Oahu, Big Island und Maui Aloha from Hawaii!

Touristisch: Waikiki-Beach in Honolulu. Foto: Sophie Schattenkirchner

Die pazifischen Inseln Oahu, Big Island und Maui bieten Wale, türkises Wasser und Waikiki-Flair.  

 

1973 sang Elvis Presley auf dem einstündigen Konzert Aloha from Hawaii in Honolulu das Lied „Can‘t Help Falling in Love“. Und der King of Rock‘n‘Roll beschreibt, wie es fast jedem Besucher der pazifischen Inseln geht: Man kann es einfach nicht verhindern, sich in Hawaii mit seinem türkisblauen Meerwasser, den schwarzen Lavastränden, der üppigen Dschungelvegetation und den versteckten Wasserfällen zu verlieben. Hawaii ist viel mehr als nur der 50. Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika:

Die vom Festland rund 4 000 Kilometer entfernten Inseln Niihau, Kauai, Oahu, Molokai, Lanai, Kahoolawe, Maui und Hawaii (The Big Island) bieten sowohl Begegnungen mit am Strand schlafenden Meeresschildkröten, Jahrhunderte alten, versteinerten Lava-Bäumen als auch giftgrünen Geckos – und Heidi Klum. Das deutsche Topmodel verbrachte ihren Urlaub samt Bodyguard und Kindern im April dieses Jahres auf Hawaii, genauer gesagt am Strand von Kailua auf der Insel Oahu.

Für die 40-Jährige wird es klimatisch keine so große Umstellung gewesen sein, denn in ihrer kalifornischen Wahlheimat Los Angeles ist es Ende März warm und sonnig. Ganz anders ergeht es einem, wenn man vom verschneiten München startet und nach rund 16 Stunden reiner Flugzeit und zweimal Umsteigen am Flughafen von Honolulu auf der Insel Oahu ankommt und mit Aloha! (Hallo) und Mahalo! (Danke) von den hawaiianischen Mitarbeitern des kleinen Flughafens empfangen wird.

Auf Hawaii ist es übrigens eigentlich immer schön: meist zwischen 20 und 30 Grad Celsius warm, mit nur wenigen Regentagen im Jahr. Oahu: Von Waikiki bis Pearl Harbor Auf der Insel Oahu liegt Honolulu. Die Hauptstadt Hawaiis ist eine touristische Stadt mit noblen Hotels, Shopping Malls und dem weltbekannten Waikiki Beach. Der Strand, an dem früher hawaiianische Könige auf den Wellen ritten – Surfen war lange ein Privileg der Adeligen – ist überraschenderweise sehr kurz und übersäht mit Sonnenliegen der großen Hotels und Touristen.

Daher lohnt es sich, ein Mietauto zu nehmen und das Hinterland und damit das eigentliche Hawaii mit verlassenen Buchten und kilometerlangen Stränden zu erkunden. Da gibt es zum einen nur rund 30 Kilometer von Honolulu entfernt auf der anderen Seite der Insel den Badeort Kailua, in dem man auf Heidi Klum treffen kann. Endlose weiße Strände und klares türkisblaues Wasser, Schnorchelbuchten mit exotischen Fischen und einheimische Restaurants lassen ein erstes Gefühl vom richtigen Leben auf der einst von Polynesiern besiedelten Insel aufkommen.

Die typisch hawaiianische Küche besteht aus einem Burgerpatty mit Spiegelei, Reis und Barbecue-Soße. Fisch ist oft sehr teuer. Und es ist eben genau das Essen, an dem man dann doch erkennt, dass man sich in einem Bundesstaat der USA befindet: Burger und Pommes stehen fast überall auf der Speisekarte. Aber auch der kulinarische Einfluss eingewanderter Chinesen und Japaner ist spürbar. Hawaii liegt fast genau in der Mitte des Pazifiks und zieht daher sowohl Menschen aus den USA als auch aus Asien an. Chinesische Nudeln oder japanisches Sushi gibt es daher fast überall.

Das Surfboard gehört zu Hawaii wie der Hüftschwung zu Elvis: Es gibt wohl kaum einen besseren Ort, um Profi-Surfer zu beobachten, als den North Shore, der Nordseite der Insel. Im April dieses Jahres kam es wieder zu einem Sturm auf dem Pazifik, was am North Shore zu einem Anschwellen des Meeres führte. Diese meterhohen Wellen sind genau das Richtige für todesmutige Surfer und neugierige Zuschauer. Historisch gesehen ist die größte Sehenswürdigkeit auf Oahu die Stadt Pearl Harbor mit dem Kriegsmemorial, das an den 7. Dezember 1941 erinnert.

Durch einen Überraschungsangriff der Japaner auf den US-Truppenstützpunkt kamen über 2 400 US-Amerikaner ums Leben. Der Angriff auf Pearl Harbor begründete den Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg. Das untergegangene Kriegsschiff USS Arizona liegt noch heute als Mahnmal in der Bucht vor der Perlenstadt. Ein Luftfahrtmuseum, ein Lehrfilm über den Angriff und ein Unterseeboot aus dem Zweiten Weltkrieg ergänzen den Tagesausflug nach Pearl Harbor.

