Newsblog zum Anschlag in Berlin Drei Festnahmen in Tunesien: Zusammenhang mit Amri

, aktualisiert am 24.12.2016 - 13:56 Uhr
Die Leiche von Anis Amiri liegt in Mailand auf der Straße. Oben rechts ein Screenshot aus dem angeblichen Bekennervideo Amris. Foto: dpa/AZ

Bei einem Anschlag in Berlin sind zwölf Menschen ums Leben gekommen, viele wurden verletzt. Am Freitag wird der mutmaßliche Attentäter in Mailand entdeckt und erschossen. Alle Entwicklungen im News-Blog.

Es ist fünf Tage vor Heiligabend, die Menschen trinken fröhlich Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin, als das Grauen über sie hereinbricht. Gegen 20 Uhr brettert ein dunkler Lastwagen über den Bürgersteig, fährt direkt in den Markt hinein.

Auf einer Strecke von 50 bis 80 Metern werden Menschen überrollt, Buden eingedrückt, Markstände in Kleinholz verwandelt. Viele Besucher haben keine Chance. Zwölf Menschen sterben, rund 50 weitere werden teils lebensgefährlich verletzt.

Inzwischen ist sicher, dass es sich bei dem Vorfall um einen Anschlag handelt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zur schrecklichen Tat bekannt. Nachdem zunächst ein falscher Verdächtiger wieder freigelassen wurde, konzentrierten sich die Ermittlungen auf den Tunesier Anis Amri. Ermittler fanden seine Ausweisdokumente im Führerhaus des Lastwagens, der in den Weihnachtsmarkt fuhr. Nach einer europaweiten Öffentlichkeitsfahndung wurde Amri bei einer Routinekontrolle in Mailand von einem Polizisten erschossen. LKurz danach tauchte ein angebliches Bekennervideo.

Lesen Sie alle Entwicklungen im AZ-Newsblog.

+++ BKA: Sieben Deutsche unter Todesopfern +++

Die Opfer des Terroranschlags von Berlin sind nach Angaben des Bundeskriminalamtes identifiziert. Unter den Toten seien sieben Deutsche sowie Menschen mit tschechischer, ukrainischer, italienischer, israelischer sowie polnischer Staatsangehörigkeit. Angaben zu Geschlecht und Alter machte eine Sprecherin in Wiesbaden mit Verweis auf Persönlichkeitsrechte nicht. Kinder seien aber nicht unter den Getöteten.

+++ Neffe von Amri in Tunesien festgenommen +++

Tunesische Sicherheitskräfte haben drei Männer festgenommen, die mit dem mutmaßlichen Attentäter von Berlin in Verbindung stehen sollen. Einer der Verdächtigen sei der Neffe von Anis Amri, teilte das Innenministerium in Tunis am Samstag mit.

+++ Italienischer Polizist erfolgreich operiert +++

Der von Anis Amri angeschossene Polizist wurde erfolgreich operiert. Auf Twitter wurde ein Foto vom Krankenbett veröffentlicht. Die Polizei zeigte zudem ein Foto von seiner Uniform mit dem Einschussloch:

+++ Angebliches Bekennervideo aufgetaucht +++

Das IS-Sprachrohr Amak hat ein Video veröffentlicht, auf dem der mutmaßliche Berlin-Attentäter Anis Amri zu sehen sein soll. Auf der knapp dreiminütigen Aufnahme schwört dieser dem Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue.

+++ De Maizière "erleichtert" über Ausschaltung Amris +++

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat mit großer Erleichterung auf die Ausschaltung des mutmaßlichen Terroristen Anis Amri reagiert. "Ich bin sehr erleichtert, dass von diesem Attentäter keine Gefahr mehr ausgeht", sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Er beglückwünschte die italienischen Behörden und bedankte sich bei den beiden Polizisten, die Amri gestellt hatten. Der Tunesier starb am frühen Freitagmorgen durch eine Polizeikugel bei Mailand.

+++ Berliner Polizei ermittelt wegen Geheimnisverrats +++

Der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat mitgeteilt, dass die Berliner Polizei in ihren eigenen Reihen wegen Geheimnisverrats ermittelt. "Für uns ist ärgerlich, dass Informationen ganz offensichtlich auch aus den Sicherheitsbehörden heraus an die Medien getragen wurden", so der Innensenator am Freitag.

+++ Auch Generalbundesanwalt bestätigt Tod +++

Auch der Generalbundesanwalt hat in Karlsruhe den Tod Amris bestätigt. Bei einem kurzen Statement in Karlsruhe sagte der GBA außerdem, dass weiter nach etwaigen Hintermännern und Unterstützer gesucht werde. Bundesinnenminister de Maizière will sich außerdem um 14:15 Uhr zum "Fahndungserfolg" (sic) äußern.

+++ Das Netz feiert die Polizisten - "Italien muss stolz sein. Punkt" +++

Die beiden Polizisten Christian Movio und Luca Scatà haben bei dem Feuergefecht Anis Amri getötet. Auf Facebook und Twitter werden die beiden nun für ihre Tat gefeiert, besonders Scatà gratulieren die User für seinen "glücklichen Schuss".

Auch der Innenminister Italiens lobte die beiden Männer ausdrücklich: Italien muss stolz sein. Ich wiederhole: Stolz sein. Punkt."

+++ De Maizière will sich am Nachmittag äußern +++

Bundesinnenminister De Maiziére will sich im Laufe des Tages in Berlin äußern. Derzeit laufen die Ermittlungen noch, zu Details könne sich der Minister erst nach Abschluss der Spurensicherung äußern, so ein Sprecher. Italiens Ministerpräsident Gentiloni sagte derweil in einer kurzen Stellungnahme, dass die deutschen Behörden sofort informiert wurden.

Er dankte zudem den beiden jungen Polizisten. "Der Staat ist da, Italien ist da", so Gentiloni in Rom.

+++ Polizist war noch in Probezeit +++

Der Polizist, der Amri tödlich traf, war laut Minniti noch in der Probezeit. Die Beamten hätten keine andere Wahl gehabt, als das Feuer zu erwidern. Die deutschen Behörden geben derweil immer noch keine endgültige Bestätigung über den Tod Amris.

Laut des Sprechers des Bundesinnenministeriums gab es aber über den BKA-Verbindungsbeamten einen Austausch der italienischen mit den deutschen Polizeibehörden.

+++ Bei Kontrolle Feuer eröffnet +++

Der nach dem Berliner Terroranschlag mit mindestens zwölf Toten europaweit gesuchte Tunesier Anis Amri ist nach offiziellen italienischen Angaben tot. Wie Innenminister Marco Minniti am Freitagvormittag mitteilte, wurde der mutmaßliche islamistische Terrorist in Mailand erschossen.

Er sei bei einem Schusswechsel mit der Polizei in den Morgenstunden getötet worden, sagte Minniti bei einer Pressekonferenz in Rom. Der 24-Jährige habe bei einer Routinekontrolle "ohne zu zögern" eine Waffe gezogen und geschossen. Ein an der Schulter getroffener Polizist schwebe nicht in Lebensgefahr, sagte Minniti. Die Fingerabdrücke Amris seien eindeutig identifiziert. Der Tunesier hatte jahrelang in Italien gelebt, zeitweise war er dort in Haft.

