Nun singt auch noch Stings Tochter "Bau keinen Mist!"

as Näschen sagt alles: Eliot Paulina Sumner ist die Tochter von Sting. Und eigentlich singt sie auch so. Foto: Axel Schmidt/dapd

Mit einem erfolgreichen Musiker als Vater hat man es doppelt schwer. Das Debütalbum der 20-jährigen Britin, die als I Blame Coco Musik macht, wurde in Großbritannien kontrovers beurteilt. Mit rauer Stimme und dem eingängigen Elktropop hat Stings Tochter aber durchaus Chancen auf den Chartdurchbruch.

 

AZ: Frau Sumner, wie gefällt Ihnen das Rockstar-Leben bis jetzt?

ELIOT SUMNER: Ich würde nicht gerade von einem Rockstar-Leben sprechen, das ich führe. Wir genießen das Leben, das wir führen, und wir haben viel Spaß. Aber ich habe keine Ahnung, wie Rockstars das so machen. Ich könnte jedenfalls nicht die ganze Nacht durchfeiern, alles auf den Kopf stellen und ohne geschlafen zu haben, das nächste Konzert geben. Ich weiß nicht, wie so etwas überhaupt möglich ist.

Genießen Sie die neue Aufmerksamkeit, die Ihnen entgegen gebracht wird?

In Europa sind die Leute mir gegenüber wesentlich aufnahmebereiter als bei uns. Es ist wirklich schwer, die Leute in Großbritannien zu überzeugen. Sie machen sich darüber lustig, dass mein Vater Sting ist. Und das ist wirklich grausam, weil ich ihnen nichts getan habe. Ich versuche einfach nur meine Musik zu machen.

Als Kind sollen Sie eher schüchtern und sozial unbeholfen gewesen sein. Steht das nicht im Widerspruch zu einer Künstlerin, die das Rampenlicht sucht?

Ich kann das auch nicht erklären. Ich kann nur sagen, dass die Bühne für mich der tollste Ort der Welt ist. Die Auftritte treiben mich an, das ist geradezu wie eine Sucht. Wenn ich einfach nur so über die Straßen gehe, bin ich vermutlich das paranoideste menschliche Wesen, das es gibt. Aber sobald ich auf die Bühne komme, fühle ich mich sicher und gut.

Nicht umsonst haben Sie früher ein T-Shirt mit dem Slogan „Fame is boring” getragen.

Ja, das T-Shirt habe ich zwar nicht selbst entworfen, aber ich bin tatsächlich davon überzeugt, dass Ruhm ausgesprochen langweilig ist. Die Musik sollte immer im Vordergrund stehen.

Der Name ihrer Band I Blame Coco ist ja schon etwas merkwürdig. Wofür geben Sie denn Coco die Schuld?

Bei dieser Frage denke ich mir immer etwas aus, aber im Moment fällt mir einfach nichts ein. Ursprünglich war I Blame Coco lediglich der Titel eines Songs, den ich mit 17 für eine Promo-Platte aufgenommen habe. Und irgendwie ist der Name kleben geblieben.

Waren Sie schon immer von der Musik angezogen?

Ich war als Kind geradezu besessen von der Musik. Sobald ich von der Schule nach Hause kam, habe ich mir meine Gitarre gegriffen und geübt bis meine Finger wund und nahezu blutig waren. Das war für mich schon immer das Liebste auf der Welt. Musik macht mich glücklich.

„Never Mind The Bollocks" von den Sex Pistols war ein Album, das Sie stark beeinflusst hat. Als 10-Jährige konnten Sie angeblich bereits jede Akkordfolge des Albums auswendig auf der Gitarre nachspielen.

Stimmt, ich habe dieses Album geliebt. Und ich finde es auch nach wie vor ganz toll, auch wenn ich es heute nicht mehr so häufig höre. Aber als Kind habe ich diese Platte andauernd gehört. Ich glaube, dass alle Kinder diese Art von Musik lieben. Sie möchten ihre Lehrer beschimpfen und in der Schule Ärger machen. So etwas habe ich im Grunde nie getan, ich benötigte nur die Sex Pistols, um mich tough zu fühlen.

Hatte Ihr Vater einen guten Ratschlag für die Karriere parat?

Ja, er sagte zu mir: „Sei pünktlich, sei nett zu den Leuten und bau keinen Mist.” Das war alles. Aber das war wirklich ein nützlicher Rat.


Michael Tschernek

I blame Coco spielt am 28. März im 59:1 (Sonnenstraße 27)

 

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