Auch gegen Peru: Wieder mal ist Joshua Kimmich Deutschlands Bester. Die Innenverteidigung des FC Bayern macht in der deutschen Nationalmannschaft einen soliden Job - nicht mehr und nicht weniger. Die Einzelkritik zum DFB-Team.

Sinsheim - Gegen Frankreich (0:0) spielte Joshua Kimmich schon stark auf - mit einer Passquote über 94 Prozent und einer Zweikampfquote über 77 Prozent.

Nun war der Mittelfeldstratege des FC Bayern auch beim 2:1 gegen Peru bester deutscher Nationalspieler auf dem Platz. Es deutet sich eine Chefrolle für die Zukunft an. Jerome Boateng und Niklas Süle liefen gemeinsam in der Abwehrmitte auf. Wie ihre Leistung war. Und welche Noten sie für ihr Spiel bekamen - die Einzelkritik der AZ zum DFB-Team:

MARC-ANDRÉ TER STEGEN, NOTE 3: Der Barcelona-Torhüter durfte starten, Manuel Neuer schaute von der Bank aus zu. Sah beim 0:1 schlecht aus, als der Ball im kurzen Eck einschlug. Parierte den Schuss von Cueva (41.) und den Kopfball von Aquino (54.).

MATTHIAS GINTER, NOTE 3: Gab wie schon gegen Frankreich einen souveränen Rechtsverteidiger. Diesmal noch ein bisschen offensiver unterwegs. Ließ eine gute Kopfballchance aus (13.).

Jerome Boateng mit ungewohnten Fehlpässen

NIKLAS SÜLE, NOTE 3: In seiner alten Heimat (spielte von 2010 bis 2017 bei Hoffenheim) an der Seite von Boateng in der Innenverteidigung. Löste die Aufgabe ohne Probleme.

JÉRÔME BOATENG, NOTE 3: Bayerns Abwehrchef fiel zu Beginn mit zwei ungewohnten Fehlpässen auf. Fing sich aber schnell und gab der deutschen Defensive Sicherheit.

NICO SCHULZ, NOTE 4: Der Hoffenheimer kam zu seinem Heimspiel. Vom Bundestrainer im Vorfeld sehr gelobt ("Er hat eine unglaubliche Dynamik, macht viel Druck nach vorne"), enttäuschte Schulz bei seinem DFB-Debüt weitgehend. Vor dem 0:1 ausgetrickst. Immerhin: Mit Glück machte er den späten 2:1-Siegtreffer.

JOSHUA KIMMICH, NOTE 3: Der Bayern-Youngster wird laut Löw "die Zukunftslösung auf der Sechs sein". Und Kimmich zeigte, dass er dazu fähig ist. Traumpass auf Brandt (18.), immer anspielbar, mit viel Übersicht. Aber: Defensiv manchmal zu sorglos.

ILKAY GÜNDOGAN, NOTE 3: Wurde mit Applaus statt mit Pfiffen begrüßt. Gut so! Wirkte sehr motiviert, spielte in der Anfangsphase einen tollen Pass zu Reus. Es war nicht Gündogans einziger an diesem Abend.

Toni Kroos bissiger als bei der WM

TONI KROOS, NOTE 3: Die Passmaschine aus Madrid kann plötzlich auch grätschen. Engagierter Auftritt, deutlich bissiger als bei der WM. Lieferte den Assist zum 1:1.

JULIAN BRANDT, NOTE 2: Trägt seit Özils Rücktritt die Nummer 10 auf dem Rücken – das verpflichtet zu technischen Feinheiten. Wie beim 1:1, als Brandt per Lupfer traf. Gut ins Kombinationsspiel eingebunden.

TIMO WERNER, NOTE 4: Ständig unterwegs in der Offensive, wechselte mit Reus immer wieder die Position. Auffällig – aber nicht cool genug im Abschluss.

MARCO REUS, NOTE 5: Wieder als Mittelstürmer eingesetzt, diese Position liegt dem Dortmunder nicht optimal. Vergab gleich zu Beginn eine Riesenchance (2.), auch danach in vielen Szenen glücklos und schwach im Abschluss.

ANTONIO RÜDIGER, NOTE 4: Chelseas Abwehrstar ersetzte nach dem Seitenwechsel Boateng. Mit ein paar Wacklern, wirkte unkonzentriert.

JULIAN DRAXLER, NOTE 4: Kam zur Halbzeit für Reus, bei Paris hockt Draxler ja sonst auch meist auf der Bank. Konnte nur wenige Impulse nach vorne setzen.

Thomas Müller kommt sehr spät

NILS PETERSEN, NOTE 4: Durfte Mitte der zweiten Halbzeit für Brandt aufs Feld. Zu großen Chancen kam der Mittelstürmer aber nicht.

THILO KEHRER, NOTE 4: Der Verteidiger von Paris Saint-Germain kam zwanzig Minuten vor Schluss zu seinem Debüt. Unauffällig.

THOMAS MÜLLER, OHNE NOTE: Der Bayern-Star kam in seinem 93. Länderspiel nur noch zu einem Kurzeinsatz.

KAI HAVERTZ, OHNE NOTE: Das Länderspiel-Debüt des Leverkuseners. Kam nach 88 Minuten auf den Platz.