+++ Innenminister bestätigt Tod Amiris +++

Der italienische Minister hat den Tod Amiris bestätigt. Die Italiener glichen die alten Fingerabdrücke, die sie von der Haftzeit Amiris hatte, mit der Leiche ab. Am Ort des Schusswechsels in Mailand sichert derzeit die Spurensicherung alle Spuren.

Unter anderem auch die Waffe, mit der wohl auch der polnische Beifahrer im Führerhaus erschossen wurde. Italiens Innenminister bedankte sich derweil persönlich bei den beiden "sehr jungen" Beamten, die Amri kontrollierten und letzlich erschossen.

+++ Reuters: Amri in Mailand erschossen +++

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet mit Bezug auf italienische Sicherheitskreise, dass Anis Amri in Mailand erschossen wurde. Eine Bestätigung der deutschen Behörden hierzu steht noch aus. Amri soll in einer Polizeikontrolle das Feuer eröffnet haben und sei auf der Flucht erschossen worden. Mehr dazu hier.

+++ Spur auch nach Hamburg? +++

Aktuell prüft die Hamburger Polizei eine Verbindung des Terrorverdächtigen Amri in die Hansestadt. Dort wurde im Oktober ein 16-Jähriger auf einer Parkbank erstochen, der Täter ist bis heute nicht gefunden. Die Mordkommission habe Ähnlichkeiten zwischen dem Terrorverdächtigen Amri und dem Phantombild in dem Hamburger Mordfall festgestellt, berichteten die Zeitungen der Funke-Gruppe.

Zu der Tat in Hamburg hatte sich auch der "IS" bekannt. Ein Polizeisprecher bestätigte den Bericht. "Das ist eine weitere Spur, der wir nachgehen. Nach derzeitigem Stand gibt es da aber keine Hinweise."

+++ Polizei-Razzien in Duisburg und Oberhausen +++

Während in Berlin immer mehr Hinweise zum Tathergang und neue Spuren ans Licht kommen, sind die Hintergründe der Festnahmen in Nordrhein-Westfalen noch völlig unklar. Spezialeinheiten fassten am frühen Freitagmorgen in Duisburg zwei 28 und 31 Jahre alte im Kosovo geborene Brüder, deren angebliche Anschlagspläne das Centro-Kaufhaus im benachbarten Oberhausen betrafen - eines der größten deutschen Einkaufszentren.

"«Derzeit wird mit Hochdruck ermittelt, wie weit die Vorbereitungen vorangeschritten waren und ob weitere Personen daran beteiligt sind", teilte die Polizei mit.

+++Anis Amri kurz nach Anschlag in Moabit gesichtet+++

Der Terrorverdächtige Anis Amri ist nach einem Bericht des rbb wenige Stunden nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an einem Salafistentreffpunkt in Berlin-Moabit gefilmt worden. Der Sender veröffentlichte am Donnerstagabend Observationsbilder, die den 24 Jahre alten Tunesier vor einem Moschee-Verein zeigen sollen. Demnach wurde Amri am frühen Dienstagmorgen gefilmt, also knapp acht Stunden nach dem Anschlag. Weitere Observationsbilder sollen den Tunesier an derselben Stelle am 14. und 15. Dezember zeigen. Die Berliner Polizei wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.

Ort der Observation war die Vorderseite des Gebäudes des Moschee-Vereins. Dieser war am Donnerstag nach dpa-Informationen von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei gestürmt worden. Der Moschee-Verein "Fussilet 33" wird im jüngsten Bericht des Berliner Verfassungsschutzes als Treffpunkt von Islamisten geführt. Beim Islamunterricht sollen dort Muslime - meist Türken und Kaukasier - für den bewaffneten Kampf der Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien radikalisiert worden sein.

+++ Video zeigt Moment des Terroranschlags +++

Der Moment des Terroranschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt ist auf dem Video einer Autokamera festgehalten. Das von der "Bild" am Donnerstagabend veröffentlichte Video zeigt aus der Perspektive eines Autofahrers, wie der Lastwagen mit hohem Tempo ungebremst in den Weihnachtsmarkt fuhr. Kurze Zeit später ist zu sehen, wie Menschen vom Tatort weglaufen. Entgegen anderslautenden Aussagen scheinen die Scheinwerfer des Lasters zur Tatzeit eingeschaltet gewesen zu sein. Einblicke in den Weihnachtsmarkt selbst gewährt das Video nicht

+++ Haftbefehl gegen Amri erlassen+++

Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft sagte am Abend, gegen den flüchtigen Amri sei Haftbefehl erlassen worden. Sie wollte auf weitere Fragen und Spekulationen nicht eingehen. Sie wies aber darauf hin, dass verschiedene Orte in Nordrhein-Westfalen und Berlin, an denen sich Amri aufgehalten haben soll, durchsucht worden seien. Auch ein Reisebus in Heilbronn sei durchsucht worden. Festnahmen habe es keine gegeben.

+++SEK stürmt Salafistentreffpunkt+++

In Berlin stürmte ein Spezialeinsatzkommando der Polizei am Donnerstag nach dpa-Informationen auch einen Salafistentreffpunkt im Stadtteil Moabit. Dort soll auch Amri verkehrt haben. Die "Berliner Zeitung" berichtete, bei dem Einsatz gegen den Moschee-Verein "Fussilet 33" seien Blendgranaten benutzt und eine Tür aufgesprengt worden. Der Moschee-Verein "Fussilet 33" wird im jüngsten Bericht des Berliner Verfassungsschutzes als Treffpunkt von Islamisten geführt.

+++ Merkel hofft auf "baldige Festnahme" +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einer "hoffentlich baldigen Festnahme". Sie lobte die "hochprofessionelle Arbeit" der BKA-Mitarbeiter und der Landesbehörden. Die Zusammenarbeit laufe "reibungslos und mit großem Elan". Die Kanzlerin betonte, man sei "in jeder Stunde" in Gedanken bei den Opfern des Anschlags. Gerade ihnen schulde man einen Erfolg.

+++ De Maizière: Fingerabdrücke von Amri am Lkw gefunden +++

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) teilte am Donnerstag bei einem Besuch des Bundeskriminalamtes in Berlin mit, dass die Ermittler Fingerabgedrücke des Terrorverdächtigen Anis Amri gefunden haben.

+++ Bericht: Fingerabdrücke auch am Lenkrad gefunden +++

Der Verdacht erhärtet sich: Wie die "Berliner Zeitung" erfuhr, sollen Fingerabdrücke von Amri auch am Lenkrad des Sattelschleppers entdeckt worden sein.

+++ Amris Fingerabgedrücke an Lkw-Tür gefunden +++

Wie die "Tagesschau" berichtet, wurden die Fingerabgedrücke des Verdächtigen Anis Amri an der Tür des Anschlag-Lkw's gefunden.

+++ Das Jahr des Terrors +++

Im Jahr 2016 schlugen Terroristen an vielen Orten zu, auch Deutschland wurde mehrfach getroffen. Ob Attentate, Amokläufe oder Anschläge - das Leben in Deutschland ist ein anderes. Hier lesen Sie eine Bestandsaufnahme.

+++ Razzia in Emmerich +++

Polizisten haben eine Flüchtlingsunterkunft im nordrhein-westfälischen Emmerich durchsucht. Die Aktion am Donnerstagmorgen, an der schätzungsweise 100 Beamte beteiligt waren, darunter Spezialeinsatzkräfte, war nach etwa einer Stunde beendet.

