Neuzugang der Bayern Tasci-Debüt: Keine Empfehlung für Juventus Turin

Bayerns Neuzugang Serdar Tasci durfte gegen Darmstadt von Beginn an spielen, überzeugte allerdings nicht und sah beim Gegentreffer nicht gut aus. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Der Winterneuzugang darf beim 3:1 gegen Darmstadt erstmals ran, kann in der Abwehr aber nicht überzeugen. Wird er auch gegen Turin in der Startaufstellung stehen?

 

München - Was würde Pep Guardiola machen gegen die Darmstädter mit seiner Problemzone Abwehr angesichts der drei verletzten Innenverteidiger Jérôme Boateng, Javi Martínez und Holger Badstuber? Das war die Frage des Tages. Viele glaubten an das Comeback von Medhi Benatia, gar als Generalprobe für das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Juventus Turin am Dienstag? Oder sollte sich die Viererkette der letzten Woche beim 3:1 in Augsburg mit Lahm, Kimmich, Alaba und Bernat weiter einspielen?

Nein. Der Bayern-Trainer hatte sich mal wieder etwas ausgedacht, das niemand auf dem Zettel hatte. Die Idee: Philipp Lahm wurde geschont, Rafinha durfte rechts ran. Auf links verteidigte David Alaba. Benatia musste auf die Tribüne, der Trainingsrückstand war noch zu groß.

Das Zentrum der Defensive bildeten Joshua Kimmich – und Überraschung – Serdar Tasci, der Last-Minute-Winterpausen-Neuzugang von Sparta Moskau. Am 1. Februar verpflichtet kam der Ex-Nationalspieler knapp drei Wochen später zu seinem Debüt im Bayern-Trikot. Und das obwohl Guardiola zuletzt stets betont hatte, Tasci sei durch die lange Pause in Russland ohne rechte Spielpraxis. Sein letzter Einsatz in der russischen Premier Liga datiert vom 30. November beim 2:2 von Spartak bei Rubin Kazan. Also war der 28-Jährige bis heute zweieinhalb Monate ohne Matchpraxis.

Im ersten Training holte er sich gleich eine Gehirnerschütterung, stand vergangenen Sonntag in Augsburg erstmals im Kader. Nun die Bayern-Premiere - gleichzeitig sein Bundesliga-Comeback, nach 923 Tagen, damals im Dress des VfB Stuttgart. Was man ihm anmerkte. Manch Pass misslang, in einigen Situationen kam der Rückkehrer zu spät. Was angesichts der Pause und den neuen Mitspielern kein Wunder war. Beim 0:1 der Darmstädter durch den Ex-Bayern Sandro Wagner stand Tasci schlecht. Es war das erste (!) Kopfballgegentor gegen die Bayern in dieser Saison. Was hatte Guardiola letzten Sonntag sarkastisch gesagt? „Jede Mannschaft der Welt ist im Kopfball stärker als wir.“ Kurz vor der Pause entwischte Wagner noch einmal dem Neuling und bekam später einen Rüffel von Thomas Müller. 0:1 - Rückstand zur Pause, kein guter Einstand für Tasci.

Nach 53 Minuten, Bayern hatte zwischenzeitlich durch Müller ausgeglichen, durfte bzw. musste Tasci raus, für ihn kam Bernat und schon war die Kette Modell Augsburg wiederhergestellt. Die Bayern standen sicherer. Kunststück, es war nun auch ein Spiel auf ein Tor. Und ein Müller-Spiel. Dank des Traumtores zum 2:1 per Fallrückzieher nach Vidal-Flanke (71.) wird das Tasci-Debüt auch in einem anderen Licht gesehen werden. Robert Lewandowski stellte noch auf 3:1. Dennoch bleibt das Fazit: Eine echte Alternative ist Tasci für Juventus nicht.

 

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