Idee Nordring München: BMW könnte eigenen Bahnhof bekommen

Von Moosach und Karlsfeld könnten neue Linien bis zur Knorrstraße entstehen. Und das schon 2026. Gestrichelt die mögliche Erweiterung in Richtung Freimann. Grün eingezeichnet die bestehenden S-Bahn-Linien. Foto: anf

Der Nordring rückt näher: Schon 2026 könnten Angestellte von Moosach und Karlsfeld mit einem Pendelzug zum BMW-Werk im Norden fahren.

 

München - Bisher fahren auf dem 30 Kilometer langen, sogenannten Bahn-Nordring Münchens ausschließlich Güterzüge. Die Gleisstrecke ist eine Lücke im Münchner Personenverkehr. Über die Route gelangen etwa Importprodukte nach München, die zunächst an den Häfen von Rotterdam und Hamburg ankommen. Doch das könnte sich bald ändern! (Lesen Sie hier den AZ-Kommentar zum Thema)

Denn eine Machbarkeitsstudie. die Stadt, Freistaat und BMW in Auftrag gegeben hatten, kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass der Nordring für Personenzüge kommen kann. "Bei entsprechendem Engagement aller Beteiligten", sagte der neue Verkehrsminister Hans Reichart (CSU) am Montag der AZ, "könnten erste Pendelzüge noch vor Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke realisierbar sein könnten". Er wolle "das Projekt weiter verfolgen".

Pendelverkehr für Personen auf Güterstrecke

In einem ersten Schritt könnte es nach Angaben des Verkehrsministerium um die Abschnitte vom S-Bahnhof Moosach und/oder vom S-Bahnhof Karlsfeld entlang des Rangierbahnhofs zu einem neuen Bahnhof Knorrstraße gehen. Die Machbarkeitsstudie hatte untersucht, ob auf dem güterverkehrslastigen 30 Kilometer langen Nordring ein öffentlicher Personenverkehr möglich ist. 2017 hatten der Freistaat, die Stadt München, der MVV und BMW diese Studie in Auftrag gegeben.

Zentraler Punkt der Überlegungen ist ein neuer Bahnhof an der Knorrstraße. Die Haltestelle wäre vor allem für BMW-Mitarbeiter interessant, deshalb hatte der Autobauer die Machbarkeitsstudie mitfanziert hatte: Tausende BMWler – viele von ihnen Pendler – könnten hier ganz in der Nähe des Betriebes ein- und aussteigen und somit ihren Arbeitsweg deutlich verkürzen.

Ganz konkret geht es in der Studie um einen sogenannten Vorlaufbetrieb. Dadurch wäre es möglich, einen Pendelverkehr zwischen Karlsfeld und Knorrstraße sowie Moosach und Knorrstraße auf die Beine zu stellen (später könnte die Linie um weitere Stationen erweitert werden – etwa im Westen bis zum Pasinger Bahnhof und im Osten bis nach Freimann).

Auch 15.000 FIZ-Mitarbeiter würden profitieren

Ganz in der Nähe der neuen Haltestelle Knorrstraße ist auch das Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) von BMW. Auch für dessen Mitarbeiter würde sich der Weg zur Arbeit schneller gestalten. Darüber hinaus stellt BMW weitere 15.000 Arbeitsplätze in Aussicht, falls die Station Knorrstraße käme.

"Für den Güterverkehr ist das einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Region", sagt Andreas Barth, Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn gestern der AZ. Diese Exklusivität könnte sich nun relativ "zügig" ändern. Minister Reichart sagte, es handele sich um einen ersten Schritt auf dem Weg, tangentiale Schienenverkehrsverbindungen anzubieten.

 

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