The Big Island: Eine Insel aus schwarzer Lava Die größte der Pazifikinseln bietet zugleich den größten Kontrast zu weißen Traumstränden: The Big Island, auch Hawaii genannt. Die Insel aus Vulkangestein ist zu großen Teilen mit schwarzer Lava überzogen. Langweilig oder eintönig? Falsch! Auf dem fruchtbaren Boden wachsen die Bohnen des äußerst geschmacksintensiven Kona-Kaffees, Macadamia Nüsse und eine tropenartige Vegetation mit sattgrünen Farnen.

Größere Städte, wie beispielsweise Honolulu, gibt es auf Big Island nicht. Auch wenn in manchen Reiseführern von „Ortskernen“ die Rede ist, handelt es sich oft, wie bei dem Örtchen Volcano, nur um eine kleine Poststelle mit einem Restaurant. Ein paar Geschäfte und Hotels gibt es zum Beispiel in Hilo, einer kleinen Stadt im Osten der Insel. Diese triste Stadt wurde schon mehrmals von Tsunamis völlig zerstört. Eben diese Naturgewalten, zu denen Vulkanausbrüche gehören, sind es, was Big Island ausmacht: Am besten erleben kann man das im Hawai‘i Volcanoes National Park.

Es gibt tropische Wanderwege mitten durch Bambuswälder, schwarze Lavafelder und steile Klippen. Im Volcano Art Center, gleich neben der Besucherinformation des Parks, kann man typisch hawaiianische Kunst bestaunen: Holzschalen, handgemalte Bilder mit archaischen Figuren und Mustern aus der polynesischen Vergangenheit oder Schmuck aus Lavagestein oder glasiertem Ton (kleines Foto). Die Gewalt des Vulkans, der einst die Inseln erschuf, ist vor allem im Lava Tree State Monument auf Big Island spürbar.

Lavaströme erzeugten im 18. Jahrhundert Abdrücke der Bäume und verewigten diese. Neben den uralten abgestorbenen Rümpfen blühen Orchideen und riesige Farne. Maui: Wale, Delphine und Meeresschildkröten 1778 erreichte Kapitän James Cook die hawaiianischen Inseln. Und wer heute auf Maui mit dem Flugzeug landet, weiß – wie James Cook –, dass er sich auf auf einer paradiesischen Insel befindet: Der Flughafen Kahului samt Gepäckausgabe und Check-in-Schalter steht komplett im Freien.

Im nasskalten Deutschland undenkbar. James Cook wurde auf Hawaii anfangs übrigens genauso freundlich empfangen wie die Touristen heute. Dennoch fand er ein grausames Ende: 1779 wurde der Seefahrer von polynesischen Ureinwohnern auf der Insel umgebracht. Die Straße nach Hana ist vieler Reiseführer zufolge die Straße, auf der man in seinem Leben unbedingt gefahren sein muss. Tatsächlich braucht man mehrere Stunden, um die schmale einspurige Straße entlang der Küste samt Gegenverkehr zu meistern.

Auf dieser Fahrt gilt eindeutig: Der Weg ist das Ziel. Denn auf der Strecke nach Hana hat man einen kilometerweiten Ausblick auf den Pazifik. Fast an jeder Abbiegung sieht man schroffe Klippen, versteckte Buchten und faszinierende Vegetation. Das Ziel hingegen, der Ort Hana, bietet nur wenige bezahlbare Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten. Daher empfiehlt es sich, nach einer Nacht in Hana weiter in den Haleakala National Park zu fahren und in den Krater des Vulkans, der über 3 000 Meter hoch ist, hinabzusteigen.

Bei der Wanderung in die Tiefe mit schwarz-rotem Gestein sollte man aber nicht vergessen, dass man eben diese Höhenmeter wieder nach oben gehen muss. Einer der größten Orte Mauis ist Lahaina. Es gibt viele kleine Restaurants und individuelle Geschäfte, ebenso größere und teilweise sehr noble Einkaufszentren in der Nähe. Eine Besonderheit ist der Banyan Tree Square: Eine Art Marktplatz mit einem Banyan-Baum, der im Jahr 1873 gepflanzt wurde und inzwischen den gesamten Platz einnimmt.

Was man auf Hawaii auf keinen Fall verpassen sollte, ist eine Bootsfahrt hinaus auf das Meer: Zwischen Dezember und April kommen rund 10 000 Buckelwale in hawaiianische Gewässer, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Auch Delphine, Meeresschildkröten und Haie kann man beim Tauchen oder auf einer Bootstour entdecken. Von den vielen Angeboten der Bootsbetriebe sollte man sich nicht verwirren lassen, im Durchschnitt sollte eine Fahrt pro Person rund 20 US-Dollar kosten.

Auch wenn Hawaii als sehr teuer gilt, kann man durch günstige lokale Restaurants abseits der Hauptstraßen und im Vorhinein ausgewählte Hotels und Unterkünfte viel sparen und die Tage in der Sonne, in Urwäldern, unter Wasserfällen und im Pazifik genießen. Mahalo, Hawaii, für drei unvergessliche Wochen.

Reisetipps:

Wer von Insel zu Insel reisen möchte, sollte schon Monate vorher die Flüge buchen. Ein Übersetzen mit einer Fähre gibt es nicht mehr.

Die Währung der Inseln – als US-Bundesstaat – ist US-Dollar, in vielen Hotels werden nur Kreditkarten akzeptiert. Viele Bewohner Hawaiis bieten auf ihrem Grundstück separate Wohnung als Unterkunft an, meist wesentlich schöner und günstiger als Hotels. Ein gutes Mückenspray sollte man auf jeden Fall in den Koffer packen. Reiseführer: Lonely Planet Hawaii.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading