Neuer Trainer beim TSV 1860 Friedhelm Funkel? "Er hat Rock'n'Roll!"

Das neue Trio bei den Löwen: Sportchef Florian Hinterberger, Friedhelm Funkel und Präsident Gerhard Mayrhofer (v.l). Foto: firo

Mit ihm als Trainer wollen die Löwen endlich zurück in die Bundesliga. Boss Mayrhofer spricht vom Aufstieg. Was der Coach alles ändern will.

 

München - Die Präsentation beim TSV 1860 war schnell beendet. Nach nicht einmal 25 Minuten hatte der neue Löwen-Trainer Friedhelm Funkel seine Antrittsworte geprochen. Bei Alexander Schmidt hatte das damals wesentlich länger gedauert. Dass Funkel (59) lange im Geschäft ist, war dem Aufstiegs-Experten (5 Aufstiege in die 1. Bundesliga) anzumerken beim ersten Auftritt im Rilano Hotel in Schwabing. Dort, wo Funkel die ersten Tage wohnen wird. Die AZ klärt die wichtigsten Fragen:

Was hat Funkel vor?

Am Montag und Dienstag lässt Funkel gleich zweimal trainieren. Er will die Mannschaft schnell kennenlernen: „Das Wichtigste sind jetzt erst einmal Gespräche, Gespräche, Gespräche." In der ersten Woche bis zum Aalen-Spiel am Freitag wird Funkel vor allem auf seinen Co-Trainer Markus von Ahlen setzen: „Er kennt die Mannschaft sehr gut, wird auch große Teile des Trainings leiten."

Wen kennt Funkel bereits?

„Mir sind viele Spieler bekannt. Jungs wie Gabor Kiraly, Benny Lauth und Daniel Bierofka. Aber auch Spieler wie Dominik Stahl und Kai Bülow", sagt Funkel. Über die Kapitänsfrage (Vorgänger Schmidt hatte Benny Lauth das Amt weggenommen und an Guillermo Vallori übertragen) will er zunächst nicht nachdenken: „Das ist jetzt nicht wichtig."

Wie sieht der Trainerstab aus?

Markus von Ahlen, der auch schon unter Funkel-Vorgänger Alexander Schmidt als Assistent fungierte, bleibt dem neuen Mann erhalten. „Er wird sehr viel von mir lernen können. Genauso kann ich aber auch von ihm lernen. Ich kann immer von jungen Trainern lernen", sagt Funkel. Zudem wird Christian Holzer von der U21 aufrücken zur ersten Mannschaft. Für Dennis Bushuev dagegen geht es von den Profis zurück zu den Amateuren. Torwarttrainer bleibt Kurt Kowaz.


Wie liefen die Verhandlungen?

Bereits am vorvergangenen Samstag, als Alexander Schmidt entlassen wurde, traf sich Hinterberger das erste Mal mit Funkel. „Ich habe ihm aber gesagt, dass wir auch andere Kandidaten kontaktieren, falls wir nicht zueinander finden", sagte Hinterberger. In der Folge blieben die beiden im täglichen Kontakt. Am Dienstag flog Funkel dann nach München, am Freitag düsten Schäfer und Hinterberger ins Rheinland und machten die Verpflichtung klar.

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Welche Rolle spielte der Investor?

Hasan Ismaik war ständig über den Stand der Verhandlungen informiert. „Sein Cousin Noor Basha hat täglich mit ihm telefoniert. Ich habe dann am Freitag zum ersten Mal mit Herrn Ismaik telefoniert und die finale Entscheidung getroffen. Es ist im Sinne aller, dass Friedhelm Funkel hier Trainer wird", sagte Gerhard Mayrhofer. Ismaiks Cousin Basha allerdings will auch noch mit Lothar Matthäus und Felix Magath gesprochen haben (siehe nächste Seite).

Ist der Aufstieg Pflicht?

Der Vertrag von Funkel gilt zunächst bis Ende der Saison mit Option auf eine Verlängerung. „Natürlich ist mein Vertrag erfolgsabhängig. Aber das muss nicht unbedingt Aufstieg heißen. Zunächst wollen wir besser sein als im Vorjahr", sagt Funkel. Also auch Platz 4 oder 5? Er hat dennoch den klaren Auftrag, die Mannschaft in diesem Jahr nach oben zu führen. Dass das gelingt, bezweifelt Mayrhofer nicht: „Funkel hat den Rock’n'Roll für den Aufstieg!"


 

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