Neues Hörspiel "Sherlock & Watson" Johann von Bülow: Sherlock als intellektueller Punk

Als moderner Detektiv ermittelt Sherlock Holmes bereits in der bekannten BBC-Serie auf den Bildschirmen. Jetzt gibt es auch ein neues Hörspiel, das Sherlock in die heutige Zeit versetzt. Wie "sein" Sherlock tickt, verrät Sprecher Johann von Bülow im Interview.

 

Sherlock Holmes verwandelt sich nicht nur im Fernsehen zum modernen Privatdetektiv. Auch in der Hörspielserie "Sherlock & Watson - Neues aus der Baker Street" aus dem Audio Verlag kehrt er jünger, schneller und brillanter als je zuvor zurück. Als Sprecher sind die Schauspiel-Stars Johann von Bülow (43) als Sherlock Holmes und Florian Lukas (42) als John Watson zu hören. Was die neue Reihe ausmacht und welche Krimis ihm persönlich gefallen, erklärt von Bülow im Interview mit spot on news.

Mit "Sherlock & Watson - Neues aus der Baker Street" gibt es eine neue Hörspielserie mit dem berühmten Ermittler-Duo. Was ist das Besondere an Ihrer Holmes-Figur?

Johann von Bülow: Dieser Sherlock ist ein intellektueller Punk. Drogenaffin, mit einer außergewöhnlichen Fähigkeit, unglaublich viele Dinge auf einmal wahrzunehmen. Er ist nicht besonders empathisch und die Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen gehört eher nicht zu seinen Stärken. Ein moderner Großstadt-Ermittler, der nicht mehr viel mit dem alten Sherlock im Karomantel mit Pfeife gemein hat. Er ist auf herrliche Weise unmoralisch und so gar nicht "gut".

In dem Hörspiel löst Sherlock Holmes Verbrechen im modernen London. Mit diesem Konzept feiert auch die BBC-Serie "Sherlock" mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman große Erfolge. Was halten Sie von der Serie?

von Bülow: Ich finde sie sehr gelungen. Vor allem auch visuell.

Die Beziehung zwischen Sherlock und Watson macht die Geschichten zusätzlich interessant. Wie sieht die in "Sherlock & Watson - Neues aus der Baker Street" aus?

von Bülow: Watson ist Sherlocks zwischenmenschlicher Übersetzer. Wo Sherlock kalt deduziert, hat Watson ein Herz und Gefühl. Der eine wäre ohne den anderen nur halb so gut. Sie unterscheiden sich stark, ergänzen sich aber perfekt.

Neben Cumberbatch versuchten sich auch schon andere berühmte Schauspieler an der Figur des Sherlock Holmes. Haben Sie einen "Lieblings-Holmes" und was macht das Ermittler-Duo aus, das es über einen so langen Zeitraum so populär ist?

von Bülow: Das Rätseln, wer der Täter war, ist ein zeitloses Vergnügen. Kriminalgeschichten schwimmen auf einer Woge des Erfolgs, dessen Ende nicht abzusehen ist. Und zwar in allen Formaten, ob TV, Kino oder Buch und in unserem Fall eben auch Hörspiel. Das "Odd Couple"-Prinzip ist hier natürlich sicher auch ein Grund für den Erfolg des Holmes-Stoffs. Einen Lieblings-Holmes habe ich allerdings nicht. Aber Holmes ist mir näher als Watson.

Was für Krimis sehen oder lesen Sie privat am liebsten?

von Bülow: Die Serie "True Detective" hat mir ziemlich gut gefallen. Auch die "Tatorte" des Hessischen Rundfunks, die in Frankfurt spielen, sind ungewöhnlich und gefallen mir gut. Insgesamt interessieren mich eher Krimis, die die Grenzen des Genres sprengen.

Sie waren auch schon in einigen "Tatort"-Produktionen zu sehen. Würde Sie eine dauerhafte Rolle als TV-Ermittler reizen?

von Bülow: Man soll niemals nie sagen. Aber wenn, dann müsste es eine ungewöhnliche Figur sein. Nur zu fragen, "wo waren sie gestern Abend", fände ich auf Dauer nicht befriedigend. So eine Figur wie "Tauber" im Münchner "Polizeiruf", den Edgar Selge gespielt hat, das würde mir gefallen.

 

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