30.000 Kunden betroffen Neuhausen, Nymphenburg, Gern: Stromausfall in München überstanden

, aktualisiert am 12.05.2017 - 17:16 Uhr
Kreuzung Landshuter Allee/Nymphenburger Straße: Keine Ampel funktioniert mehr, die Verkehrsteilnehmer mussten sich zunächst selbst arrangieren. Foto: mag

Großflächiger Stromausfall am Freitagmorgen in München. Die Stadtviertel Gern, Neuhausen und Nymphenburg waren betroffen. Um 10:48 Uhr gingen die Lichter wieder an.

 

Um 8:53 Uhr war am Freitag in Neuhausen und Nymphenburg der Strom weg. Die Ursache für den großflächigen Stromausfall: ein Kurzschluss in einem Umschaltwerk hat die Stadtviertel - und damit rund 30.000 Kunden der Stadtwerke - lahmgelegt. "Wir mussten Stück für Stück über andere Kabel eine Ersatzversorgung herstellen", sagt Christian Miehling, Sprecher der Stadtwerke München auf AZ-Nachfrage.

Im gesamten Bezirk Neuhausen-Nymphenburg war der Verkehr durch den Stromausfall beeinträchtigt. Ampelanlagen fielen aus, die Polizei bat alle Verkehrsteilnehmer zu besonderer Vorsicht an Kreuzungen. An den großen Kreuzungen, wie an der Landshuter Allee regelten Polizisten den Verkehr.

Geschäftsschluss heute schon um 9 Uhr morgens

Die meisten Läden müssen vor dem Stromausfall kapitulieren.
Die meisten Läden - wie hier das Sarcletti - müssen vor dem Stromausfall kapitulieren. Foto: mag

Am gesamten Rotkreuzplatz wirkten die Läden, als sei es schon nach 20 Uhr: Fast alle Händler mussten angesichts des Stromausfalls kapitulieren und ihre Geschäfte schon in der Früh zusperren. Angestellte standen draußen und wussten nicht so recht, wohin mit sich.

Auch die Kult-Eisdiele Sarcletti bekam die Folgen des Stromausfalls zu spüren: Um das Eis im Laden kühl zu halten, wurde die Theke geschlossen, der Verkauf eingestellt. Eine komplette Schulklasse musste wieder weggeschickt werden.

Eiskonditor Michael Ramlow blieb dennoch gelassen – zumindest anfangs. Denn irgendwann in näherer Zukunft würde das Eis in der Theke schmelzen und damit für den Verkauf ungeeignet sein: "Wir versuchen, das Eis so lange wie möglich frisch zu halten, aber bald wird es eng." Hätte der Stromausfall noch einige Stunden länger angehalten, hätte auch das gut isolierte Kühlhaus im Keller nicht mehr geholfen. Dann wäre das gesamte vorproduzierte Eis kaputtgegangen – immerhin rund 200 bis 300 Kilogramm.

Stadtwerke: Umschaltmaßnahmen nach zwei Stunden abgeschlossen

Entsprechend erleichtert dürfte Ramlow gewesen sein, als die Anlagen um 10:48 Uhr im Sarcletti wieder angingen. Denn dann hatten die SWM wieder alle Kunden am Netz. "Um ca. 9:50 Uhr konnten wir schon wieder die Hälfte aller betroffenen Kunden (15.00) mit Strom versorgen. Um 10:48 Uhr waren dann wieder alle am Netz", sagte SWM-Sprecher Miehling.

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