Nicht jeder überzeugt TSV 1860: Die AZ-Zeugnisse für Sechzigs Ballermänner um Mölders

Der TSV 1860 stellte eine der besten Offensivreihen der ersten Liga - doch nicht jeder wusste zu überzeugen. Foto: imago images / Sven Simon

Die Löwen-Offensive ist die fünftbeste der Liga, doch ohne Mölders nur die Hälfte wert – weil mehrere Profis unter ihrer Form spielen.

 

München - Dreiundsechzig Buden gehen hauptsächlich auf ihre Kappe. Die Ballermänner des TSV 1860 trugen ihren Teil dazu bei, dass die Löwen als fünftbeste Offensive bis zum letzten Spieltag ihre Chance auf die Aufstiegsrelegation hatten.

Torjäger Sascha Mölders schwang sich zur Höchstform auf, Stefan Lex kam endlich so richtig an bei seinen Sechzgern, doch mehrere Akteure konnten den Erwartungen aus verschiedenen Gründen nicht gerecht werden. In Teil drei der Zeugnisse bewertet die AZ Sechzigs Angreifer.

Nico Karger, Note 4

Vom King "Karges" zum Sorgenkind. Aufgrund seines Muskelrisses fiel die Saison 2019/20 erstmal flach für den schnellen und torgefährlichen Angreifer. Köllner warf den Aufstiegshelden nach der Winterpause öfter rein, doch mehr als 199 Spielminuten und acht Kurzeinsätze kamen nicht dabei rum – dabei konnte Karger sein schlummerndes Können kaum zeigen.

Benjamin Kindsvater, Note 4

Kennt das Karger-Problem nur zu gut: Langwierige Leistenprobleme begannen just in dem Moment, als sein Förderer Bierofka Sechzig verließ. Zuvor 13 Saison-Einsätze, aber trotz seiner großen Stärke in Eins-gegen-Eins-Duellen mit zwei Vorlagen und ohne Tor insgesamt zu wenig Ertrag. Danach nur noch ein einziger Kurzeinsatz im Saisonfinale gegen Ingolstadt.

Fabian Greilinger, Note 3

Junglöwe Nummer drei, der in der abgelaufenen Saison auf sich aufmerksam machen konnte. "Ein frecher Hund, der sich nichts scheißt", beurteilte ihn Bierofka einst – in Gedanken an den jungen Linksaußen Bierofka, der sich ebenfalls nichts geschissen hatte. Unter Köllner zunächst unberücksichtigt, konnte Greilinger seine Schnelligkeit und Unbekümmertheit auch im Saisonendspurt zeigen. Macht Lust auf mehr.

Stefan Lex, Note 2

Beste Saison des spielenden Löwen-Fans im Sechzger-Gewand, das er schon von Kindesbeinen an trug. Sieben Tore und elf Assists in 29 Saisonspielen – eine starke Bilanz des quirligen Stürmers. Vor allem die Versetzung ins (Sturm-)Zentrum brachte ihn besser zur Geltung und ihm den Spitznamen "(L)Express" ein.

Sascha Mölders, Note 2

Löwe der Saison. Haute 15 Tore und 15 Assists raus – und das trotz seines Alters (35), seines Bäuchleins und des Trainerwechsels. Gerade nach seinem erklärten Karriereende wie entfesselt, hat der Ex-Bundesligaspieler doch wieder Bock auf Profifußball. Damit zweitbester Scorer der Liga, einziger Löwe in der Magenta-Elf der Saison. 48-prozentiger Sechzger, wenn man so will, weil er fast bei der Hälfte aller 63 Tore irgendein Körperteil im Spiel hatte. Und natürlich: "Fußballgott" aller Blauen. Aktuell pokert er mit 1860, inklusive "Geheimtreffen" mit Hachings Präsident Manni Schwabl, um eine Vertragsverlängerung – Ausgang offen.

Markus Ziereis, Note 4

Wenn sich über einen Stürmer Aussagen häufen, wie wichtig er fürs Mannschaftsklima ist, bedeutet das meist zweierlei: Er scheint einen guten Charakter zu haben, aber seine Fähigkeiten auf dem Rasen nicht allzu oft unter Beweis stellen zu können. Nur ein Tor und eine Vorlage des Dauer-Reservisten sprechen eine klare Sprache, weshalb "Zier" seine Sechzger und den Schafkopf-Stammtisch verlässt.

Prince Owusu, Note 4

Der "Prince von Giesing" avanciert vom Drittliga-Joker zum Bundesliga-Aufsteiger. Bei 1860 mit je vier Toren und Vorlagen in 28 Spielen unter den Erwartungen. "Es muss nur Klick machen", sagte Trainer Köllner im Winter-Trainingslager über sein oftmals zu umständliches Spiel trotz überragender Anlagen. Klick machte es beispielsweise bei Owusus Last-Minute-Kopfballtreffer zum umjubelten 4:3 gegen Chemnitz. Ansonsten klickte es zu selten.

Noel Niemann, Note 3

Junglöwe Nummer vier, der sich ins Rampenlicht spielen konnte – und wie: Zwei Treffer, zwei Assists und viele Wirbelwind entfachende, aber zu oft auch wirkungslose Dribblings genügten, um sich bei Bielefeld begehrt zu machen. Aufstrebender Drittliga-Youngster, seine Bundesliga-Tauglichkeit wird er aber noch unter Beweis stellen müssen.

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