Über das Ergebnis war zunächst nichts bekannt. Bereits am Mittwoch hatten in der Nähe des Heimes Polizisten Position bezogen. Ein Sprecher der Polizei wollte sich zu der Durchsuchungsaktion nicht näher äußern und verwies auf den Generalbundesanwalt. Aus Karlsruhe war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

+++ "Welt": SEK stürmt Berliner Wohnungen - Amri nicht angetroffen +++

Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei laut einem Medienbericht zwei Wohnungen in der Hauptstadt gestürmt, den gesuchten Verdächtigen aber nicht angetroffen. Der mutmaßliche Attentäter Anis Amri sei in einer der Wohnungen vermutet worden, meldete die "Welt" (Online) am Mittwochabend. Bei der Razzia gegen 20 Uhr sei aber lediglich ein anderer Mann überwältigt worden. Die Berliner Polizei verwies auf Nachfrage an die Bundesanwaltschaft. Die Karlsruher Behörde war für eine Stellungnahme am Abend nicht zu erreichen.

+++ Berichte: Amri saß in Italien im Gefängnis +++

Anis Amri soll nach italienischen Medienberichten vier Jahre in Italien im Gefängnis gesessen haben. Anis Amri sei 2011 als Flüchtling nach Italien gekommen und in einem Auffanglager für Minderjährige auf Sizilien untergebracht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Mittwochabend unter Berufung auf Ermittlerkreise. In dem Lager habe er Sachbeschädigungen und "diverse Straftaten" begangen.

Nach Berichten der Zeitung "La Stampa" soll er das Auffanglager angezündet haben. Als Volljähriger wurde er den Informationen zufolge festgenommen, kam vor Gericht und wurde zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach Verbüßung der Strafe sei er des Landes verwiesen worden, hieß es weiter. Bei der geplanten Ausweisung habe es jedoch Probleme mit den tunesischen Behörden gegeben. Amri habe Italien verlassen und sich nach Deutschland absetzen können.

+++ Ermittler verhören Familie von Amri +++

Tunesische Ermittler haben nach einem Medienbericht die Familie des mutmaßlichen Attentäters von Berlin verhört. Eine Anti-Terror-Einheit sei am Mittwoch vor dem Haus der Familie in der nordöstlichen Provinz Kairouan vorgefahren, berichtete am Mittwoch die tunesische Zeitung "Al-Chourouk" unter Verweis ihren eigenen regionalen Korrespondenten. Die Familie habe den Beamten gesagt, dass sie keinen steten Kontakt mit Anis Amri gehabt habe, seitdem er das Haus während der arabischen Aufstände Ende 2010 verlassen habe. Chourouk zufolge lebt die Familie in ärmlichen Verhältnissen. Kairouan gilt als Salafistenhochburg.

+++ Amri wurde monatelang in Berlin observiert +++

Anis Amri ist in der Hauptstadt über Monate auf Anweisung der Generalstaatsanwaltschaft überwacht worden. Die Ermittlungen seien aufgrund von Hinweisen von Sicherheitsbehörden des Bundes eingeleitet worden, teilte die Berliner Ermittlungsbehörde am Mittwochabend mit. Es habe Informationen gegeben, wonach der in Nordrhein-Westfalen als "Gefährder" geführte Verdächtige einen Einbruch plane, um Geld für den Kauf automatischer Waffen zu beschaffen - "möglicherweise, um damit später mit noch zu gewinnenden Mittätern einen Anschlag zu begehen". Die Observierung im Zeitraum von März bis September dieses Jahres habe aber keine Hinweise auf ein staatsschutzrelevantes Delikt erbracht.

+++ Kundgebungen in Berlin +++

Mehrere hundert Menschen haben nahe dem Ort des Berliner Terroranschlags gegen einen Aufzug der NPD protestiert. Sie trugen rote Herzen und Plakate mit der Aufschrift "Keine Nazis, nirgends. Keine Islamisten, nirgends". Die rechtsextreme Partei hatte zuvor ebenfalls in der Nähe des Breitscheidplatzes zu einer Demonstration unter dem Motto "Grenzen dicht machen" aufgerufen, zu der rund 50 Menschen kamen.

+++ CSU-Politiker Mayer: Merkel nicht verantwortlich +++

Der CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer sieht einen direkten Zusammenhang zwischen dem Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland und dem erhöhten Terror-Risiko - auch wenn er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ausdrücklich in Schutz nimmt. Es sei falsch, die Kanzlerin für den Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt verantwortlich zu machen, betonte Mayer am Mittwoch in Berlin. Es sei aber ebenso falsch, zu behaupten, dass die Flüchtlingskrise nichts mit der gestiegenen Terrorgefahr in Deutschland zu tun habe, sagte der Bundestags-Abgeordnete nach einer Sondersitzung des Innenausschusses.

+++ Offizieller Fahndungsaufruf +++

+++ Personenbeschreibung von Anis Amri +++

Anis Amri, 24 Jahre alt, tunesische Staatsangehörigkeit, 178 cm groß, circa 75 kg. Schwarze Haare, braune Augen, Hautveränderungen an Hals und linker Nasenwurzel. Zur Tatzeit trug der Gesuchte dunkle Kleidung, helle Schuhe und einen weißen Schal. Die Generalbundesanwaltschaft warnt. Amri könnte gewalttätig und bewaffnet sein!

+++ Polizei leitet Öffentlichkeitsfahndung ein – 100.000 Euro Belohnung +++

Am frühen Mittwochabend gab das Bundeskriminalamt bekannt, ab sofort öffentlich nach dem Verdächtigen Anis Amri zu fahnden. Im Auftrag des Generalbundesanwalts wurde der 24-jährige Tunesier europaweit ausgeschrieben, teilte die Karlsruher Behörde am Mittwoch mit. Für Hinweise, die zum Ergreifen des Verdächtigen führen, hat die Generalbundesanwaltschaft eine Belohnung von bis zu 100.000 Euro ausgesetzt.

"Wenn Sie die gesuchte Person sehen, benachrichtigen Sie die Polizei. Bringen Sie sich selbst nicht in Gefahr, denn die Person könnte gewalttätig und bewaffnet sein!" Hinweise bitte an das Bundeskriminalamt unter Tel. 0800 0130 110.

+++ Mindestens zwei Opfer kamen aus Brandenburg +++

Bei dem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin sind nach bisherigen Erkenntnissen auch zwei Menschen aus dem Land Brandenburg ums Leben gekommen. Es handele sich um einen 32 Jahre alten Mann aus Brandenburg an der Havel und um eine 53-jährige Frau aus dem Landkreis Dahme-Spreewald, teilte das Innenministerium in Potsdam am Mittwoch mit.

+++ Charlie Hebdo macht mit Berliner Anschlag auf +++

Die deutsche Ausgabe des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" macht ihr neues Heft mit dem Berliner Terroranschlag auf. Auf der vorab verbreiteten Titelseite ist ein Lebkuchenhaus zu sehen, aus dem mehrere Gewehrläufe ragen. "Sie werden unsere Art zu leben nicht verändern", lautet der Text zum Bild des Zeichners Foolz.

+++ Ergebnisse der Jäger-PK +++

Gegen den aktuellen Tatverdächtigen wurde bereits wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat ermittelt. Das Landeskriminalamt NRW habe ein entsprechendes Verfahren gegen Anis A. initiiert, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Mittwoch in Düsseldorf. Die Ermittlungen dazu seien in Berlin geführt worden. Dort habe der Verdächtige seit Februar 2016 seinen Lebensmittelpunkt gehabt und sei nach heutigem Kenntnisstand zuletzt nur kurz in Nordrhein-Westfalen gewesen. Die Sicherheitsbehörden hätten ihre Erkenntnisse über ihn im gemeinsamen Terrorabwehrzentrum ausgetauscht, zuletzt im November 2016.

