Nudo Testlabor für schnelle Nudeln

Bestellen kann man im „Nudo“ (auch) vorne am Tresen. Zu essen gibt es nicht nur Vegetarisches, sondern auch ein Rehragout für 11 Euro. Foto: Daniel von Loeper

Regional, transparent, nachhaltig: Die Macher des „Nudo“ in Uni-Nähe verfolgen hehre Ziele. Zu bieten haben sie allerdings auch was.

 

Eigentlich hat das „Nudo“ noch gar nicht richtig eröffnet. Wenn man dieser Tage mit Dimitri Daoutis (33), Dimitri Tzapos (29) und Christian Hildebrand (36) spricht, ist immer wieder die Rede von „Probiertagen“ oder von einem „Testlabor“. Dabei sieht der Laden, den die drei seit einer Woche in bester Lage mitten im Uni-Viertel betreiben, so aus, als wäre er schon seit vielen Jahren hier, und auch das Konzept wirkt alles andere als unfertig.

Doch der Reihe nach. Wer vor Jahren an der Ludwig-Maximilians-Universität studiert hat, wird sich vielleicht noch an das „Bistro Hardy“ in der Amalienstraße erinnern: ein uriges, holzvertäfeltes Mini-Restaurant, geführt von einem böhmischen Koch.

Aus Altersgründen hat Erhard Spacek diesen Sommer aufgehört. Und auch, wenn ihnen das Lokal anfangs so gar nicht gefiel, vielleicht ist es für Daoutis, Tzapos und Hildebrand ein echter Glücksfall: nicht zu klein, nicht zu groß – ein Testlabor eben. Hier können sie ihr Konzept eines „Fast Slow-Food-Restaurants mit den Kernprodukten Nudeln und Salat“ ausprobieren, das sie sich in den beiden letzten Jahren ausgedacht haben.

Angefangen hat alles mit einem Besuch in Frankreich. Tzapos entdeckte die recht junge, aber ungemein erfolgreiche Nudel-Kette „Mezzo di Pasta“ und fragte sich und seine Spezl, die er von gemeinsamen Zeiten im P1 kennt, ob es auch in Deutschland einen Markt für schnelle Nudeln gebe. „So haben wir angefangen“, erinnert sich Daoutis – und klingt dabei so, als ob das schon sehr lange her wäre.

In der Tat ist von dem Gedanken, eine Systemgastronomie-Kette zu gründen, nicht mehr viel übrig geblieben. Das liegt auch an Daoutis selbst. Als er Vater wurde, hat er angefangen, „ganz anders über das Thema Ernährung zu denken“, seitdem ist er strikter Vegetarier.

Die drei Gastronomen haben das Konzept aus Frankreich vor allem aber zu einem eigenen weiterentwickelt. Mit Säulen, die nicht so leicht mit einer Systemgastronomie zu vereinbaren sind: dem Einsatz regionaler Produkte zum Beispiel und dem Grundsatz absoluter Transparenz.

„Nudo heißt ja nackt“, sagt Hildebrand. „Wir wollen unseren Kunden genau sagen können, was sie essen und woher es kommt.“ Es nütze nichts, im Winter Gemüse mit Bio-Qualität anzubieten, „wenn wir dieses von der anderen Seite der Erde heranschaffen müssen“. Wichtiger sei das Thema Nachhaltigkeit.

Ein Gedanke, der sich schon bei der Einrichtung des Nudo manifestiert. Der dunkle Stehtisch am Eingang zum Beispiel war mal ein Querbalken im Bistro Hardy. „Wir haben hier Latte für Latte abgebaut“, sagt Tzapos. Aus der ehemaligen Holzvertäfelung sind so neue Fichtenholztische geworden. Die stylishen Sichtbeton-Lampen sind zwar neu, aber von Hand gemacht, genauso wie die weiß-blauen Fliesen aus Sevilla hinter dem Tresen.

Auf der Tageskarte, die tatsächlich noch etwas provisorisch daherkommt, sollen mittelfristig vier feste und zwei wechselnde Pastagerichte zu finden sein, zwei feste und zwei wechselnde Salate sowie zwei Suppen. Die Preise liegen zwischen fünf bis zwölf Euro pro Gericht. Ein Dutzend Weine stehen zur Auswahl (17 bis 22 Euro die Flasche), Lemonaid-Limonade kostet 3,20 Euro.

Mag schon sein, dass sich hier noch das eine oder andere ändert während der „Probiertage“. Das Konzept aber, das steht.


Amalienstraße 53, vorerst: Mo. bis Fr. 11.30 – 17 Uhr, alle Infos: www.facebook.com/nudo.pastabar

 

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