Neuer CSU-Chef Eck soll Glos in Unterfranken beerben

Nach mehr als drei Jahrzehnten will sich Michael Glos endgültig aus der Politik verabschieden und auch den Vorsitz der Unterfranken-CSU abgeben. Nachfolger soll Innenstaatssekretär Gerhard Eck werden.    

 

Würzburg Innenstaatssekretär Gerhard Eck soll Ex-Bundeswirtschaftsminister Michael Glos an der Spitze des CSU-Bezirksverbands Unterfranken beerben. Das verlautete am Mittwoch aus CSU-Kreisen. Glos wird aller Voraussicht nach an diesem Samstag (19. Februar) seinen Rückzug erklären – dann tagt der unterfränkische Bezirksvorstand in Würzburg. Die Vorstandswahlen sind im Sommer.    

Im Bezirksvorstand zeichne sich ein „ganz klares Meinungsbild“ für Eck ab, sagte ein Mitglied des Gremiums am Mittwoch der dpa in München. „Das läuft eindeutig auf Gerhard Eck zu.“ Ein anderes Vorstandsmitglied betonte, der 51-Jährige wäre „eine gute Lösung“.    

Weitere aussichtsreiche Kandidaten neben Eck sind demnach nicht in Sicht. Es habe sich noch niemand gerührt, hieß es. Deshalb werde es voraussichtlich auch „keine großen Diskussionen“ darüber geben. Im Gespräch waren in den vergangenen Jahren zwischenzeitlich auch die Europapolitikerin Anja Weisgerber und CSU-Vizegeneralsekretärin Dorothee Bär. Genannt worden war auch der Aschaffenburger Landrat Ulrich Reuter.    

Eck ist seit 1984 CSU-Mitglied. Dem Landtag gehört er seit 1998 an. Seit Oktober 2009 ist er Staatssekretär im Innenministerium.    Glos verabschiedet sich nunmehr nach mehr als drei Jahrzehnten endgültig aus der Politik. Offiziell allerdings hat er selbst sich dazu noch nicht geäußert – aus Rücksicht auf den Bezirksvorstand, wie er kürzlich sagte. Dieser solle nicht aus der Presse erfahren, was er vorhabe. Im Bezirksverband wird aber schon seit Monaten erwartet, dass Glos bei den internen Vorstandswahlen nicht mehr antreten wird.    

Vor zwei Jahren hatte der damalige Minister seinen Posten nach dreieinhalb Jahren im Kabinett in Berlin aufgegeben. In der CSU führten viele das zum einen auf Glos' gespanntes Verhältnis zu Parteichef Horst Seehofer zurück, zum anderen darauf, dass Glos mit dem Amt des Wirtschaftsministers nie so recht glücklich geworden war.    

Wenig später kündigte Glos an, sich nicht mehr der Wiederwahl zum Bezirkschef stellen zu wollen. Doch auf Drängen des Bezirksvorstands und wegen seiner ungeklärten Nachfolge war Glos schließlich doch noch einmal zur Wahl im Juni 2009 angetreten. Er erhielt dann aber lediglich 133 von 175 abgegebenen Stimmen. Seither trat der gelernte Müllermeister fast nicht mehr politisch in Erscheinung. Glos steht seit 1994 an der Spitze des unterfränkischen CSU-Bezirksverbands.    

Glos stammt aus Prichsenstadt im Landkreis Kitzingen. 1976 war er als damals jüngster Abgeordneter in den Deutschen Bundestag eingezogen. Von 1993 bis 2005 war er Chef der CSU-Landesgruppe.

 

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