News zu Michael Schumacher Leid, Angst, Hoffnung: Michael Schumachers schwerster Kampf

Michael Schumacher, aufgenommen am 30.08.2012 bei einer Pressekonferenz in Spa-Francorchamps (Belgien). Michael Schumacher kämpft am Neujahrestag 2014 gegen den Tod. Seine Familie, Freunde, Fans, die Sportwelt bangen noch länger um das Leben des heute 45 Jahre alten Rekordweltmeisters der Formel 1. Bei einem Sturz auf Skiern in den französischen Alpen hatte sich der siebenmalige Champion Ende 2013 ein schweres Schädel-Hirntrauma zugezogen. Foto: dpa

Einer der größten Sportler der Geschichte kämpft sich zurück ins Leben. Michael Schumachers Schicksal bewegt seit fast einem Jahr weltweit. Einem Tag im Schnee folgten die schwerste Zeit und die tragischste Momente des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters.

 

Berlin - Er wollte wie so oft mit Freunden und Familie Silvester und seinen Geburtstag feiern. Ein paar schöne Tage im Schnee. Doch ein Sturz im Skigebiet oberhalb von Méribel veränderte das Leben von Michael Schumacher und seinen Liebsten auf dramatische Weise. Selbst rund ein Jahr nach seinem Unfall am 29. Dezember 2013 ist ungewiss, wie Schumachers Weg zurück in ein halbwegs normales Leben enden wird. "Einen seriösen Ausblick könnte ich nie geben", betonte Schumachers Managerin Sabine Kehm Ende November: "Das ist einfach nicht möglich in dieser Situation."

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Bei dem Sturz war Schumacher mit dem Kopf auf einen Felsen geprallt. Er schwebte tagelang in Lebensgefahr, lag monatelang im künstlichen Koma. Sein Helm war bei dem Aufschlag kaputt gegangen. Spätestens am ersten Morgen nach seiner Einlieferung in die Uniklinik von Grenoble wurde das Ausmaß seiner Verletzungen klar. Die Gesichter der Ärzte sprachen Bände. Schumachers Zustand sei "außerordentlich ernst". Er habe weit verbreitete Verletzungen im Gehirn.

Der Kampf eines der größten Sportler auf dem Planeten löste weltweit Betroffenheit aus. Auch Regierungschefin Angela Merkel nahm am Schicksal des siebenmaligen Weltmeisters Anteil. "Wie Millionen von Deutschen waren auch die Bundeskanzlerin und die Mitglieder der Bundesregierung außerordentlich bestürzt, als sie von Michael Schumachers schwerem Skiunfall erfahren haben", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Weltweit wurde teilweise das laufende TV-Programm unterbrochen. Vor der Klinik in Grenoble herrschte Ausnahmezustand. Schumachers Unfall wurde zum medialen Großereignis. Nach gut einer Woche forderte seine Ehefrau Corinna die Medien sogar schriftlich auf, die Familie und vor allem auch die Ärzte in Ruhe zu lassen, damit sie ihre Arbeit machen können. Schließlich kämpfte ihr Mann, der Vater von zwei Kindern im Teenager-Alter, auf der Intensivstation auch Tage nach seinem 45. Geburtstag am 3. Januar immer noch ums Überleben.

Bei den Testfahrten zur neuen Formel-1-Saison zeigten sich Schumachers ehemalige Kollegen geschockt. "Man betet, man wünscht, man hofft, dass das Wunder passiert und dass der Gleiche aufwacht, so wie er vorher war", sagte Sebastian Vettel Ende Januar.

Rund zehneinhalb Monate später hielt Vettel bei der Verleihung des Millennium-Bambis für Schumacher eine bewegende Laudatio auf sein Kindheitsidol - vor allem aber auch auf einen guten Freund. "Diese Freundschaft ist es, die mich heute Abend so glücklich und stolz macht, aber gleichzeitig auch ein bisschen traurig sein lässt. So sehr hätte ich mir gewünscht, dir diesen Ehrenpreis heute Abend persönlich zu überreichen." Vettels Augen zeigten, wie bewegt der 27-Jährige in diesem Moment war.

Noch immer schreiben Fans Briefe, schicken Genesungswünsche via Twitter oder Facebook. Und noch immer ist die Formel 1 in Gedanken bei dem 91-maligen Grand-Prix-Gewinner. Als Lewis Hamilton in Abu Dhabi den Fahrertitel für Mercedes holte, betonte Daimler-Chef Dieter Zetsche mit Blick auf die famose Saison der Silberpfeile: "Wir dürfen auch nicht vergessen, was Michael dazu beigetragen hat." Drei Jahre, von 2010 an, war Schumacher für den deutschen Autobauer gefahren und hatte wie einst bei Ferrari Aufbauarbeit geleistet.

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In seiner einzigartigen Karriere holte er neben sieben WM-Titeln und 91 Siegen unter anderem 68 Poles und schaffte 5114 Führungsrunden. Bei seinem schwersten Unfall im Rennauto zog er sich 1999 in Silverstone einen Schien- und Wadenbeinbruch zu. Zehn Jahre später verunglückte Schumacher bei einer Motorrad-Testfahrt in Cartagena: Er erlitt dabei eine Fraktur des siebten Halswirbels, der ersten Rippe links, im Bereich der Schädelbasis und in der Halswirbelsäule. Ein Comeback für Ferrari musste er im Sommer desselben Jahres wegen der Folgen des Unfalls absagen.

Ob Schumacher jemals wieder an einer Formel-1-Strecke sein kann, erscheint derzeit fraglich. Die Monate im künstlichen Koma bis zur guten Nachricht am 16. Juni dürften bei dem einstigen Modellathleten auch körperlich starke Spuren hinterlassen haben. Details zu seinem Zustand werden nicht bekanntgegeben, hatte die Familie von Beginn an klargestellt. Seit September ist Schumacher wieder zu Hause und setzt dort seine Genesung fort. "Aber es liegt weiterhin ein langer und harter Weg vor ihm", hatte Managerin Kehm Mitte September betont.

 

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