Null Tore in zwei Spielen Flaute bei den Löwen: Torlos 1860

Ladehemmung in der Liga: 1860-Stürmer Stephan Hain. Auf der Suche nach dem Tor: Stürmer Rubin Okotie. Foto: sampics/Augenklick

Bei Sechzig steht nach zwei Spielen in dieser Saison die Null – auf der Habenseite. Die Löwen haben noch kein Tor erzielt. Rubin Okotie und Stephan Hain in der Krise, Offensivverstärkungen müssen her.

 

München - Zwei Spiele, zwei 0:1-Pleiten: bedeutet null Punkte. Das ist die ernüchternde Bilanz, die traurige Wahrheit des TSV 1860 nach den beiden Auftritten der neuen Saison in Heidenheim und gegen den SC Freiburg.

Same procedure as last year. Während die Löwen in der vergangenen Saison unter Ricardo Moniz aber in allen möglichen Bereichen Verbesserungsbedarf hatten, zeichnet sich in der neuen Spielzeit ein relativ konkretes Problem ab: das der Torproduktion.

Die Löwen haben nämlich nicht nur null Punkte, sondern auch null Treffer auf dem Konto. Hinten stabil, aber offensiv? Null. Torlos 1860. „Wir müssen es schaffen, uns bessere Torchancen zu erarbeiten. Es war nicht so, dass wir sagen können, da waren tausendprozentige dabei“, klagte Kapitän Christopher Schindler nach dem Freiburg-Spiel. Als hätte man von diesem Problem nicht schon früher gewusst: Die ersten beiden Saisonspiele stehen sinnbildlich für einen Missstand, der die Löwen auch schon in der vergangenen Saison begleitete. Die Löwen und das Sturm-Dilemma!

Der Arbeitsnachweis von Rubin Okotie, Stürmer Nummer Eins: Kein Zweifel, dass die Hinrunde mit zwölf Liga- und zwei Pokaltoren überragend war. Okotie erarbeitete sich durch seine Traum-Halbserie auch das Comeback in Österreichs Nationalteam und stand im Winter schon vor dem Absprung in die Bundesliga, unter anderem Werder Bremen hatte großes Interesse. Doch nach seinem verschleppten Bänderriss im Knie, einer Formkrise und wohl auch zu hohen Forderungen an sich selbst verkrampfte Okotie nach der Winterpause: Nur noch ein einziges Törchen, nämlich ein verwandelter Handelfmeter beim 1:2 am 20. Spieltag gegen Heidenheim im Februar – der Treffer liegt fast ein halbes Jahr zurück. Bei den beiden Pleiten der neuen Saison konnte sich der Torjäger in 180 Minuten nicht einmal gefährlich in Szene setzen.

Der Arbeitsnachweis von Stephan Hain, Stürmer Nummer Zwei: Für ihn war die abgelaufene Runde eine wahre Seuchen-Saison: Wegen einer Knie-Operation fiel er die komplette Hinrunde aus, stand erst am 23. Spieltag wieder auf dem Platz. Während er sich langsam herankämpfte und hinter dem zwar unfitten, aber dennoch gesetzten Okotie anstellen musste, konnte er erst im Endspurt mehrere Einsätze hintereinander verbuchen. Sein letzter und einziger Treffer beim 2:1 gegen den VfL Bochum liegt saisonübergreifend schon neun Spieltage zurück. Im Gegensatz zu Okotie überzeugte Hain in der Vorbereitung, war mit vier Treffern bester Löwen-Torschütze. Aber im Ernstfall? In Heidenheim durfte er nicht, und gegen Freiburg traf er das Tor nicht. Trotz zweier guter Chancen und mehrerer frecher Dribblings fehlte ihm der Killer-Instinkt. Stattdessen verursachte er den spielentscheidenden Elfmeter.

Dazu kommt als dritter nomineller Stürmer Fejsal Mulic, der aber gerade seinen ersten Profi-Vertrag unterschrieben hat und erst sechs Pflichtspieleinsätze, fünf davon in den letzten Minuten, auf dem Buckel hat. Mit 2,03 Metern zwar riesengroß, aber ohne große Erfahrung. Trotz bekannter Problematik und immer wieder vorgetragenem Flehen von Fröhling haben die Löwen bisher noch keinen der erklärten Wunschspieler, weder einen Kreativspieler, noch einen Stürmer geholt. Daniel Adlung, in der vergangenen Saison Top-Vorbereiter und somit erster Stürmer-Versorger, ist sicher: „Wir brauchen ein Erfolgserlebnis, um Selbstvertrauen zu kriegen. Dann kann das Ganze auch ins Rollen kommen. Es fehlen noch ein paar Nuancen.“ Oder eben auch ein neuer Knipser.

 

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