Neues Projekt der Helios-Gruppe Privatklinik in Pasing: Behandlung mit Suite

Die einzige Suite der Klinik ist mit einem eigenen Bad, Sitzecke und Fototapete ausgestattet. In einem separaten Raum können Angehörige übernachten. Foto: Sigi Müller

Die Helios-Gruppe eröffnet in Pasing eine Privatklinik mit Hotelambiente. An anderen Standorten hat sich das Konzept bereits bewährt.

 

München - Ein dunkler Holzfußboden, rote Ledermöbel in der Sitzecke und dazu eine Fototapete mit der Münchner Altstadt in Sepia-Tönen: Wären da nicht die Räder am frisch bezogenen Bett, man könnte das Zimmer wirklich für die geräumige Suite eines Sterne-Hotels halten.

Doch die Räumlichkeiten sind nicht für Touristen gedacht, die die Sehenswürdigkeiten der Stadt erkunden oder sich ein paar Tage ausruhen wollen. Stattdessen werden hier Menschen mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen medizinisch versorgt. Denn das Zimmer ist eines von insgesamt 20 auf der neuen Privatstation der Heliosklinik in Pasing.

Die Ausstattung erinnert an ein Hotel – die Preise tun es auch

"Medizin mit Hotelkomfort" so beschreibt Helios-Regionalleiter Emre Nazli das Konzept. "Die Menschen kommen inzwischen mit ganz anderen Wünschen ins Krankenhaus und wir reagieren auf diese Nachfrage", erklärt Nazli die Wohlfühl-Offensive.

Was für Wünsche das sind, wird bei einem Rundgang durch die Privatklinik deutlich. Flat-screen-Fernseher für jeden Patienten, eine Essensauswahl aus mehreren Menüs und eine Lounge mit kostenlosem Kaffee und Kuchen gehören zu den Annehmlichkeiten genauso dazu wie die Minibar und die Kosmetikprodukte auf jedem Zimmer.

Das Herzstück der Privatklinik ist die Suite. Hier gibt es zusätzlich zum Einzelzimmer einen zweiten Raum, in dem Angehörige übernachten oder die Patienten ihre Geschäftspartner empfangen können. Wie viel der Neubau am Standort West im Steinerweg gekostet hat, dazu möchte man sich lieber nicht äußern. "Darüber reden wir ungern", so Nazli.

Trotz der luxuriösen Ausstattung dort sei die medizinische Versorgung in allen Bereichen der Klinik gleich, betont Nazli. "Der Unterschied besteht allein in der Unterbringung und dem zusätzlichen Service." Auch das Personal sei in Privatklinik und Haupthaus das gleiche.

Teurer als diese Stationen ist die Privatklinik natürlich trotzdem. Der gesetzlich versicherte Münchner wird sich hier sicher keinen längeren Aufenthalt leisten können. Denn nicht nur die Ausstattung erinnert an ein Hotel – die Preise tun es auch. Eine Nacht im Doppelzimmer kostet 93 Euro, für das Einzelzimmer werden 170 Euro berechnet. Laut Nazli übernehmen das je nach Vertrag die meisten privaten Krankenkassen, draufzahlen muss der Patient lediglich für die Suite. Hier kostet die Übernachtung 230 Euro. Einen München-Bonus berechnet die Klinik nicht. "Die Preise sind dieselben wie an unseren anderen Standorten", versichert Nazli.

Helios-Gruppe ist in ganz Deutschland tätig

Denn auch in anderen Städten hat sich das Hotelkonzept bereits bewährt. Über 30 ähnlich gestaltete Kliniken betreibt die Helios-Gruppe deutschlandweit und die Nachfrage sei in allen Häusern gut, so Nazli. "Und auch in München hat sich unser Angebot inzwischen rumgesprochen", sagt der Regionalleiter.

Doch welche Patienten legen bei einem Krankenhausaufenthalt Wert auf Minibar und Flatscreen-Fernseher? Laut Nazli ist das Publikum gemischt. Die in München nicht ganz unberechtigte Frage nach dem Medizintourismus-Phänomen wiegelt er ab.

"Ja, wir haben auch internationale Patienten, die extra herkommen, um sich behandeln zu lassen", sagt der Regionalleiter. "Die ausländischen Patienten stellen aber insgesamt nur einen Bruchteil dar." Das soll nach Willen des Klinikums auch in Zukunft so bleiben, denn: "Unsere klare Aufgabe ist die Versorgung von München und Umgebung", so Nazli.

 

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