Neue Profi-Rechner-Version Bericht: Apple will Mac Pro-Produktion nach China verlagern

Apple-CEO Tim Cook Anfang Juni auf der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC. Foto: Jeff Chiu/AP/dpa

2013 hat Apple die Montage des Mac Pro in Texas angesiedelt. Mit der Neuauflage des Computers wird diese Standortentscheidung nun wieder rückgängig gemacht. Obwohl die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in Austin gering sind, hat die Entscheidung symbolische Bedeutung.

 

Washington - Mitten im Handelskonflikt zwischen Washington und Peking will Apple einem Medienbericht zufolge die Produktion seines neuen Mac-Pro-Computers aus den USA nach China auslagern. Das berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Der rund 6000 Dollar teure Desktop-Computer Mac Pro solle in einer Fabrik nahe Shanghai produziert werden. US-Präsident Donald Trump hatte US-Unternehmen wie Apple immer wieder aufgefordert, in den USA zu produzieren.

Erst Anfang Juni hatte der Technologiekonzern eine komplett neu konzeptierte Version seines Profi-Rechners vorgestellt. Der neue Mac Pro solle ausreichend Kapazität zum Beispiel für professionelle Videobearbeitung oder Musik-Komposition bieten. Apple hatte den Mac Pro zuletzt 2013 aktualisiert. Das alte zylinderförmige Modell wurde in Austin vom Dienstleister Flextronics in einer hoch-automatisierten Fertigungstrecke montiert. Während an der Produktion des iPhones hunderttausende Jobs hängen, waren in Texas nur wenige hundert Arbeiter mit der Mac-Pro-Produktion beschäftigt, auch weil die Stückzahlen vergleichsweise gering sind.

Vor gut einer Woche hatten Medien berichtet, Apple bereite sich auch darauf vor, zumindest die Produktion der iPhone-Modelle, die bislang fast ausschließlich in der Volksrepublik produziert werden, für den US-Markt in Länder wie Vietnam zu verlegen. Darüber hinaus wollen Technologiekonzerne wie Apple und Microsoft ihre in China gefertigten Produkte laut dem US-Sender CNN vor möglichen neuen US-Zöllen schützen. Die Unternehmen hätten schriftlich bei der Regierung von Präsident Trump um eine Ausnahme gebeten. Vor dem G20-Gipfel in Osaka stand die Drohung im Raum, die Sonderabgaben auf die restlichen China-Einfuhren auszuweiten. Diese Gefahr scheint nach dem Gespräch zwischen Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping zumindest vorerst gebannt.

Apple legte seinem Schreiben demnach eine Liste von fast 20 Produkten bei, für die der Konzern eine Ausnahme von dem geplanten Zoll erreichen will. Dazu gehören das iPhone, die MacBooks und Apple TV. Zugleich habe Apple an die Wichtigkeit des Unternehmens erinnert, das der größte Zahler von Unternehmenssteuer in den USA sei und hinter mehr als zwei Millionen Jobs landesweit stehe.

Trotz der Produktionsverlagerung baut Apple seinen Standort Austin weiter aus. Im vergangenen Dezember hatte der Konzern angekündigt, einen neuen Firmencampus in Austin mit mindestens 5000 neuen Arbeitsplätzen einzurichten. Der Standort werde dann die kommenden Jahren auf bis zu 15.000 Stellen ausgebaut.

 

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