Neue Brauerei-Halle wird gebaut Münchner haben Angst vor dem Biergeruch

, aktualisiert am 29.06.2018 - 12:14 Uhr
Industriegebiet statt Innenstadtcharme: So soll die neue Halle der Brauerei in Feldmoching aussehen. Foto: Visualisierung/a+p Architekten

Giesinger Bräu expandiert in den Münchner Norden. Die Anwohner haben in einem Punkt Bedenken.

Feldmoching - Kleine Brauereien sind in, schaut man auf die Erfolgsgeschichte vom Giesinger Bräu stimmt das auf jeden Fall. Noch vor zehn Jahren brauten die Giesinger in einem Hinterhof in der Birkenau, seit 2011 thront auf der Isarhangkante in Obergiesing die neue Brauerei mit großer Wirtschaft. Die Nachfrage stieg, das Sortiment wuchs – die Brauerei ist jetzt schon wieder zu klein.

Es braucht ein zweites Sudhaus, doch in Giesing findet sich kein Platz dafür. Ein neuer Standort fand sich im Norden der Stadt, in der Detmoldstraße in Feldmoching, nahe dem BMW-Forschungszentrum (AZ berichtete).

Biergeruch in München: Gehört doch dazu!?

Im Stadtbezirk hat man nichts gegen den Neuzugang. "Gegen die Brauerei haben wir keine Einwände, das ist ja ohnehin im Industriegebiet", sagt Bernd Hechenblaikner, Fraktionssprecher der SPD im Bezirksausschuss (BA) Feldmoching-Hasenbergl, die auch den Vorsitz stellt. Ein Aspekt macht den Viertel-Politikern aber doch Sorgen: der Brauereigeruch. Ganz in der Nähe sei ja die Wohnsiedlung der Lerchenau, die mittlerweile recht dicht bebaut sei, so Hechenblaikner. Dort würde der Geruch hinziehen.

"Manche mögen ja den Brauereigeruch, dieses Malzige", sagt er, "aber wenn man das auf Dauer hat, dann ist das schon eine Geruchsbelästigung." Darüber sei man sich im BA quer durch alle Fraktionen einig gewesen: "Das zieht ja auch in die Wohnungen."

"Wir sind alle alte Münchner", sagt der Viertel-Politiker, der in Giesing aufgewachsen ist. "Wir kennen das vom Augustiner, Spaten oder vom Paulaner. Wir wissen, wie das riecht."

Geruchsproblematik durch Filter lösbar

"Vorausschauend", sagt Hechenblaikner, habe der BA deshalb beantragt, die Pläne auf eine mögliche Geruchsproblematik zu prüfen. Notwendige Filter sollen eingebaut werden. Mit der heutigen Technik müsse man ja solche Probleme gar nicht erst aufkommen lassen.

Ob mit oder ohne Geruch – Giesinger Bräu will in der neuen Halle vor allem sein Helles brauen. Auch Abfüllung, Lager und Büros sollen hier Platz haben. Ende 2019, Anfang 2020 soll alles fertig sein. Mit dem zweiten Standort wird Giesinger Bräu künftig 25.000 Hektoliter Bier im Jahr brauen – mehr als doppelt so viel wie heute.

 

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