Nürnberg Selbstmord-Drama um Frankens Kult-Brauer!

Brauer Helmut Dietz hinterm Tresen seiner Gaststätte. Foto: NBGPC

Lebensgefährtin fand Abschiedsbrief – und kam zu spät um ihn zu retten. Wenige Tage vor seinem 50. Geburtstag sprang der Kult-Brauer in den Tod. Die Trauer ist groß – in der Gemeinde und in der Brauerei.

BRUCKBERG Ein ganzes Dorf ist geschockt und in Trauer: Kult-Brauer Helmut Dietz (49) ist tot. Der Selbstmord des beliebten Hausbrauerei-Chefs hat eine tiefe Wunde in das sonst so friedliche Bruckberg gerissen. Bruckberg, das sind rund 1400 Einwohner, die Bruckberger Heime, der Männergesangverein Bruckberg 1868 e.V, die Freiwillige Feuerwehr – und seit dem 16. Jahrhundert auch die gemütliche Hausbrauerei Dietz, die weit über die Grenzen der Region bekannt ist.

Der Familienbetrieb braute zwei bis drei Mal in der Woche. Bier-Fans aus ganz Franken lieben etwa die „Brauer Weisse“ und die leckeren Brotzeiten. Die Dorfgaststätte mit den knapp hundert Plätzen ist ein beliebtes Ausflugsziel. Sogar Alfons Schubeck hatte schon in dem Gasthaus gekocht, das Gemeindeleben findet hier statt. Doch nicht alles war wohl heil in dem kleinen Dorf. Nach einem schrecklichen Arbeitsunfall in der Brauerei litt Helmut Dietz unter einer schweren Kopfverletzung. Es folgten viele Operationen, Schmerzen, ein langer Leidensweg – und Depressionen.

Die waren es wohl auch, die ihn nach jahrelangem Leiden in den Suizid trieben. Mittwochnacht, zwischen elf und zwölf Uhr, wenige Tage vor seinem 50. Geburtstag, stürzte sich der Wirt vom Bahnsteig des Bahnhofes Heilsbronn vor einen mit rund 70 Stundenkilometern heranrasenden Güterzug.

Zwei besonders tragische Details kursieren im Dorf: Die Lebensgefährtin des geschiedenen Mannes fand fast zeitgleich zu Hause den Abschiedsbrief. Sie versuchte noch telefonisch, Dietz zu erreichen. Als sie dies nicht konnte, raste sie mit schlimmsten Vorahnungen zum Bahnhof – zu spät. Es war nicht die erste Tragödie in der Familie – auch der Vater von Helmut Dietz hatte sich einst umgebracht.

Die Art der Erkrankung, unter der Dietz litt, lässt die Betroffenen zwischen Euphorie und tiefsten Depressionen schwanken – eine große Belastung, gerade für die nächsten Verwandten und Freunde: „Hilflos mussten wir zusehen und Abschied nehmen“ steht über der Traueranzeige der Familie. Die Trauer ist groß – in der Gemeinde, in der Brauerei. Wie es nach dem tragischen Freitod mit dem Unternehmen weitergeht ist noch unklar.

mm

 

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