Im Mittelfeld tummeln sich gleich neun Stars für drei Positionen. Thiago und Vidal könnten gehen. Die AZ checkt das Zentrum des FC Bayern.

München - Am Samstag wirdss zum ersten Mal so richtig spannend in dieser Vorbereitung beim FC Bayern: Das Testspiel in Klagenfurt gegen Paris Saint-Germain steht an, ein interessanter Gegner – mit einem noch interessanteren Trainer. Sitzt bei PSG doch mittlerweile Thomas Tuchel auf der Bank, jener Coach, den die Bayern-Bosse gern als Nachfolger von Jupp Heynckes verpflichtet hätten.

Es wurde bekanntlich Niko Kovac, der Kroate mit Bayern-Gen. Am Samstag gibt der neue Trainer nun sein Debüt – ausgerechnet gegen Tuchel (15.30 Uhr, Sport1, DAZN und AZ-Liveticker). Prickelnd!

Noch spannender wird sein, wie Kovac gegen PSG taktisch agieren wird: Mit Dreierkette? Mit Doppelspitze? Und wie nutzt er in Zukunft eigentlich die geballte Qualität im zentralen Mittelfeld? Nach aktuellem Stand gibt es im Bayern-Kader neun Spieler für nur drei Positionen.

Die AZ erklärt das große Gedränge im Zentrum des FC-Bayern!

Thiago und Vidal – die Wechselkandidaten

Bayern Sportdirektor Hasan Salihamidzic deutete jüngst in der "SZ" an, dass es noch Verkäufe geben könnte. Es sei "die Pflicht des Vereins, dem Trainer einen Kader zur Verfügung zu stellen, in dem keine Unzufriedenheiten vorprogrammiert sind", so Brazzo. Aber wie soll das gehen, wenn jeden Spieltag fünf bis sechs Mittelfeld-Stars zuschauen müssen? Wechselkandidaten sind vor allem Thiago (27) und Arturo Vidal (31). Der Spanier Thiago besitzt noch einen Vertrag bis 2021, sein Marktwert liegt bei 60 Millionen Euro – und genau das scheint das Problem zu sein. Nach einer enttäuschenden WM fehlen wohl die hohen Angebote für Thiago, die Bayern zum Nachdenken bringen würden.

Bei Vidal, der nach seiner Knie-OP wieder Lauftraining absolviert, ist es ähnlich. Findet sich ein Klub, der für den Chilenen ein Jahr vor Vertragsende noch eine üppige Ablöse zahlt? Kandidat für eine Leihe ist zudem Renato Sanches (20). Der Europameister von 2016 erhält nach seiner England-Rückkehr eine neue Chance, sich in der Vorbereitung zu beweisen. Aus Portugal ist allerdings zu hören, dass Ex-Klub Benfica Lissabon Sanches auf Leihbasis zurückholen will. Ein denkbares Szenario. Am Samstag gegen PSG darf Sanches bei Kovac vorspielen.

Zusatzinhalte
Öffnen Sie bitten den Artikel auf unserer Website, um diesen Inhalt anzusehen.
Zur mobilen Website

Rudy, Müller, Goretzka – die Wackelkandidaten

Auch bei Sebastian Rudy (28) wurde in den vergangenen Monaten immer wieder über Abschied spekuliert. Doch Rudy stellte klar, dass er bei Bayern bleiben werde. Sicher ist: Im Zentrum wird es für den Nationalspieler sehr schwer, auf Startelfeinsätze zu kommen. Ein Fragezeichen steht hinter Thomas Müller. Der 28-Jährige ging bei der WM mit seinen Kollegen unter, in dieser Form könnte er seinen Stammplatz bei Bayern verlieren. Müllers Vorteil: seine Vielseitigkeit. Er ist auch auf dem rechten Flügel sowie als zweite Spitze einsetzbar.

Und Leon Goretzka? Der Neuzugang (23) kommt mit einer Menge Selbstvertrauen nach München. "Ich weiß, dass die Qualität riesig ist, aber ich bin nicht nach München gewechselt, um mich auf die Bank zu setzen", sagte Goretzka der "Sport Bild". Auf Anhieb wird es angesichts der Konkurrenz aber kompliziert mit Einsätzen.

Martínez, James, Tolisso – die Stammplatzkandidaten

Javi Martínez musste das Training am Dienstag wegen einer leichten Verstauchung des Kniegelenks abbrechen, er ist aber schon wieder fit. Ein Platz im Mittelfeld dürfte für den Abräumer auch in der kommenden Saison reserviert sein.

Für die spielerische Note sorgt wohl weiter der Kolumbianer James. Gerüchte, der 27-Jährige könne vorzeitig zu Real Madrid zurückkehren, wurden von James’ Berater dementiert. Der Spielmacher soll wie geplant bis 2019 in München bleiben – mindestens.

Noch wichtiger könnte künftig Corentin Tolisso werden. Der 23-Jährige geht als Weltmeister in die kommende Spielzeit. Tolisso kam in fünf von sieben Partien für Frankreich zum Einsatz. "Wir alle freuen uns sehr für Coco, dass er mit der französischen Nationalmannschaft den Gipfel im Weltfußball erklommen hat", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Kleiner Nachteil: Tolisso steigt nach seinem Urlaub erst spät ins Training ein. Alle Bayern-Stars dürfen vier Wochen in die Ferien.

Zusatzinhalte
Öffnen Sie bitten den Artikel auf unserer Website, um diesen Inhalt anzusehen.
Zur mobilen Website