Nur ein Einsatz Schiedsrichter Brych nach WM-Aus: "Wir kommen wieder"

Der Münchner Schiedsrichter Felix Brych diskutiert in der hitzigen WM-Partie Serbien gegen Schweiz (1:2) mit dem Serben Aleksandar Mitrovic. Foto: Victor Caivano/AP/dpa

Die frühe Heimreise von Schiedsrichter Felix Brych ist der passende Abschluss einer WM zum Vergessen für den deutschen Fußball. Der DFB will nun die Gründe nach der FIFA-Entscheidung klären. Ein Blick in die Vergangenheit macht Brych jedoch Mut.

 

Moskau - "Gedemütigt" und zerknirscht trat Felix Brych am Donnerstag von Moskau den Heimflug an. Deutschlands Spitzen- Schiedsrichter verließ heimlich, still und leise die russische WM-Bühne, die alles andere als eine Offenbarung für ihn darstellte. 32 Tage war er in Russland anwesend, nur einmal kam er zum Einsatz, wurde dann von der Fifa ins Abseits gestellt, als es im Turnier richtig ernst wurde.

"Der Verlauf der WM ist für mich und mein Team natürlich eine herbe Enttäuschung. Aber das Leben geht weiter, und wir kommen wieder", meinte der 42 Jahre alte Jurist zwar trotzig, aber die Behandlung durch die Schiedsrichter-Kommission des Weltverbandes in Russland gehört zu den absoluten Tiefpunkten seiner Karriere.

Sky-Schiedsrichter-Experte Markus Merk sprach von "einer Demütigung" und versuchte, dem enttäuschten deutschen Spitzen-Referee Mut zuzusprechen: "Der Abpfiff muss zum Anpfiff werden. Kopf hoch, Felix!"

Weltschiedsrichter Brych war in den Augen der FIFA-Referee-Bosse um Massimo Busacca und Pierluigi Collina nicht gut genug, um noch einmal im Turnierverlauf eingesetzt zu werden. Ein einziger Einsatz im Gruppenspiel Schweiz gegen Serbien (2:1) - Brych war nicht mehr als eine Randnotiz im WM-Geschehen.

Dabei schien die Tür für den Unparteiischen, der einst in der Bundesliga das Phantomtor von Leverkusens Stefan Kießling in Sinsheim gegen Hoffenheim anerkannte, für einen möglichen WM-Endspieleinsatz aufgrund des Vorrunden-Ausscheidens der deutschen Mannschaft geöffnet.

Lutz Michael Fröhlich, Vorsitzender der DFB-Schiedsrichterkommission Elite sprach von einer "seltenen Perspektive" für den Unparteiischen aus München. Für Merk war aber klar, dass der Trend bei der WM gegen Brych lief. "Als mit Beginn der Achtelfinalspiele kein Einsatz erfolgte, war klar, dass er aufs Abstellgleis geraten ist", sagte Merk. Die Meriten der Vergangenheit von Brych als Spielleiter eines Champions-League- und eines Europa-League-Finales sowie EM-, Olympia- und Confed-Cup-Einsätze zählten nicht.

Wirbel um extreme Krstajic-Kritik an Schiri Brych

Brych hatte das Pech, eines der hitzigsten und brisantesten WM-Spiele pfeifen zu müssen. Weil er den Serben gegen die Eidgenossen einen Elfmeter verweigerte, wurde er nach dem Spiel vom serbischen Coach Mladen Krstajic übel beleidigt. Dieser hatte gefordert, Brych vor das Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag zu stellen. Krstajic wurde für seine Äußerung von der Fifa mit einer geringen Geldstrafe in Höhe 4.340 Euro belegt.

Die Attacken der Serben seien, meinte Merk, unfair und unmenschlich gewesen, mit einem Ton, der im Sport nichts zu suchen habe: "Die Sanktionen der Disziplinarkommission waren enttäuschend und wurden der Situation nicht gerecht." Für Merk hat Brych mit seiner umstrittenen Entscheidung im Schweiz-Serbien-Spiel gegen die Anforderungen des Weltverbandes verstoßen.

"Spiele müssen spannungs- und konfliktfrei verlaufen. Das Gesamtpaket und der Ausgang des Spieles müssen stimmig sein. Dies verlangt die FIFA", analysierte Merk. Wie sagte Brych noch vor der WM in einem Interview auf "dfb.de": "Wichtig ist, dass wir die Spiele, die wir bekommen, gut pfeifen und mit einem guten Gefühl nach Hause fahren." Letzteres ist auf jeden Fall ein Wunschtraum für Felix Brych geblieben.

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