Der Mann sei im Juni 2016 als Asylbewerber abgelehnt worden. "Der Mann konnte aber nicht abgeschoben werden, weil er keine gültigen Ausweispapiere hatte", sagte Jäger. Tunesien habe lange Zeit bestritten, dass es sich bei dem Mann um einen Tunesier handele. Die für die Abschiebung wichtigen tunesischen Ausweispapiere seien erst zwei Tage nach dem fatalen Berliner Anschlag bei den deutschen Behörden eingetroffen, betonte der Minister.

+++ Betonblöcke in Berlin aufgestellt +++

Der Weihnachtsmarkt am Potsdamer Platz wurde am Mittwoch mit rund einem Dutzend Betonblöcken eingegrenzt. Polizisten liefen verstärkt Streife. Auch am Brandenburger Tor, wo Deutschlands größte Silvesterfeier unter freiem Himmel trotz der Attacke mit zwölf Toten geplant ist, sollen Poller aufgestellt werden, wie eine Polizeisprecherin sagte. Das sei ein zusätzlicher Schutz für die Menschen.

+++ Verdächtiger ist Tunesier +++

Die Polizei fahndet nach dem Tunesier Anis A. Der Mann soll unter vier Alias-Namen unterwegs sein und als Gefährder gelten.

Anis A. gilt als dringend tatverdächtig. Foto: AZ

+++ Weihnachtsmarkt öffnet am Donnerstag wieder +++

Nach dem Anschlag vom Montagabend soll der Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz am Donnerstag wieder geöffnet werden. Das sagte eine Sprecherin des Schaustellerverbands Berlin auf am Mittwoch auf Anfrage.

Alle anderen Weihnachtsmärkte in der Bundeshauptstadt machten bereits am Mittwoch wieder auf.

+++ Ausweispapiere gefunden, neuer Tatverdächtiger ermittelt +++

Jetzt geht es doch alles ganz schnell. Wie unter anderem die "Mainzer Allgemeine Zeitung" und "Spiegel Online" berichten, wurde im Führerhaus des Lkw Ausweispapiere gefunden. Diese sollen einem Tunesier gehören, der nun als dringend Tatverdächtiger bundesweit gesucht wird.

Zudem stehen laut Sicherheitskreisen "unmittelbare Maßnahmen" in NRW bevor

+++ Schneller Fahndungserfolg? +++

Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt sieht der Bund Deutscher Kriminalbeamter gute Chancen auf einen schnellen Fahndungserfolg. "Ich bin relativ zuversichtlich, dass wir vielleicht schon heute oder in naher Zukunft einen neuen Tatverdächtigen präsentieren können", sagte der Gewerkschafts-Vorsitzende André Schulz Mittwochmorgen im ZDF Morgenmagazin.

Vieles könne derzeit nicht verraten werden, aber es gebe "gute Hinweise" und "sehr viele Ansatzpunkte". Die Berliner Polizei hat nach eigenen Angaben mehr als 500 Hinweise zu dem Attentat am Montagabend an der Gedächtniskirche erhalten.

Neben Zeugenaussagen werten die Ermittler Schulz zufolge DNA-Spuren und Fingerabdrücke aus. Mit GPS-Daten vom Tatabend werde nach dem Handy des Täters gesucht. Auf dieser Basis könne ein Bewegungsbild erstellt werden. "Wir haben viele Möglichkeiten, um die Person auch zu finden", sagte Schulz.

Auch Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte sich nach der Freilassung des ersten Verdächtigen optimistisch gezeigt. Es gebe Fahndungsansätze, weshalb er zuversichtlich sei, dass es Fortschritte in den Ermittlungen geben werde, sagte er im ZDF.

+++ Suche nach Täter geht weiter +++

Auch nach der Freilassung eines Verdächtigen tappen die Ermittler nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) nicht im Dunklen. Es gebe Fahndungsansätze und deswegen sei er zuversichtlich, dass es Fortschritte in den Ermittlungen geben werde, sagte der Minister am Abend im ZDF.

"Es ist nicht auszuschließen, dass der Täter flüchtig ist", ergänzte de Maizière. Er bekräftige, es habe vorab keine konkreten Hinweise auf einen geplanten Anschlag auf den Markt gegeben. Der Berliner Polizei sei kein Vorwurf zu machen. Sie habe auch in der Krise gut reagiert.

Die Festnahme des Flüchtlings als Tatverdächtigen am Montagabend und seine Freilassung am Dienstagabend sei keine Panne, betonte de Maizière. Das gebe es auch in anderen Fällen. "Das ist Ermittlung und keine Panne." De Maizière stimmte die Deutschen auf stärkere Sicherheitsvorkehrungen bei Großveranstaltungen ein. "Wir werden vorsichtiger sein müssen."

+++ Leipziger Weihnachtsmarkt gedenkt Berlin +++

Auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt ist am Dienstagabend mit einer Schweigeminute der Opfer des Anschlags in Berlin gedacht worden. Kurz nach 20.00 Uhr erloschen vorübergehend die Lichter des großen Baumes, und viele Besucher verharrten still im Stadtzentrum. An dem Gedenken in Leipzig nahmen auch Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Polizeipräsident Bernd Merbitz teil.

+++ Tatort bleibt gesperrt +++

Der Schauplatz des Anschlags auf einen Berliner Weihnachtsmarkt, der Breitscheidplatz, bleibt auch am Mittwoch weiträumig abgeriegelt. Die Polizei begründete diesen Schritt am Dienstagabend mit der andauernden Ermittlungsarbeit des Landeskriminalamtes.

Zu der Bluttat vom Montagabend seien inzwischen 508 Hinweise über das dafür bereitstehende Telefon eingegangen, twitterte das Polizeipräsidium in Berlin.

+++ Müller: Kein Grund sich einzuschließen +++

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat die Bürger der Stadt aufgerufen, sich nicht von dem Weihnachtsmarkt-Anschlag einschüchtern zulassen.

"Richtig ist: Die Augen offen zu halten, sich umzusehen, wachsam zu sein", sagte Müller am Dienstagabend in der ARD. Man könne sich aber in der Öffentlichkeit bewegen.

"Es gibt keinen Grund für Angst oder sich zu Hause einzuschließen."

+++ IS bekennt sich zu Anschlag +++

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Angriff auf den Weihnachtsmarkt in Berlin für sich in Anspruch genommen. Das IS-Sprachrohr Amak meldete am Dienstag im Internet, ein IS-Kämpfer sei für den Angriff verantwortlich gewesen.

+++ De Maiziére: Ermittler tappen nicht im Dunkeln +++

Bundesinnenminister Thomas de Maiziére ist optimistisch, dass schon bald ein Fahndungserfolg gelingt. Es gebe Fahndungsansätze und deswegen sei er zuversichtlich, dass es Fortschritte in den Ermittlungen geben werde, sagte der Minister am Abend im ZDF.

"Es ist nicht auszuschließen, dass der Täter flüchtig ist", ergänzte de Maizière. Er bekräftige, es habe vorab keine konkreten Hinweise auf einen geplanten Anschlag auf den Markt gegeben. Der Berliner Polizei sei kein Vorwurf zu machen. Sie habe auch in der Krise gut reagiert.

