Neuer Direktor fürs Lenbachhaus Junge Impulse für Münchens Kunstszene

Für Matthias Mühling, ab 2014 Direktor im Lenbachhaus, soll das Museum ein Ort intelligenter Unterhaltung sein. Foto: dpa

Die Entscheidung ist gefallen: Matthias Mühling wird 2014 Direktor im Lenbachhaus – als Sammlungsleiter und Ausstellungsmacher konnte er bereits Akzente setzen

 

Nun wurde das Päckchen doch schon vor Weihnachten geöffnet. Der Inhalt war allerdings klar: Matthias Mühling leitet ab 2014 das Lenbachhaus. Mit breiter Mehrheit hatte sich der Stadtrat für den 44-jährigen Kunsthistoriker ausgesprochen, Kulturreferent Hans-Georg Küppers konnte sich in der Presserunde zufrieden zurücklehnen. Denn mit Mühling hat ein ausgesprochener Wunschkandidat das Rennen gemacht. Einer, der „eng in der Stadt, aber genauso international vernetzt ist“, betont Küppers, „Erfahrung im Ausstellungswesen hat“, und – das fällt jedem auf, der mit dem Kurator durch eine Ausstellung geht – begeistern kann.

Mühling brennt für seine Sache. Das Erreichen neuer Besucherschichten und die Vermittlung sind ihm neben der Erweiterung der Sammlung und der Konzentration auf die Moderne wichtige Anliegen, dafür scheint er wie geschaffen. Für ihn soll das Museum ein „Ort intelligenter Unterhaltung sein, an dem man der Kunst leicht begegnet“. Entsprechende Konzepte kann er nun in Ruhe entwickeln. Mühling, der als Sammlungsleiter für internationale Gegenwartskunst seit 2005 am Lenbachhaus arbeitet, darf sich quasi in zweiter Reihe auf den Front-Job vorbereiten. Bis Ende 2013 ist Helmut Friedel (67) im Amt, besorgt demnächst den Wieder-Einzug in das von Norman Foster erweiterte Museum – im Mai wird eröffnet.

Das Haus, das berühmt ist für seine Sammlung des Blauen Reiter, bekommt mit Matthias Mühling einen erfahrenen Neuling, der sich mit überzeugenden, zuweilen auch unkonventionellen Ausstellungen hervorgetan hat. Sei es die erste deutsche De-Stijl-Schau samt Mondrian-Retrospektive, sei es der 3D-Auftritt von Kraftwerk oder das „Entdecken“ der fabelhaften Maria Lassnig. Der neue Chef schaut gerne über den Tellerrand, hat Lust auf neue Medien. Davon können auch Marc und Kandinsky nur profitieren. Für die Kunststadt München sind das gute Aussichten.

 

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