Obdachlosigkeit in München Illegales Lager am Georg-Brauchle-Ring: Das ist der Stand

Obdachlosigkeit ist auch in München ein Problem. Foto: dpa

Ein Camp mit Zelten unter dem Tunnel Landshuter Allee/Georg-Brauchle-Ring beschäftigte die Bayernpartei. Das sagt die Stadt dazu.  

Moosach - Immer wieder werden in der Stadt wilde Camps und Lagerstätten entdeckt – oft in der Nähe von Bahngleisen, wo es noch Brachflächen gibt, aber auch unter Brücken und Straßenüberführungen nächtigen Menschen. Erst im Mai hatte die Polizei ein illegales Lager unter der Friedenheimer Brücke geräumt. 

Die Stadtratsfraktion der Bayernpartei hatte im Juni darauf hingewiesen, dass ein solches Lager unter der Straßenbrücke des Georg-Brauchle-Rings sowie in den umliegenden Büschen existiere. Damals hieß es, das Lager müsse schon seit Wochen bestehen, dort würden mindestens ein Dutzend Personen eher hausen als wohnen, denn die sanitären Verhältnisse müssten katastrophal sein.    

Die Fraktion stellte deshalb eine Anfrage an die Stadtverwaltung und wollte wissen, ob die Stadt von dem Lager wisse, wie die Zustrände dort seien, und was sie zu tun gedenke.   

Jetzt kam die Antwort der Verwaltung. 

Darin heißt es, dem Baureferat, Kreisverwaltungsreferat und Sozialreferat ist dieses Lager bekannt. Es gibt eine referatsübergreifende Arbeitsgruppe "Wildes Campieren", die vom Amt für Wohnen und Migration geleitet wird und sich auch mit diesem Fall beschäftigte. Die Arbeitsgruppe wurde bereits im Jahr 2013 gegründet, um die Bildung von Lagern und wilden Camps in München zu verhindern oder wenigstens zu begrenzen. In dieser Gruppe sind Mitarbeiter des KVR, des Baureferats und des Sozialreferats, außerdem stimmt man sich eng und regelmäßig mit der Polizei sowie Streetworkern für Obdachlose und obdachlose Zuwanderer der Teestube "komm" und der Beratungsstelle "Schiller 25" ab.

In dem Lager am Georg-Brauchle-Ring hielten sich vor allem obdachlose Männer und Frauen rumänischer Herkunft auf, die dort in mehreren Zelten leben. Laut den Meldungen, die bei der Arbeitsgruppe eingegangen seien, wurde an dem Lagerplatz auch eine für derartige Plätze übliche Vermüllung vorgefunden. Solche städtischen Flächen würden jeweils von den mit dem Unterhalt betrauten Dienststellen der Stadt kontrolliert. Standorte, die eindeutig verlassen sind, sowie Unrat, werden bei den Unterhalts- und Pflegemaßnahmen beseitigt. Werden bewohnte Camps entdeckt, leite die Arbeitsgruppe weitere Schritte ein, bis hin zur Räumung.

Das Lager am Georg-Brauchle-Ring sei bereits am 5. Juli 2018 aufgelöst und geräumt worden.

So geht die Stadt gegen Obdachlosencamps vor 

Allgemein erklärt die Stadt in dem Zusammenhang, dass bei Meldungen über solcherlei Lager immer nach einer sozialen Lösung und Unterbringungsmöglichkeit für die obdachlosen Menschen gesucht werde. Der erste Schritt sei deshalb immer die Beratung durch Streetworker – falls dies nicht weiterführe, empfehle die Arbeitsgruppe in der Regel die Räumung.  

In dem Fall würden die Personen mit mehrsprachigen Hinweisschildern darüber informiert, dass wildes Campieren in München verboten ist. So soll ihnen die Möglichkeit gegeben werden, das Lager freiwillig aufzulösen. Wenn dies nicht passiert, wird in einem zweiten Schritt ein Hinweisschild mit dem festgelegten Räumungstermin angebracht.

Die Räumung des Lagers erfolgt dann durch Mitarbeiter des KVR, des Bau- und des Sozialreferats. Außerdem sind bei den Räumungen Vertreter der jeweils zuständigen Polizeiinspektion mit anwesend, um - falls nötig - Platzverweise für die obachlosen Personen auszusprechen und die Stadt-Mitarbeiter vor möglichen Übergriffen zu schützen.

Bislang sei es bei solchen Räumungen jedoch noch nie zu Übergriffen von Seiten der obdachlosen Menschen gekommen.

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