Nürnberg Club: Millionen aus Atomkraft

Ein Reaktor als Geldquelle: AREVA, ein Energie-Erzeuger mit 58.000 Mitarbeitern, soll neuer Hauptsponsor des Club werden. Foto: AZ-Montage Wimmer

NÜRNBERG - AREVA, ein Konzern mit Standort in Erlangen und einem Jahresumsatz von 3,2 Milliarden, soll neuer Hauptsponsor beim 1. FC Nürnberg werden – für 1,9 Millionen Euro pro Zweitliga-Saison. Neuer Exklusivpartner: Laufer Unternehmen „Thomas Sabo“.

Das Ziel ist klar: Mit Volldampf will der Club die sofortige Rückkehr in die Erste Bundesliga perfekt machen. Weshalb alle Verantwortlichen schon jetzt gewaltig unter Strom stehen. Am neuen Hauptsponsor wird das Unterfangen jedenfalls nicht scheitern. Denn der verfügt über jede Menge Power. Nach AZ-Informationen handelt es sich um den aus der Kraftwerk Union hervorgegangenen Konzern AREVA.

Das Unternehmen mit 3,2 Milliarden Euro Jahresumsatz gilt weltweit als führend in Sachen Atomkraft. Über 58.000 Mitarbeiter in 40 Ländern kümmern sich um die Energieerzeugung bis zum Endverbraucher. Ein Standort ist in Erlangen. Sein längerfristig angelegtes Engagement lässt sich AREVA in Liga zwei 1,9 Millionen Euro pro Saison kosten. Ein üppiger Aufschlag im Falle des Aufstiegs inklusive. Jetzt hat auch der Club seinen fränkischen Abramowitsch.

Keine Einmischung in sportliche Belange

Wobei sich die Nuklear-Spezialisten, anders als der allmächtige Chelsea-Boss, (vorläufig) nicht in sportliche Belange einmischen werden. Ob irgendwann mehr daraus werden könnte, beispielsweise eine Beteiligung an einer schon länger geplanten, aber aktuell verworfenen „1. FCN Fußball AG“, wird sich zeigen.

Christian Kothe, „Senior Director“ bei Club-Vermarkter sportfive, hatte in den letzten Wochen Schwerstarbeit zu bewältigen. Noch vor gut einer Woche meldete Kothe „einige heiße Eisen im Feuer“, um den Club in Sachen Lizensierung nicht in Schwierigkeiten zu bringen. Denn die DFL hatte nach dem Rückzug von mister*lady die Präsentation eines neuen Hauptsponsors zur Auflage gemacht.

Neben AREVA waren noch das Modehaus Wöhrl, das im 75. Jubiläumsjahr aber nur eine Saison auf die FCN-Brust wollte, die im Nürnberger Norden ansässige immowelt.de und die chinesische Fluglinie Hainan in der Verlosung.

China-Fluglinie Hainan war in der Verlosung

Allerdings waren sportfive die Entscheidungswege im Reich der Mitte zu lang. Hainan wollte mit seinem ersten bewusst wahr genommenen Auftritt in Europa auch für die gleichnamige Inselgruppe im südchinesischen Meer als Urlaubsparadies werben.

Inseln haben die Immobilien-Spezialisten von immowelt.de nicht im Programm. Aber mit den milliardenschweren Verlagsgruppen Holtzbrinck, Ippen und WAZ solvente Konzerne im Rücken. Letztlich machten die Unternehmer Carsten Schlabritz und Jürgen Roth notgedrungen einen Rückzieher – gegen derart viel Power.

Alles unter Dach und Fach ist auch mit „Thomas Sabo“, einem Spezialisten für Silberschmuck mit exquisitem Design. Das Unternehmen aus Lauf darf sich künftig Club-Exklusivpartner nennen und zahlt dafür rund 300.000 Euro pro (Zweitliga-)Saison. Markus Löser

 

0 Kommentare