+++ Verdächtiger wieder frei! +++

Nach dem Lastwagen-Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz ist der zunächst festgenommene Verdächtige wieder frei. Es sei kein Haftbefehl erlassen worden, teilte die Bundesanwaltschaft am Dienstagabend in Karlsruhe mit.

+++ Trauergottesdienst hat begonnen +++

In der Berliner Gedächtniskirche hat der Gedenkgottesdienst zu Ehren der Opfer begonnen. Daran teil nehmen unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller.

+++ Reaktionen auf den Anschlag +++

Politiker und Prominente, egal ob aus Berlin, München oder der Welt, sind angesichts des Terroranschlags von Berlin erschüttert. Die aktuellen Stimmen zur Horror-Nacht auf dem Weihnachtsmarkt finden Sie hier

Auch in den sozialen Medien ist die Fassungslosigkeit nach dem Anschlag von Berlin groß: Die junge Muslima Nemi E. aus Berlin schafft es, das Entsetzen vieler Menschen in einem Facebook-Post in Worte zu fassen. Die ganze Geschichte finden Sie hier

+++ Erschossener Lkw-Fahrer: "Einer der letzten Guten"

Er war vermutlich das erste Opfer der Horror-Nacht von Berlin: der polnische Lkw-Fahrer, den Sanitäter erschossen auf dem Beifahrersitz des 40-Tonners fanden. Am Dienstagmorgen bestätigte Ariel Zurawski, der Besitzer der Spedition in Sobiemysl (Frankenberg), den Tod seines Angestellten. Der 37-jährige Familienvater war sein Cousin. Die ganze Geschichte finden Sie hier

+++ Kommt der Festgenommene noch heute frei? +++

Die Entscheidung über den weiteren Umgang mit dem Tatverdächtigen von Berlin fällt möglicherweise noch heute. "Es ist möglich, dass wir heute Abend entscheiden: Er ist es aus unsere Sicht nicht", sagte Generalbundesanwalt Peter Frank. BKA-Chef Münch sagte, es gelte die Ergebnisse der Spurensicherung abzuwarten. Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt sagte, die Beschreibungen des geflüchteten Täters seien noch nicht konkret genug.

+++ Verdächtiger "kein eingestufter Gefährder +++

BKA-Präsident Münch sagte, der mutmaßliche Täter von Berlin sei der Polizei zwar bekannt gewesen, aber nicht im Zusammenhang mit Waffen oder wegen möglicher Kontakte ins islamistische Spektrum. Er sei "kein eingestufter Gefährder" gewesen.

+++ Handy bei Hausdurchsuchung gefunden +++

Bei der Hausdurchsuchung wurde ein Handy gefunden – die endgültige Auswertung des Geräts stehe allerdings noch aus. Das gab Polizeipräsident Kandt bekannt.

+++ Obduktionsergebnis des polnischen Lkw-Fahrers steht noch aus +++

Laut Generalbundesanwalt Frank stehe das Obduktionsergebnis des polnischen Lkw-Fahrers noch aus. Deswegen sei auch der exakte Todeszeitpunkt noch nicht zu ermitteln.

+++ Verdächtiger eindeutig identifiziert +++

Der verdächtige Festgenommene sei eindeutig indentifiziert. Der Mann sei "Ende des letzten Jahres" als Flüchtling nach Deutschland gekommen.

+++ Bundeskanzlerin Merkel gedenkt den Opfern +++


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstagnachmittag in Berlin. Foto: dpa

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei einem Besuch am Tatort der Opfer des Anschlags auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin gedacht. Nahe der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche legte sie am Dienstag zusammen mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) weiße Rosen nieder.

+++ Ein oder mehrere Täter? +++

Nach den Worten von Generalbundesanwalt Frank ist unklar, ob es eine größere Tätergruppe gibt oder ob der Täter von außen angeleitet wurde. Berlins Polizeipräsident Kandt betonte jedoch, es sei "nicht zwingend notwendig", dass mehr als eine Person beteiligt war. Die Tat sei logistisch "nicht so anspruchsvoll" gewesen.

+++ Endgültige Entscheidung möglicherweise heute Abend +++

Laut Generalbundesanwalt Frank ist es durchaus möglich, dass heute Abend endgültig bekanntgegeben wird, dass es sich bei dem Verdächtigen definitiv nicht um den Täter handelt. Sollte es sich beim Verdächtigen nicht um den Täter handeln, sind die Ermittler auf eine ausreichende Personenbeschreibung angewiesen, so Klaus Kandt.

+++ Verdächtiger nach einer knappen Stunde festgenommen +++

Laut Polizeipräsident Klaus Kandt ging der erste Notruf um 20.02 Uhr ein. Der Verdächtige wurde schließlich um 20.56 Uhr im Bereich der Siegessäule festgenommen.

+++ Schweigeminute bei der Berliner Polizei +++

+++ BKA-Präsident Münch: "Sind hochalarmiert +++

BKA-Präsident Holger Münch kann nicht ausschließen, dass noch immer ein bewaffneter Täter unterwegs ist. Man sei "hochalarmiert", um eventuelle Tatbeteiligte zu identifizieren, sagte Münch. Man wisse nicht sicher, ob der richtige Mann gefasst worden sei und ob es nur einen einzigen Täter gebe.

Polizeipräsident Kandt sagte, es sei möglich, dass ein gefährlicher Straftäter noch im Raum Berlin sei. Die Polizei befinde sich rund um die Uhr in einem Sondereinsatz, der voraussichtlich auch bis Silvester andauern werde.

+++ Polizeipräsident: "Gestern ist Gefahr Realität geworden" +++

Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt: "Die Gefahr ist heute nicht größer als bisher. Nur gestern ist sie eben Realtiät geworden. Es gibt keine hunderprozentige Sicherheit. Ich bin der Überzeugung, dass wir weiterhin unser freies Leben leben sollten."

+++ "Es gibt so viele Möglichkeiten, mit einem Lkw Menschen zu töten" +++

Man könne Weihnachtsmärkte nicht zu Burgen ausbauen, sagte Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt zur Frage, warum auf der Zufahrt zum Breitscheidplatz keine Betonblöcke aufgestellt worden seien. Es gebe neben Weihnachtsmärkten auch eine große Zahl weiterer sogenannter weicher Ziele. "Es gibt so viele Möglichkeiten, mit einem Lkw Menschen zu töten."

+++ Sieben Tote bisher identifiziert +++

Laut BKA-Präsident Holger Münch wurden neben dem verstorbenen Beifahrer bisher sechs weitere Tote identifiziert. Münchens Aussagen zufolge haben diese sechs Personen allesamt die deutsche Staatsbürgerschaft.

+++ Generalbundesanwalt Frank zu Bekennervideo +++

Gibt es schon ein Bekennervideo? - "Wir haben noch kein Bekennervideo. Deswegen ist für uns auch noch nicht abschließend geklärt, was der Hintergrund des Anschlags ist. Aus dem gewählten Ziel und dem Vorgehen des Täters könne man auf ein islamistisches Motiv schließen. Ein solcher Hintergrund ist aber keine feste Annahme. Jetzt muss in alle Richtungen ermittelt werden."

