Neue Maßnahmen in Planung Hebammen-Mangel: Eine ziemlich schwere Geburt

Auch in München herrscht Hebammen-Mangel. (Symbolfoto) Foto: dpa

Der Stadt fehlen die Hebammen. Nun gibt es erste Pläne, um dem Mangel entgegenzuwirken.

München - Münchner Kindl und kein Ende: Rund 19.700 Geburten von Münchnerinnen prognostiziert die Stadt für das Jahr 2035. Zum Vergleich: 2015 waren es noch 17.100. Doch trotz dieser eigentlich erfreulichen Nachricht hat die Stadt ein Problem: Denn ihr gehen die Hebammen aus. Besonders auffällig ist der Mangel laut Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs bei der Schwangerschaftvorsorge und der Wochenbettbetreuung.

In Zukunft wird sich das Problem wohl noch verschärfen: Die Bewerberzahlen für die Ausbildung sind in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen und der beim Nachwuchs beliebtere Studiengang wird in München nicht angeboten. Auch an anderen Ecken mangelt es an der Versorgung von Schwangeren. Denn der viel beschworene Pflegekräftemangel wirkt sich auch auf die stationäre Geburtshilfe aus. "Betten in der Neonatologie können nicht betrieben werden, da das notwendige Fachpersonal fehlt", so Jacobs.

München hat ein Problem: Es gehen die Hebammen aus

In den vergangenen Monaten sei es schon mehrmals vorgekommen, dass sich alle sechs Neugeborenen-Intensivstationen der Stadt gleichzeitig von der Versorgung abmelden mussten. Besonders im Falle von Früh- und Risikogeburten, sei das problematisch. Schwangere und Frühchen hätten in Kliniken auch außerhalb Münchens verlegt werden müssen, "mit entsprechenden gesundheitlichen Risiken", so Jacobs. Der Druck auf die Stadt habe sich laut der Gesundheitsreferentin auch deshalb erhöht, weil Geburtshilfe-Abteilungen im Umland, etwa in Bad Tölz und Gräfelfing, geschlossen wurden.

Um die Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen in der Stadt weiter zu gewährleisten, hat das Gesundheitsreferat eine Reihe von Maßnahmen entwickelt, die es nun dem Stadtrat vorschlagen möchte. Zum einen möchte Jacobs ein Konzept für eine Hebammenkoordinierungsstelle entwickeln lassen. Befragungen hätten gezeigt, dass sich Münchner Hebammen die Einrichtung einer solchen Stelle wünschen. Hier könnten sich einzelne Hebammen vernetzen und gegenseitig vertreten, Schwangeren könnte über eine solche Stelle der Zugang zu einer Geburtshelferin erleichtert werden.

Schwangere und Frühchen hätten auch in Kliniken außerhalb Münchens verlegt werden müssen

Erleichterung könnte auch ein neues Geburtshaus an der Theresienwiese bringen. Dessen Umbau möchte Jacobs einmalig mit 75.000 Euro fördern. Auch das Angebot der Beratungsstelle "Natürliche Geburten und Elternsein", die junge Schwangere unterstützt, soll aufgestockt werden. Drei Jahre lang will Jacobs die Stelle mit jährlich 36.300 Euro fördern. Um einen noch genaueren Überblick über die Situation zu bekommen, wünscht sich Jacobs außerdem ein Experten-Hearing zum Thema im Stadtrat.

 

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