Nordische WM „Wahnsinnstag“ für Frenzel und Edelmann

 

Eric Frenzel hatte schon Meter vor dem Zielstrich ein Lächeln im Gesicht, Tino Edelmann schrie direkt hinter ihm seine Freude in den Nebel am Holmenkollen: Die deutschen Kombinierer haben bei der Ski-WM erstmals seit sechs Jahren einen Doppelerfolg gefeiert und mit Gold und Silber etwas überraschend die ersten Medaillen für den Deutschen Skiverband (DSV) bei den Titelkämpfen an der Wiege ihres Sports gewonnen.

Oslo 'Ich bin Weltmeister!", sagte Frenzel ungläubig, „etwas Größeres, als das hier in Oslo zu schaffen, gibt es nicht. Mein Herz hüpft.“ Edelmann sprach von einem „Wahnsinnstag“ für die in diesem Winter zuvor sieglosen DSV-Kombinierer: „Das hätte uns vor ein paar Wochen niemand zugetraut.“

Der Oberwiesenthaler Frenzel setzte sich im Einzelwettbewerb von der Normalschanze als erster Deutscher seit Ronny Ackermann 2007 die Krone in der Königsdiziplin auf, während Edelmann (Zella-Mehlis) im Schlusspurt den starken Österreicher Felix Gottwald abkochte und wie vor zwei Jahren auf Platz zwei sprintete.

Die ersten beiden Plätze hatten deutsche Kombinierer zuletzt 2005 in Oberstdorf mit Ackermann und Björn Kircheisen im Einzel geholt. „Das ist für uns ein super Start, jetzt können wir befreit aufkämpfen. Wir haben noch einiges im Köcher“, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch – zumal auch Junioren-Weltmeister Johannes Rydzek (Oberstdorf) als Vierter seine guten Anlagen unter Beweis stellte.

Nur Kircheisen (Johanngeorgenstadt) blieb als 28. nach einem verpatzten Sprung unter seinen Möglichkeiten. Frenzel dagegen legte den Grundstein für seinen Triumph beim Sprung vom völlig vernebelten Midstubakken mit einem Schanzenrekord.

Mit 109,5 Metern überbot er die alte Marke von Spezialspringer Felix Schoft (Partenkirchen) um einen Meter und ging mit 19 Sekunden Vorsprung auf H†vard Klemetsen (Norwegen) in die Loipe. „Nicht viel überlegen, gleich richtig Gas geben“, beschrieb er seine Taktik für die 10 km – und er hielt sich daran.

Von Anfang an baute er seinen Vorsprung aus, bot ein „beherztes Rennen“ (Weinbuch) und verlor erst auf den letzten 2,5 km etwas an Zeit. Hinten machten Gottwald (15. nach dem Springen) und Edelmann (6. ) Dampf, doch Frenzel blieb letztlich 11,9 Sekunden vor seinem Teamkollegen.

Gottwald hatte 18,4 Sekunden Rückstand, Rydzek 22,9. „Meine Taktik war es, nicht zu viel Führungsarbeit zu verrichten“, sagte Edelmann über sein „taktisch sehr kluges Rennen gegen den Wunderläufer Gottwald“ (Weinbuch).

In dieser Form ist den deutschen Kombinierern in Oslo noch viel zuzutrauen, auch und gerade beim nächsten Wettkampf: dem Teamwettbewerb (Normalschanze) am Montag. „Das ist hoffentlich eine Initialzündung für uns“, sagte Frenzel, und Weinbuch meinte: „Wir können da mit breiter Brust reingehen.“

 
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