+++ Generalbundesanwalt: Terroristischer Hintergrund +++

Generalbundesanwalt Peter Frank geht beim Anschlag auf einem Berliner Weihnachtsmarkt von einem terroristischen Hintergrund aus. Das sagte er am Dienstag in Berlin. Noch sei es nicht klar, ob es sich um einen Einzeltäter oder mehrere Personen handelt. Auch ob der oder die Täter Unterstützer hatten, ist derzeit noch unbekannt. Frank geht auch darauf ein, dass die Ermittler möglicherweise den falschen Mann geschnappt haben. "Wir müssen uns mit dem Gedanken vertraut machen, dass der Verdächtige eventuell auch nicht der Täter ist."

+++ Feuerwehr: Zahlreiche Menschen lebensgefährlich verletzt +++

Bei dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt haben zahlreiche Menschen lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Berlins Feuerwehrchef Wilfried Gräfling sprach am Dienstag von 18 lebensgefährlich Verletzten, von denen 3 bis zum Dienstagmorgen gestorben seien. Dadurch hatte sich die Zahl der Todesopfer auf dem Weinachtsmarkt auf elf erhöht. Außerdem wurde ein polnischer Lastwagenfahrer getötet. 14 Menschen erlitten laut Gräfling schwere Verletzungen, 17 wurden leicht verletzt.

+++ Sicherheitsmaßnahmen in der Bundesliga +++

Auch die Bundesliga-Vereine und ihre Fans müssen sich nach dem Berliner Anschlag auf verschärfte Sicherheitsmaßnahmen einstellen. Die nächsten Spiele finden am Dienstag und Mittwoch statt. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

+++ IS gab Anleitung für Lastwagen-Attentat +++

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in ihrer Propaganda auch Anleitungen für Angriffe mit Lastwagen auf Zivilisten gegeben. So veröffentlichten die Dschihadisten im November in ihrem Magazin "Rumiyah" einen dreiseitigen Artikel mit genauen Anweisungen, wie Einzeltäter ein solches Attentat verüben sollen. Dabei priesen sie den Angriff mit einem Lastwagen in Nizza als Vorbild.

Ein Fahrzeug sei für einen Angriff gut geeignet, weil es einfach zu beschaffen, aber nicht verdächtig sei. "Es ist eine der sichersten und einfachsten Waffen, die man gegen die Kuffar (Ungläubigen) einsetzen kann", heißt es in dem Artikel. Wichtig sei es, große und schwere Fahrzeuge mit ausreichender Geschwindigkeit auszuwählen. Auch für potenzielle Ziele gibt das Magazin Anweisungen. Geeignet seien Märkte, Festivals, Paraden oder politische Versammlungen.

+++ Papst drückt Anteilnahme aus +++

Auch Papst Franziskus hat sein Mitgefühl ausgedrückt. Die Nachricht über die Gewalttat am Montagabend habe tiefe Betroffenheit in ihm ausgelöst, hieß es in einem Telegramm des Vatikans an den Berliner Erzbischof Heiner Koch am Dienstag. "Papst Franziskus verbindet sich mit allen Menschen guten Willens, die dafür arbeiten, dass der mörderische Wahnsinn des Terrorismus keinen Platz in unserer Welt hat", hieß es darin. Das katholische Kirchenoberhaupt bete für die Verstorbenen und für die Genesung der Verletzten.

+++ Lkw wird abgeschleppt +++

Aktuell wird der Lkw, mit dem der Anschlag verübt wurde, abgeschleppt. Die Polizei sperrt die Straßen ab.


Der Todes-Lkw wird derzeit abgeschleppt. Foto: dpa

+++ Spanischer Ministerpräsident Rajoy zum Anschlag +++

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy meldete sich über Twitter: "Aus New York sende ich dem deutschen Volk meine Solidarität und mein Beileid für die Opfer des Anschlags in Berlin. Europa, eine vereinte Front gegen den Terror."

+++ Sicherheitsmaßnahmen in Bayern +++

Einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd werden dich Sicherheitsmaßnahmen auf Christkindlmärkten im gesamten Freistaat verstärkt. Alle Informationen dazu gibt es hier.

+++ Polizeipräsident: Festgenommer ist womöglich nicht der Täter +++

Der in Berlin festgenommene Terrorverdächtige hat den Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt möglicherweise nicht begangen. "Es ist in der Tat unsicher, ob es der Fahrer war", sagte Polizeipräsident Klaus Kandt am Dienstag.

+++ Martin Schulz: "Dürfen uns nicht beugen" +++

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat Geschlossenheit angemahnt. "Es ist unsere Pflicht, in Einigkeit und Solidarität zusammenzustehen: Mit den Opfern, ihren Familien und den Verletzten", wird Schulz am Dienstag auf dem Twitter-Profil des Europäischen Parlaments zitiert. "Wir müssen stark hinter den Werten stehen, die unsere Nationen untermauern: Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Das sind die Werte, die die Terroristen verachten und die sie versuchen zu zerstören. Wir dürfen und werden uns nicht beugen."

+++ Höhere Sicherheitsmaßnahmen bei Hertha BSC +++

Hertha BSC wird die Sicherheitsmaßnahmen für sein Bundesliga-Heimspiel am Mittwoch gegen den SV Darmstadt 98 erhöhen. Dies teilte der Verein am Dienstag auf einer Pressekonferenz mit. Die Besucher der Partie sollen sich auf längere Wartezeiten an den Einlasskontrollen rechnen. Dort werden mehr Sicherheitskräfte als gewöhnlich eingesetzt. Außerdem soll auf größere Taschen verzichtet werden.

+++ Polnischer Speditionsbesitzer: Lkw-Fahrer wies Kampfspuren auf +++

Nach Angaben des polnischen Speditionsbesitzers hat sich sein Fahrer wahrscheinlich gegen den mutmaßlichen Angreifer gewehrt. "Es war mit Sicherheit zu sehen, dass er gekämpft hatte", beschrieb Ariel Zurawski vor Journalisten ein Polizeifoto, auf dem er seinen Cousin zuvor identifiziert hatte. Auf dem Bild war demnach nur das Gesicht des Opfers zu sehen. Dieses war blutig und geschwollen, wie Zurawski sagte. "Es waren Stichwunden zu sehen", sagte er. Zudem habe die Polizei Zurawski mitgeteilt, dass sein Cousin Schussverletzungen aufwies.

+++ Polizei: "Haben den falschen Mann" +++

Die "Welt" berichtet, dass die Berliner Polizei inzwischen sicher sei, den falschen Mann zu haben. Der wahre Täter sei noch bewaffnet und auf der Flucht, heißt es aus Berliner Polizeikreisen. Bei dem festgenommenen Pakistani handelt es sich demnach nicht um den Todesfahrer.

Die Angaben des Mannes seien überpüft und für richtig erachtet worden.

+++ Bürgermeister Müller +++

Die Situation sei "zutiefst bedrückend", es hätte jeden treffen können, so der Regierende Bürgermeister. Er bedankte sich bei den Rettungskräften der Polizei und Feuerwehr. Auch die Krankenhäuser haben gute Arbeit geleistet.

+++ Pressekonferenz der Berliner Polizei+++

In wenigen Minuten informieren die Berliner Ermittler zum aktuellen Stand ihrer Ermittlungen. Auch die Generalstaatsanwaltschaft will Auskunft geben.

