Braucht's wirklich noch ein Museum in der Münchner Maxvordtadt? Die anderen Parteien sehen Ludwig Spaenles (CSU) Forderung kritisch.

Eine vierte Pinakothek für München, eine Halle für Wechselausstellungen an der Theresienstraße: Dieser Vorstoß von Ex-Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) hat am Dienstag in den anderen Parteien Kritik hervorgerufen.

Spaenle hatte in der AZ erklärt (hier das Interview nachlesen), dass jetzt der genau richtige Zeitpunkt gekommen sei, über einen Abriss der dortigen Uni-Gebäude und das neue Museum zu entscheiden.

Isabell Zacharias kandidiert – wie Spaenle – vor Ort im Stimmkreis Schwabing für den Landtag. Die SPD-Kulturpolitikerin sagte am Dienstag im Gespräch mit der AZ: "Ich kann das überhaupt nicht unterstützen." Sie finde "ganz wichtig, dass die Universitäten in der Innenstadt bleiben", sagte Zacharias. "Wir wollen hier weiter die Studierenden haben. Ich finde die Mischung in der Maxvorstadt wunderbar. Und die LMU hat eklatante Raumnot!" Es gehe doch erst einmal darum, den "eklatanten Sanierungsstau bei den Kulturinstitutionen aufzuheben, bevor wir über Neubauten reden".

Ist ein neues Museum zu langweilig?

In Schwabing kandiert neben Spaenle noch ein Ex-Kunstminister für den Landtag: FDP-Mann Wolfgang Heubisch. Er sieht Spaenles Vorstoß ebenfalls kritisch. "Mir ist bekannt, dass die Uni den Standort freigibt", sagte Heubisch. "Das ist eine große Chance. Aber wollen wir wirklich noch ein Museum? Ist das nicht langweilig? Sollten wir nicht einmal etwas anders machen?"

Er finde besonders wichtig, dort die Bürger einzubinden. "Wir sollten schauen, was für Vorschläge es für diese Flächen gibt", sagte er.

Kritik kam am Dienstag auch vom Grünen-Kulturexperten Sepp Dürr. Der Landtagsabgeordnete sagte der AZ: "In seiner berechtigten Angst um seine Wiederwahl entdeckt Spaenle das Museumsquartier. Hier hätte er als Minister in den vergangenen Jahren alle Zeit gehabt, sich kreativ auszutoben – beispielsweise bei Kleinigkeiten wie der gemeinsamen Vermarktung, Wegeführung oder Beschilderung."

4. Pinakothek: Investitionen lägen im 100-Millionen-Bereich

Dass Spaenle "jetzt mit einer vierten Pinakothek und einer mutmaßlichen Investition im 100-Millionen-Euro-Bereich daherkommt", sei "lachhaft". Besonders absurd sei, dass Spaenle Raum für Wechselausstellungen wolle – "als ob nicht bereits die Sanierung vom Haus der Kunst mehr als 100 Millionen kosten würde".

Unterstützt wird Spaenle hingegen von seinen Parteifreunden im Münchner Rathaus: CSU-Bürgermeister Josef Schmid sagte, es sei sein Ziel, mehr Touristen ins Museumsviertel zu bringen. "Spaenle hat völlig recht mit seinen Überlegungen", sagte er. "Ich begrüße sehr, dass die Kunst dort weiter gestärkt werden soll."

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