Neues Highlight in München? Gutshof Freiham: "Könnte Kloster Andechs Konkurrenz machen"

Wird wieder hergerichtet: die Alte Brennerei auf dem Gut Freiham. Auch Bier soll auf dem Gelände gebraut werden. Peter Silber von der Bauabteilung der Augustiner-Stiftung steht auf nicht ausgebautem Dachstuhl der Heilig Kreuz Kirche. Foto: AZ

Gastro, Museum und Bier: In Freiham entsteht nicht nur ein neuer Stadtteil, sondern auch ein Ausflugsziel.

Freiham - Schad ist, dass es mit dem Wetter nicht passt. Denn eigentlich sollte doch das Gelände für sich sprechen.

Der Gutshof Freiham wird nämlich gerade saniert. Die Bauarbeiten auf dem Gelände am westlichen Rand der Stadt schreiten mächtig voran.

Das war lange Zeit anders. Mehrfach wechselte die brachliegende fast 900 Jahre alte Gutsanlage in der Vergangenheit den Besitzer. Seit 2014 gehört sie der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, die Teile des Vermögens der Augustiner Brauerei verwaltet. Schrittweise wird das denkmalgeschützte Ensemble "revitalisiert", so Stiftungsvorsitzende Catherine Demeter.

Die Heilig-Kreuz-Kirche an der Freihamer Allee, erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1315, ist bereits seit zwei Jahren fertig. Im vergangenen Jahr schlug ein Blitz ein, ohne die neu eingebaute Schutzvorrichtung wäre sie vermutlich abgebrannt. Momentan werden der alte Pferdestall und dessen Kopfbau generalsaniert. Zusätzlich wird für die Brauerei ein neues Getreidelager auf dem knapp 30 000 Quadratmeter großen Areal errichtet.

In naher Zukunft soll das Gut zum Ausflugsziel mit kleinem Museum werden. "Wir wollen das Dorf des 19. Jahrhunderts wiederbeleben", sagt Demeter. Es soll eine Kirche und Dorf-Wirtshaus geben, in denen man zusammenkommt. Im ehemaligen Kuhstall werden Schäffler Holzfässer herstellen, Besucher sollen ihnen bei der Arbeit zusehen können. Die alte Schnapsbrennerei wird zum Leben erweckt. Und natürlich soll Bier gebraut werden. Ausgeschenkt wird es in der Wirtschaft, unterbracht im alten Bullenstall, und dem Biergarten im Innenhof. Beides soll 2020 eröffnet werden.

Der Generalkonservator des Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Mathias Pfeil, sieht in dem Projekt eine "bayerische Traditionsinsel" inmitten der architektonischen Belanglosigkeit. Er freut sich, dass die Stiftung die Gebäude in ihrer ursprünglichen Funktion wieder herrichten will. Er sieht großes Potenzial für das Gut Freiham: "Es könnte Andechs als Ausflugziel Konkurrenz machen."

 

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