+++ Festgenommener hatte keine blutige Kleidung +++

Der polnische Beifahrer des mutmaßlich als Terrorwaffe benutzten Lkw ist mit einer kleinkalibrigen Waffe erschossen worden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Sicherheitskreisen, Bundesinnenminister bestätigte die Schussverletzung.O

Im Führerhaus des Lastwagens sei zudem blutverschmierte Kleidung gefunden worden. Bei dem später in einiger Entfernung vom Tatort festgenommenen Tatverdächtigen sei dagegen keine mit Blut befleckte Kleidung gefunden worden. Ob dies darauf hindeuten könnte, dass der Mann noch im Lkw die Kleidung gewechselt haben könnte, blieb ebenfalls zunächst unklar.

+++ Trauerbeflaggung angeordnet - Pistole nicht gefunden +++

Der Innenminister hat zudem heute Trauerbeflaggung angeordnet. Der Minister teilt außerdem mit, dass die Pistole, mit der der Beifahrer mutmaßlich erschossen wurde, bisher nicht gefunden wurde.

+++ Bundesinnenminister De Maizière: "Kein Zweifel mehr an Anschlag" - Täter kommt aus Pakistan+++

Bundesinnenminister De Maizière hat in Berlin klargestellt: "Es gibt keinen Zweifel mehr an einem Anschlag". Zudem bestätigte er, dass es eine erschossene Person gibt, die im Fahrerhaus gefunden wurde. Der Festgenomme Tatverdächtige streitet die Tat ab. Daher ermittelt der Generalbundesanwalt "mit Hochdruck" in alle Richtungen.

Der Tatverdächtige stammt aus Pakistan, ist am 31.12.2015 nach Deutschland gekommen, wurde hier registriert und sei dann "etwa im Februar" in Berlin aufgetaucht. Sein Asyl-Verfahren sei nicht endgültig abgeschlosen. Der Mann hätte zweimal angehört werden sollen, dies scheiterte allerdings daran, dass der Mann einmal nicht selber erschienen ist, ein anderes Mal sei die Befragung an einem fehlenden Dolmetscher gescheitert.

+++ CDU-Minister spricht von "Kriegszustand" +++

Klaus Bouillon (CDU), Innenminister des Saarlands und Vorsitzender der Innenministerkonferenz, wählte nach dem Anschlag von Berlin scharfe Worte: "Wir müssen konstatieren: Wir sind in einem Kriegszustand, obwohl das einige Leute, die immer nur das Gute sehen, nicht sehen möchten."

Es seien Nachahmungstaten zu befürchten. Bouillon kündigte daher weiter verschärfte Sicherheitsmaßnahmen an: "Wir werden, wo wir es für erforderlich halten, auch mit schwerem Gerät antreten. Das heißt Langwaffen, Kurzwaffen, Maschinenpistolen."

+++ Verdächtiger streitet alles ab+++

Aus Sicherheitskreisen kommt die Meldung, dass der Verdächtige in seinen Verhören bisher die Tat leugnet. Der 23-Jährige streite bisher alles ab, berichtet auch die Deutsche Presse Agentur.

+++ OB Reiter: "Keine konkrete Gefährdungslage" in München +++

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet: "Ich verurteile diesen barbarischen Anschlag aufs Schärfste. Dieser brutale Akt der Gewalt macht uns alle sehr betroffen. Unsere Gedanken sind in Berlin. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Opfer und den vielen Verletzten. Ich bin in ständigem Kontakt mit der Polizei und dem bayerischen Innenministerium. Die zuständigen Sicherheitsbehörden haben mir mitgeteilt, dass sie die Polizeipräsenz auf den Märkten erhöht haben. Trotzdem gibt es nach deren Einschätzung in München nach wie vor keine konkrete Gefährdungslage."

Mehr zur Gefährdungslage in München erfahren Sie hier.

+++ Verdächtiger hatte "Aufenthaltsgestattung" +++

Laut BKA hatte der Verdächtige eine Aufenthaltsgestattung in Deutschland, er befand sich in einem aktiven Asyl-Verfahren. Sollte sich bestätigen, dass es sich bei dem Täter um einen Flüchtling gehandelt habe, wäre es nach Merkels Worten "besonders widerwärtig gegenüber den vielen, vielen Deutschen, die tagtäglich in der Flüchtlingshilfe engagiert sind und gegenüber den vielen Menschen, die unseren Schutz tatsächlich brauchen und die sich um Integration in unser Land bemühen".

+++ Täter aus Pakistan? +++

Nach Informationen von "Welt/N24" ist der Verdächtige inzwischen identifiziert. Es handelt sich demnach um dem 23-jährigen Navid B., der aus Pakistan stammen soll. Das geht aus einem ersten Lagebericht des Bundeskriminalamts (BKA) hervor, der der Welt vorliegt.

Navid B. sei am 11. Februar in die Bundesrepublik eingereist, der Mann soll zuletzt in Berlins größter Flüchtlingsunterkunft am Flughafen Tempelhof untergebracht gewesen sein. Ein SEK-Kommando durchsuchte in der Nacht das Heim. Der 23-Jährige sei der Polizei zudem wegen kleinerer Delikte bekannt gewesen.

+++ Merkel: "Müssen von einem Terroranschlag ausgehen"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich bei ihrem Statement tief erschüttert. Zudem sagte sie, dass man nach den aktuellen Informationen "von einem Terroranschlag ausgehen" müsse. Sie stehe in ständigem Kontakt mit dem Innenminister und den Sicherheitsbehörden.

Merkel zeigte sich zudem tief erschüttert über den Anschlag. "Das ist ein sehr schwerer Tag", sagte die Kanzlerin am Dienstag im Bundeskanzleramt.

+++ Frauke Petry: "Deutschland ist nicht mehr sicher" +++

Die AfD-Vorsitzende gibt der Bundesregierung indirekt Mitschuld an dem Vorfall in Berlin. "Das Milieu, im dem solche Taten gedeihen können, ist in den vergangenen anderthalb Jahren fahrlässig und systematsich importiert worden", erklärte die Parteichefin.

Ihre Partei lege fordere, "dass unsere so unverantwortlich offengehaltenen Grenzen endlich wieder kontrolliert werden". Petry weiter. "Deutschland ist nicht mehr sicher". Ähnlich äußerte sich auch ihr Parteifreund Alexander Gauland: "Die Grenzen müssen endlich kontrolliert werden, so dass niemand illegal einreisen kann, so dass es keine mehrfachen Identitäten geben kann, so dass polizeibekannte Asylbewerber sofort abgewiesen werden können", so der stellvertretende Parteichef.

+++ Innenminister: Keine Absage der Weihnachtsmärkte+++

Die Innenminister von Bund und Ländern haben sich entschlossen, ähnliche Veranstaltungen nicht abzusagen. Dies teilte das Bundesinnenministerium nach einer Telefonkonferenz mit.

+++ Beifahrer wurde wohl erschossen+++

"Spiegel Online" meldet, dass der polnische Beifahrer des Lkw wohl erschossen worden ist. Brandenburgs Innenminister Schröter sagte, unter den Toten vom Breitscheidplatz befinde sich auch einer erschossene Person. Dabei handele es sich vermutlich um den Beifahrer.

Damit wäre es wahrscheinlicher, dass der Lkw tatsächlich von dem mutmaßlichen Täter gewaltsam entführt wurde.

+++ Bundessicherheitskabinett tagt+++

Das Sicherheitskabinett der Bundesregierung kommt unter der Leitung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag um 11.30 Uhr zusammen, um über den mutmaßlichen Anschlag in Berlin zu beraten. Das sagte eine Regierungssprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Es handelt sich dabei um eine informelle Runde von Regierungsmitgliedern, die einberufen wird, wenn es die Sicherheitslage oder die politische Situation erfordert. Grundsätzlich besteht das Gremium es aus der Kanzlerin, dem Außenminister, der Verteidigungsministerin, dem Innenminister und dem Chef des Bundeskanzleramtes.

