Neue Biografie Gérard Depardieu: Vom Stricher zum Putin-Freund

Gérard Depardieu 2014 bei den Filmfestspielen in Cannes Foto: Arthur Mola/Invision/AP

Gérard Depardieus Memoiren haben für großes Aufsehen gesorgt. "Es hat sich so ergeben" ist jetzt auch auf Deutsch erschienen. Er berichtet darin unter anderem über seine Zeit als Stricher, Grabräuber und seine Freundschaft mit Putin.

 

München - Er war als Jugendlicher ein Underdog und Kleinkrimineller - mit 30 ist Gérard Depardieu (66, "Life of Pi") dann der Star des französischen Kinos, eine internationale Karriere folgt - inklusive Golden Globe Award und Oscar-Nominierung. Aber auch für Skandale sorgt er immer wieder - die hat er selbst auch in seinem Buch "Ça s'est fait comme ça" aufgearbeitet, das jetzt unter dem Titel "Es hat sich so ergeben" (Das Neue Berlin, 192 Seiten, 19,99 Euro) auf Deutsch erschienen ist.

"Ich war kein Wunschkind"

"Ich habe alle Gewalt überlebt, die sich meine arme Mutter angetan hat", heißt es darin. Stricknadeln, Abtreibungstees aus Kirschenstielen "und was es sonst noch so gab" hat Depardieu überstanden. "Als Knirps musste ich mir all das anhören, da war ich zwei, drei Jahre alt", schreibt er.

"Wir graben zusammen den Sarg aus"

Zudem erzählt Depardieu in dem Buch von "einem Typen mit dem Spitznamen Morille. Er ist auf das Ausrauben von Toten spezialisiert". "Der Typ ist viel älter als ich und gelegentlich auf meine Hilfe angewiesen." Er habe ihn dann zum Friedhof begleitet, "und wir graben zusammen den Sarg aus. Während er seine kleinen Besorgungen erledigt, rauche ich eine Zigarette. Und wenn alles zu Ende ist, ist er zufrieden. Mir ist das egal".

Prostitution

Schon früh verkaufte sich Depardieu: "Dass ich Homosexuellen gefalle, habe ich schon früh gemerkt, so mit zehn, zwölf Jahren, als ich trampte und von Typen mitgenommen wurde, die an meinem Schwanz lutschen wollten und von denen ich mich dafür ordentlich bezahlen ließ." Manche habe er auch beraubt. "Ich bin zwanzig, und der kleine Ganove atmet immer noch in mir. Ab und zu reiße ich eine Telefonschnur aus der Wand, schlage den Kerl zusammen und verschwinde mit der ganzen Kohle."

Putin

Dem russischen Präsidenten Putin widmet der Schauspieler ein ganzes Kapitel in seinem Buch. "Ich liebe Russland, ich bin Putins Freund, und ich fühle mich genauso als Weltbürger wie als Franzose, das eine nicht weniger als das andere." Und er fordert: "Lasst mich leben, wie es mir gefällt, mich befreunden, mit wem ich will (...)." Putin habe anscheinend seine "Hooligan-Seite sofort gefallen", schreibt Depardieu: "Dass ich einmal in einem Flugzeug gepinkelt habe, dass ich einem Paparazzi einen Tritt in die Eier gegeben habe, dass man mich stockbesoffen auf einem Bürgersteig gefunden hat."

 

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