"Nipponoodles" Die japanische-münchnerische Nudel

Die ersten Gäste studieren die Karte. Mister Nippo wacht im Hintergrund zufrieden über das Geschehen im Lokal. Foto: Daniel von Loeper

Vor einer Woche hat in der Gabelsbergerstraße „Nipponoodles“ eröffnet: Ein kleines Lokal, das Münchnern die japanische Küche abseits des Sushi näherbringen will. Mister Nippo hilft dabei

 

Markus von Luttitz begrüßt herzlich neue Gäste im „Nipponoodles“ in der Gabelsbergerstraße, viele Tische sind schon belegt von Suppen schlürfenden und mit Stäbchen hantierenden Menschen. „Wenn sie sagen: ,So etwas habe ich noch nie gegessen’ – das macht mich glücklich“ sagt er. Seit einer Woche gibt es das kleine japanische Lokal, und der Weg dorthin war ein langer.

Vor zehn Jahren aß Luttitz seine erste Ramen-Suppe in Düsseldorf – in einem Laden, in dem außer ihm nur Asiaten Platz genommen hatten. „Es hat göttlich geschmeckt“, sagt Luttitz. Er dachte sich: Wenn ich keine Lust mehr auf die Medienbranche habe, mache ich einen Ramen-Laden auf. Vor zwei Jahren kam er an diesen Punkt. Holte sich Teilhaber ins Boot, etwa Peter Bulo Böhling, der den twitternden Mister Nippo erfand. Oder Tassilo Münch, der sich um die Auswahl der Produkte kümmert.

Und nicht zuletzt den Koch, Takahiro Kudo. „Ich hatte alles beisammen, nur der Koch fehlte“, sagt Luttitz. Er bat einen Bekannten in Tokio um Hilfe. Der hatte auch keine Idee, setzte sich in seinen Lieblings-Ramen-Laden und fragte den Besitzer um Rat. „Du brauchst nicht länger suchen“, sagte Takahiro Kudo. „Mein Traum war es immer, den Europäern die japanische Küche näherzubringen.“ Also kam Kudo, der in Tokio an ein paar Lokalen beteiligt ist, nach München. Er ist Fugo-Meister – er darf den Kugelfisch zerlegen, der falsch zubereitet giftig ist. Diese Kunstfertigkeit zeigt er im Nipponoodles nicht.

Da landet Harmloseres in den Gerichten – wie Venus- und Jakobsmuscheln oder Shrimps. Zwei Arten von Speisen gibt es bei Nipponoodles: Die Nudel-Suppen – Shoyu auf Soja-Basis (8,50 Euro), Miso auf Bohnen-Basis (8,90) und Shio auf Meersalz-Basis (7,50), und Yakisoba, gebratene Nudeln (7,20 bis 7,50 Euro). Mit Extras zwischen 50 Cent und zwei Euro kreiert der Gast seine Lieblingsssuppe oder -nudeln, mit Seetang, Ei, Frühlingszwiebeln und Gemüse, mit Rind, Huhn, Teigtaschen oder Seafood. In der Küche steht die Nudelmaschine aus Japan „im Wert eines schnellen Minis“, wie Luttitz sagt. Hier macht das Küchenteam japanische Nudeln mit Mehl aus der Münchner Kunstmühle.

„Wir legen Wert auf hochwertige Produkte – Zusatzstoffe finden sich nirgends und unsere Eier sind Bio“, sagt Tassilo Münch. Auch Crossover-Kitchen wie die Nudeln Carbonara (8,90) gibt es, Kleinspeisen wie Edamame, Teigtaschen oder ein Omelette mit Schweinehack und ein paar Desserts. Dazu bayerisches und japanisches Bier, eine Auswahl an Sake und Wein. Bei den Gästen kommt das an. Und Mister Nippon, der gute Geist des Ladens, schwebt über allen und lächelt zufrieden.


Gabelsbergerstraße 77, Mo. bis So. 12 – 15 Uhr und 18 – 22 Uhr, www.nipponoodles.de, Tel.: 38 88 79 0

 

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