Je nach Situation kann die Runde erweitert werden, beispielsweise um den Vizekanzler oder die Leiter der Sicherheitsbehörden und Geheimdienste. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die derzeit im westafrikanischen Mail ist, wird von einem Staatssekretär vertreten.

+++ Anteilnahme ist groß+++

Die internationale Anteilnahme ist groß. Politiker, geistliche Vertreter und Repräsentanten aus der Zivilgesellschaft aus aller Welt haben ihre Gedanken nach Berlin und Deutschland geschickt. Hier finden Sie eine Zusammenstellung.

+++ Zeuge führte Polizei zu flüchtigem Fahrer +++

Der mutmaßliche Täter des Anschlags auf dem Berliner Breitscheidplatz ist nach einem Medienbericht dank des couragierten Einsatzes eines Augenzeugen festgenommen worden. Der Zeuge sei dem flüchtenden Lastwagenfahrer gefolgt und habe dabei ständig über Handy die Notrufzentrale über die Position des Mannes informiert, sagte Polizeisprecher Winfrid Wenzel laut "Welt/N24".

Eine Bestätigung für den Bericht war bei der Polizei zunächst nicht zu bekommen. Nach etwa zwei Kilometern Verfolgungsjagd habe schließlich die Besatzung eines Streifenwagens den Mann an der Siegessäule gestoppt. Mit Hilfe des Zeugen sei möglich gewesen, den Verdächtigen zu fassen, sagte Wenzel.

Die Polizei wisse zwar, wer der mutige Zeuge sei, gehe aber davon aus, dass er anonym bleiben wolle.

+++ Innenminister Herrmann: Flüchtlingspolitik überprüfen +++

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat eine Überprüfung der deutschen Flüchtlingspolitik gefordert. "Wenn sich bestätigen sollte, dass dieser Anschlag von jemandem verübt worden ist, der als Asylbewerber ins Land eingereist ist, dann muss das in Berlin schon noch mal zu einem grundsätzlichen Nachdenken darüber führen, wie diese ganze Flüchtlingsaufnahme gestaltet wird", sagte Herrmann am Dienstag dem Hörfunksender Antenne Bayern.

Es sei naheliegend, dass durch die große Zahl von Flüchtlingen viele Personen eingereist seien, deren Hintergründe nicht bekannt seien. "Meines Erachtens wird dann schon auch die Frage sein, ob wir das wirklich so weiterlaufen lassen können", sagte der Innenminister.

Dem Bayerischen Rundfunk sagte Herrmann, seiner Meinung nach könne der Bevölkerung nicht weiter zugemutet werden, "das jetzt einfach weiter so laufen zu lassen, dass wir ein erhöhtes Anschlagsrisiko von Personen haben, die aus einem radikalen Islamismus-Verständnis heraus solche Anschläge begehen". Es müsse nun erneut über die Risiken der Aufnahme von Flüchtlingen gesprochen werden: "Wir werden nicht darum herumkommen, in Deutschland sehr grundsätzlich darüber zu reden, wie wir mit diesen Risiken umgehen."

+++ Polizei stürmt Flüchtlingsunterkunft +++

Die Berliner Polizei hat nach Informationen der "Tagesschau" und der "Welt" die große Flüchtlingsunterkunft am Flughafen Tempelhof gestürmt. Ein SEK-Team sei in die Unterkunft geschickt worden, in der der Verdächtige gewohnt haben könnte.

Auch die dpa meldet den SEK-Einsatz, die Polizei selber äußerte sich nicht dazu.

+++ Mehr Polizei auch in München +++

Als Reaktion auf den Vorfall in Berlin hat die Polizei auch in München ihre Präsenz erhöht. Auf allen Weihnachtmärkten sind mehr Polizisten im Einsatz, sagte ein Sprecher der AZ. Hier mehr dazu.

+++ Verdächtiger wohl als Flüchtling nach Deutschland gekommen+++

Der nach dem mutmaßlichen Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt festgenommene Verdächtige ist nach Erkenntnissen der Behörden wohl im Februar als Flüchtling über die Balkanroute nach Deutschland eingereist. Das erfuhr die Deutschen Presse-Agentur am Dienstag aus Sicherheitskreisen. Demnach soll der Mann über Passau nach Deutschland gekommen sein und in einer Berliner Flüchtlingsunterkunft gelebt haben.

Die genaue Identifizierung gestalte sich auch deswegen schwierig, weil der Verdächtige mehrere Namen benutzt haben soll. Die Ermittler gehen nach diesen Informationen davon aus, dass der Mann aus Pakistan oder aus Afghanistan stammt. Nach Informationen des RBB-Inforadios kommt er aus Pakistan.

+++ Was wir nicht wissen +++

- Unklar ist die Identität des festgenommenen Verdächtigen und des Toten auf dem Beifahrersitz.

- Zwar heißt es in Sicherheitskreisen, der Verdächtige könnte ein Pakistaner oder Afghane sein. Eine genaue Identifizierung sei jedoch schwierig, da möglicherweise auch falsche Namen benutzt würden.

- Zu den Umständen der Festnahme des Verdächtigen sagte die Polizei zunächst nichts.

- Unklar sind auch die Todesumstände der Leiche auf dem Beifahrersitz.

- Was ist mit dem Fahrer des Lasters und

- dem Cousin des Speditionseigentümers?
  Dieser geht davon aus, dass seinem Cousin etwas angetan wurde.

- Widersprüchliche Angaben gibt es dazu, was kurz vor dem mutmaßlichen Anschlag mit dem Laster passierte. Während die Polizei Hinweisen nachgeht, dass das Fahrzeug bereits in Polen von einer Baustelle gestohlen wurde, sagte der Speditionschef, der Fahrer sei auf dem Weg von Italien nach Berlin gewesen.

+++ Was bisher bekannt ist+++

Gegen 20 Uhr fährt ein Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt. Der Fahrer legt eine Strecke von 50 bis 80 Metern zurück, überfährt dabei viele Menschen und zerstört mehrere Marktbuden. Einen Unfall schließt die Polizei am frühen Dienstagmorgen aus und spricht von einem "vermutlich terroristischen Anschlag".  Hier lesen Sie eine ausführliche Zusammenfassung.

- Kurz nach Bekanntwerden des Vorfalls sagt ein Polizeisprecher, es handle sich vermutlich um einen Anschlag. Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagt in der Nacht, dass viel für einen Anschlag spreche.

- Ein Verdächtiger flüchtet und wird nahe der Siegessäule festgenommen. Auf dem Beifahrersitz wird ein toter Mann entdeckt, er starb laut Polizei vor Ort und ist polnischer Staatsbürger. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei fuhr er den Lastwagen nicht in die Menschenmenge.

- Der festgenommene mutmaßliche Fahrer könnte nach Erkenntnissen aus Sicherheitskreisen ein Pakistaner oder Afghane sein. Er sei wohl als Flüchtling eingereist.

- Der Lastwagen der Marke Scania gehört einer polnischen Spedition und hatte Stahlkonstruktionen geladen.

- Der Lastwagen-Fahrer war laut Speditions-Eigentümer seit etwa 16 Uhr nicht mehr zu erreichen.

- Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe übernahm die Ermittlungen.

 

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