Nominierung des WM-Kaders Götze, Neuer, Gomez, Wagner: Jogis Härtefallregelung

Die vier Härtefälle für Joachim Löw: Mario Gomez (li.), Sandro Wagner, Manuel Neuer, Mario Götze. Foto: Augenklick

Bundestrainer Joachim Löw nominiert den vorläufigen WM-Kader. Spannend wird es vor allen für ein Quartett: Kapitän Neuer, Weltmeister-Macher Götze und die Sturm-Konkurrenten Gomez und Wagner.

Dortmund - Es sind 26 geheimnisvolle Silhouetten, die da an der Glasfassade des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund hängen. Das Ratespiel, wer die 26 Schattenbilder sind, die Joachim Löw in seinen vorläufigen Kader für die WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) beruft, wird der Bundestrainer am Dienstag beenden (ab 12:30 Uhr, im AZ-Liveticker).

Wer sind die Mannen, denen Löw bis zur Bennenung des endgültigen WM-Kaders, der aus 23 Akteuren bestehen wird, am 4. Juni sein Vertrauen für die Mission Titelverteidigung schenken wird? "Wir müssen positionsbezogen entscheiden, die Positionen doppelt besetzen. Und auch mein Bauchgefühl, meine Intuition spielt bei der Nominierung eine wichtige Rolle", sagte Löw.

Löws Unverzichtbare - und schmerzhafte Entscheidungen

Es gibt natürlich einige Unverzichtbare, auf die Löw beim Russland-Abenteuer sicher setzen wird. Dann beginnt das WM-Puzzle. "Auf einigen Positionen haben wir extrem große Auswahl, auf anderen nicht. Wir brauchen auch Spieler, die flexibel und variabel einsetzbar sind", sagte Löw.

Klar ist: Für den Bundestrainer, der in den vergangenen zwei Jahren über 40 Spieler getestet hat, stehen schwierige und schmerzhafte Entscheidungen an. Wie sehen Jogis Härtefallregelungen aus?

Wird Manuel Neuer rechtzeitig fit?

Manuel Neuer (32, FC Bayern): Wenn fit, gehört der Kapitän und Welttorhüter zu den Leistungsträgern, den Unverzichtbaren. Aber er ist nicht fit. Seit September hat Neuer nach seinem dritten Mittelfußbruch kein Spiel bestritten, zuletzt musste er beim Training wieder aussetzen. "Ich denke nicht, dass es vorstellbar ist, dass ich ohne Spielpraxis in so ein Turnier gehe", sagte Neuer selbst.

Torwart-Ikone Oliver Kahn meinte in der BamS: Das ist eine schwere Entscheidung. Es ist ein Punkt, an dem sich Manuel fragen muss, ob er sich in dieser Situation selbst noch einen Gefallen tut."

Für Neuer gibt es nur zwei Szenarien: Er fährt mit – oder nicht. Sollte Neuer daheim am Tegernsee bleiben, hätte Löw in Marc-André ter Stegen (26, FC Barcelona) einen mehr als passablen Vertreter.

Götze außer Form

Mario Götze (25, Borussia Dortmund): Der Weltmeistermacher 2014, der mit seinem Finaltor in der Verlängerung gegen Argentinien Deutschland das vierte Sternderl beschert hat, ist fußballerisch ziemlich abgestürzt. Der Ausnahmetechniker flüchtete 2016 von den Bayern zurück nach Dortmund, dort schlug er aber nicht ein.

Nach einer mysteriösen Stoffwechselerkrankung kehrte er in den Kader zurück, doch BVB-Coach Peter Stöger prangerte die Leistungen des variablen Offensivspielers mehrfach öffentlich an. 23 Liga-Einsätze über 1607 Minuten und nur zwei Tore lautet Götzes Bilanz. Zu wenig für ein WM-Ticket?

Gomez oder Wagner?

Mario Gomez (32, VfB Stuttgart) und Sandro Wagner (30, FC Bayern): Die beiden sind mit die letzten Vertreter der eher aussterbenden Spezies des klassischen Brechers. Setzt Löw – hinter dem wohl gesetzten Angreifer Timo Werner (22, RB Leipzig) – auf dieses routinierte Sturm-Doppelpack?

Nach seinem Wechsel im Winter vom VfL Wolfsburg nach Stuttgart blühte Gomez immer mehr auf, erzielte acht Treffer und war einer der Garanten für den Klassenerhalt der Schwaben. Gomez, der beim Triumph 2014 nicht dabei war, gibt sich bescheiden, wäre schon "mit ein paar Minuten Einsatzzeit bei der WM" zufrieden.

Wagner wiederum kam im Winter von Hoffenheim zurück zu seinem Heimatverein, dem FC Bayern. Dort übernahm er meist die Joker-Rolle hinter Robert Lewandowski. Doch seine Erfolgsbilanz ist atemberaubend. In 14 Einsätzen für München traf Wagner in 722 Spielminuten acht Mal. In der Champions war er drei Mal auf dem Feld – und in 50 Minuten ein Mal erfolgreich.

Wagner beeindruckt mit Körpersprache, Kampfgeist und Selbstvertrauen. "Ihr fragt den Hummels und Müller auch nicht jede Woche, ob sie zur WM mitfahren. Und genauso sehe ich das bei mir auch." Kann es nur einen Brecher geben? Jogi hat die Wahl – und die Qual.

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