Neue Studie Kongresse sichern über 10.000 Nürnberger Jobs

Am Rand von Messen werden häufig Tagungen veranstaltet, die sich später zu eigenständigen Veranstaltungen entwickeln. Foto: Spielwarenmesse

NÜRNBERG Die Stadt Nürnberg spielt in der Bundesliga der deutschen Kongressorte ganz oben mit. Eine aktuelle Studie, die das Wirtschaftsreferat und die Messe in Auftrag gegeben haben, sieht Nürnberg auf Platz zwei in der Veranstaltergunst – vor München! Nur Berlin schneidet noch besser ab.

 

Rund 10.600 Arbeitsplätze werden durch Kongresse und Tagungen in Nürnberg gesichert. Knapp 1,3 Millionen Besucher gaben im Jahr 2009 bei 26.000 Veranstaltungen rund 480 Millionen Euro aus. Davon bleiben, so die Studie, 296 Millionen in der Stadt. Weitere 72 Millionen Euro bleiben in der Metropolregion.

Der größte Teil des Geldes fließt in die Gastronomie und die Hotels. Aber auch die Verkehrsbetriebe und der Einzelhandel (46 Millionen Euro Bruttoumsatz) profitieren von den Tagungsgästen. Die geben übrigens deutlich mehr Geld aus als Messebesucher. Denn die bleiben häufig nur kurz, reisen morgens an und abends wieder ab, buchen günstige Hotelkategorien und gönnen sich lediglich ein schnelles Essen. Ganz anders Besucher von Kongressen: Sie bleiben mehrere Tage in Hotels höherer Kategorie, haben Zeit zum Shoppen und speisen gerne luxuriös. Deshalb ist der Kongress-Markt heftig umkämpft.

Private Geldgeber sind gefragt

Die Studie zeigt auch, wo Nürnberg noch besser werden muss, um weitere Marktanteile zu gewinnen. „Es gibt kein optimales Hallen- und Raumkonzept für Veranstaltungen im Bereich von 500 bis 1000 Teilnehmer“, so Prof. Michael-Thaddäus Schreiber, der die Studie erstellt hat. „Jede zweite Anfrage endet in Nürnberg mit einer Absage – meist aus Kapazitätsgründen!“

Die Stadt Nürnberg, so stellte Wirtschaftsreferent Roland Fleck klar, könne nicht Investor sein – obwohl sie mit rund sechs Millionen Euro Steuereinnahmen aus Tagungen profitiert. „Da sind private Geldgeber gefragt!“

Fleck sieht vier Standorte: die Grundig-Türme an der Beuthener Straße, der leerstehende Post-Rundbau am Hauptbahnhof, das wbg-Hotelprojekt an der Karl–Schönleben-Straße in Langwasser und das alte Quelle-Versandzentrum an der Fürther Straße (ohne Hotel). Überall hier könnten mittelfristig entsprechend große Kongresszentren entstehen – im Idealfall kombiniert mit einem Vier-Sterne-Hotel.

 

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