NSU-Prozess Mühsame Vernehmung: AOK-Karte für Beate Zschäpe

Beate Zschäpe betritt am Mittwoch, den 8.1.2014 den Gerichtssaal des Oberlandesgerichts München. Foto: dpa

Es geht wieder um Tarnidentitäten. Eine Bekannte soll 300 Euro dafür bekommen haben, dass sie Zschäpe ihre Versichertenkarte überlässt. Am Mittwoch wurde der Mann der Bekannten vernommen.

 

München – In einer langwierigen und zähen Zeugenvernehmung hat das Oberlandesgericht München versucht, die Beschaffung einer Krankenversicherungskarte für Beate Zschäpe aufzuklären. Der Mitangeklagte Holger G. hatte die AOK-Karte einer Bekannten abgekauft und sie dann an die untergetauchten Neonazis weitergegeben. Am Mittwoch hörte das Gericht nun den Ehemann der Bekannten als Zeugen - den 33-Jährigen Kaufmann Alexander S., der zumindest längere Zeit der rechten Szene in Niedersachsen angehörte.

An den konkreten Abend der Übergabe konnte oder wollte der Zeuge sich jedoch nicht erinnern. Es sei ein „feucht-fröhlicher Abend“ gewesen, sagte er. Holger G. habe seine Frau gefragt, ob sie ihre Versicherungskarte verkaufen würde. „Meine Frau hat dem zugestimmt, und wir haben 300 Euro dafür erhalten.“ An mehr erinnere er sich nicht. Der Zeuge gab zu, dass er in der rechten Kameradschaftsszene aktiv war. „Wir hatten damals eine nationalsozialistische Einstellung.“

 

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