Noch kein Nachfolger gefunden Nach Niederlage gegen Bremen: Wolfsburg entlässt Ismaël

Valérien Ismaël brachte beim VfL Wolfsburg nicht den nötigen Erfolg und wurde entlassen. Foto: Peter Steffen/dpa

Die Frage nach der Zukunft von Wolfsburgs Trainer Valérien Ismaël wurde eine zähe Angelegenheit. Zwei Tage nach der Niederlage vom Freitag beendete der VfL das Experiment mit dem ehemaligen U23-Trainer.

Wolfsburg - Fast 40 Stunden durfte Valérien Ismaël noch hoffen - dann kam das Aus als Trainer des VfL Wolfsburg. Zwei Tage nach der 1:2-Niederlage des niedersächsischen Fußball-Bundesligisten gegen Werder Bremen war das unglückliche Intermezzo des Dieter-Hecking-Nachfolgers nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur beendet. Volkswagen will die Talfahrt seines Tochterunternehmen stoppen und mit einem neuen Coach versuchen, den Abstieg zu verhindern. Eine offizielle Bestätigung des Clubs und einen Nachfolger gab es am Sonntagabend noch nicht, zuvor hatten bereits mehrere Medien über eine Trennung des Trainers berichtet.

Ismaël hatte erst am 18. Oktober vergangenen Jahres die Nachfolge von Dieter Hecking angetreten, eine Trendwende aber nicht einleiten können. In 15 Spielen kassierten die Wolfsburger neun Niederlagen. "Es geht um Ergebnisse, und die stimmen gerade nicht. Wir müssen bewerten, wie wir die nächsten Wochen erfolgreich gestalten können", hatte Sportchef Olaf Rebbe nach der Niederlage gegen Bremen bereits gesagt. Es folgte eine 40-Stunden-Hängepartie bis zum Sonntagabend.

Schon zuvor stand der 41 Jahre alte Franzose zwei Mal kurz vor der Entlassung. Im November rettete ihn aber ein Sieg beim SC Freiburg, kurz vor Weihnachten hielten ihn zwei Erfolge gegen Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach im Amt. Jetzt reichte es nicht mehr.

Obwohl die Niedersachsen den Kader im Winter noch einmal mit den vielen Millionen aus dem Verkauf von Julian Draxler verstärkten, steckt der Pokalsieger von 2015 mehr denn je im Abstiegskampf. Von den vergangenen sechs Pflichtspielen wurde nur eines gewonnen. Mit 22 Punkten und Platz 14 ist die Situation für Wolfsburg sehr prekär.

Das gute Spiel des VfL gegen Werder konnte den ehemaligen U23-Coach nicht mehr retten. "Nach einem 0:3 wäre es einfacher gewesen, ein Fazit zu ziehen", hatte Rebbe gesagt, nachdem er sich am Samstag erstmals mit den Mitgliedern der Geschäftsführung ausgetauscht hatte. Am Sonntag wurde erneut getagt - und schließlich der Daumen gesenkt.

Lob von Rebbe gab es für die Mannschaft. "Klar ist, dass das Konstrukt funktioniert. Der Wille ist bei allen da, erfolgreich zu sein", sagte der Nachfolger von Klaus Allofs. Das Ergebnis gegen die Bremer sprach aber wohl gegen den ehemaligen Bremer Spieler.

Wolfsburg mitten im Abstiegskampf

Statt mit Werder einen direkten Konkurrenten auf sechs Punkte zu distanzieren, sind die Hanseaten nun punktgleich. Zudem setzten sich der FC Augsburg und der FSV Mainz 05 am Samstag mit ihren jeweiligen Erfolgen wieder deutlich ab. Nur die HSV-Klatsche bei den Bayern passte den Wolfsburgern ins Konzept.

Es droht mehr denn je der Abstieg, weshalb sich die Macher in der VW-Stadt nun für den erneuten Wechsel auf der Trainerbank entschieden. Ismaël hatte zuvor Dieter Hecking abgelöst, der inzwischen in Mönchengladbach erfolgreich ist. Doch richtig nach vorne gebracht hat der Ex-Profi das VfL-Team nicht. Rebbes Maßgabe: "Ich halte mich an Fakten und nicht an gefühlte Emotionen."

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Dass die Verantwortlichen am Sonntag keinen Nachfolger präsentierten, liegt wohl daran, dass der Trainermarkt derzeit wenig Alternativen bietet. Bruno Labbadia wird bereits seit Monaten in der VW-Stadt gehandelt, doch richtig überzeugt sind die Bosse vom früheren HSV-Coach offenbar nicht. Die VfL-Verantwortlichen wollen lieber einen Strategen auf der Bank, der die Mannschaft auch mittel- und langfristig entwickelt. Labbadia wird eher die Rolle des Feuerwehrmannes zugetraut.

 

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