Neue Arbeitszeitregelung GroKo macht den Biergärten das Leben schwer

Traumhafte Kulisse bei Biergarten-Wetter: Kufflers Seehaus am Kleinhesseloher See im Englischen Garten. Foto: imago

Die neue Bundesregierung will die sogenannte „Arbeit auf Abruf“ beschränken. Sehr zum Leidwesen der Wirte, deren Geschäft vom Wetter abhängig ist. Das könnte auch Auswirkungem auf die Biergärten haben.

 

Berlin - Sie gehören zum Freistaat wie König Ludwig II., die CSU oder der FC Bayern mit der Meisterschale: die schönen Biergärten. Sie alle haben eines gemein, nämlich die Abhängigkeit von Arbeitskräften auf Abruf. Also Kellnern, Köchen, Spülern etc., die gebraucht werden, wenn die Sonne scheint. Scheint sie nicht, dann gibt’s keine Gäste – und keine Arbeit.

Die Große Koalition aus Union und SPD will nun mit Unterstützung der Gewerkschaften gegen diese „Arbeit auf Abruf“ vorgehen. Damit Arbeitnehmer „ausreichend Planungs- und Einkommenssicherheit in dieser Arbeitsform haben“, solle der Rahmen des gesetzlich Erlaubten enger werden, heißt es im Koalitionsvertrag (Hintergrund: Das steht im Koalitionsvertrag).

Mindestarbeitszeit soll künftig 20 Stunden betragen

Auf Druck der Gewerkschaften, die diese Form der Arbeit als Ausbeutung betrachten, hatte die Forderung ihren Weg ins Wahlprogramm der SPD 2017 gefunden. Falls im Arbeitsvertrag keine konkrete wöchentliche Mindestarbeitszeit vereinbart ist, sollen künftig von Gesetzes wegen 20 Stunden vorgeschrieben werden. Diese müssen dann vom Arbeitgeber vergütet werden, egal ob er die Arbeit gerade braucht oder nicht. Zudem sollen Schwankungen der Arbeitszeit künftig gesetzlich begrenzt werden – auf höchstens 20 Prozent weniger oder 25 Prozent mehr als das Normalpensum.

Für die selbstständigen Wirte, die oft mehr als 14 Stunden am Tag arbeiten (müssen), ist diese Regelung ein Schlag. Ingrid Hartges, die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), sagte zur FAZ: „Biergartenwetter stellt sich nun einmal nicht mit Ankündigungsfrist ein – und es richtet sich ebenso wenig nach dem Arbeitszeitgesetz.“ Experten schätzen die Zahl der Arbeitnehmer, die in einem Arbeitsverhältnis auf Abruf stehen, auf deutschlandweit 1,9 Millionen.

Auch in Bayern Biergärten betroffen

Viele von ihnen sind in bayerischen Biergärten tätig. Kommt das Gesetz, könnte es für viele Wirte im Freistaat eng werden – und damit auch für Biergartenfreunde.

 

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