auch mit alternativen Verkehrsmitteln sinnvoll anbinden ließe.

Stadtbaurätin Elisabeth Merk hält ein Express-Bus-System für möglich. Ganz ausgeschlossen sei aber auch die Seilbahn-Idee nicht. Der Vorschlag der Grünen, eine Trasse vom S-Bahnhof Englschalking zum S-Bahnhof Riem und dann weiter zur Messe München zu führen, gehört somit zu den Verkehrskonzepten, die jetzt ernsthaft geprüft werden. Beauftragt mit dem Fachgutachten ist die Firma PTV Transport Consult GmbH gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Pöyry Deutschland.

Erdacht haben das Seilbahnkonzept die beiden Münchner Verkehrsplaner Thomas Kantke und Stefan Baumgartner, der eine Wirtschaftswissenschaftler, der andere Eisenbahningenieur. Gemeinsam waren die beiden unter anderem auch an der Planung einer zweiten S-Bahn-Stammstrecke beteiligt und haben sich auch sonst schon die ein oder andere Verkehrslösung für München ausgedacht.

Den Berechnungen von Kantke und Baumgartner zufolge würde mit einer Seilbahn eine Fahrt vom Flughafen zur Messe nur noch 35 Minuten dauern – man müsste nur in Englschalking in die Gondeln umsteigen.

Etwa 40 Millionen Euro würde die Seilbahn kosten – sicherlich viel Geld. Aber die Riemer sind ja schon seilbahnerfahren. Bei der Bundesgartenschau 2005 konnte man auch schon über das Gelände gondeln – das Angebot wurde damals gut angenommen. 

 

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