Nationalspieler des FC Bayern Rudy auf dem Sprung: Brause oder Kohle?

Wo spielt Sebastian Rudy kommende Saison? Beim FC Bayern wohl zumindest nicht mehr. Foto: firo/Augenklick

Sebastian Rudy ist beim FC Bayern nicht erste Wahl - und steht nach nur einem Jahr vor dem Abschied. RB Leipzig und der FC Schalke 04 zeigen Interesse. "Ihn gehen zu lassen, wäre ein Fehler", sagt Lothar Matthäus.

München - Ein wenig Selbstironie bewies Sebastian Rudy kürzlich, als er ein Foto von sich in den sozialen Netzwerken verbreitete. Darauf war er im Trikot des FC Bayern und mit schwarzer Gesichtsmaske zu sehen. Als Kommentar fügte Rudy, der nach seinem bei der Weltmeisterschaft erlittenen Nasenbeinbruch nur mit Schutzmaske spielen kann, eine Fledermaus hinzu.

Aufgenommen wurde das Foto beim Test gegen Manchester United (1:0) vergangene Woche, als der 28-Jährige als letzter Bayer für ein paar Minuten eingewechselt wurde. Seitdem ist Bayerns Batman ein wenig untergetaucht. Am Sonntag, beim Supercup-Triumph gegen Frankfurt (5:0) wurde Rudy nicht eingesetzt.

Rangnick über Rudy-Transfer: "Mutter aller Fake News"

Niko Kovac sendete damit ein weiteres, vielleicht letztes, Signal an ihn, dass er nicht unbedingt mehr mit ihm plant. Das Interesse an ihm ist trotzdem groß – nur eben nicht beim FC Bayern. Nicht nur Bundestrainer Joachim Löw schätzt ihn als passsicheren, technisch starken und bisweilen robusten Sechser.

Speziell die Verantwortlichen der Ligakonkurrenz wissen um Rudys Fähigkeiten und wittern ihre Chance. Allen voran Ralf Rangnick. Der Sportdirektor und aktuelle Trainer von RB Leipzig lotste Rudy 2010 bereits nach Hoffenheim. Nachdem Rudy am Freitag auf dem Trainingsgelände in Leipzig gesichtet wurde, vermeldete der SWR dessen Wechsel zu RB sogar bereits als perfekt. Eine Ablösesumme von 15 Millionen Euro wurde genannt.

Der Transfer scheint schließlich auch für alle Beteiligten Sinn zu ergeben, zumal in Julian Nagelsmann Rudys einstiger Förderer in Hoffenheim Rangnick nach der Saison als Coach ablösen wird. Dass der Deal perfekt sei, sei allerdings die "Mutter aller Fake News", sagte Rangnick am Mittwoch: "Sebastian Rudy wechselt nach bisherigem Stand nicht zu RB Leipzig. Wie es in ein oder zwei Wochen aussieht, das weiß ich jetzt auch noch nicht."

Schalke-Coach Tedesco wegen "Arbeit" in München

Vielleicht auch, weil Schalkes Trainer Domenico Tedesco am Dienstagabend mit seinen Assistenten Peter Pechtold und Videoanalyst Lars Gerling am Münchner Flughafen fotografiert wurde. Ob er tatsächlich wegen eines Treffens mit Rudy dorthin gereist war, wie die "Bild" behauptet, wollte der Coach am Mittwoch nicht bestätigen. "Es war schon Arbeit. Kein Vergnügen", sagte Tedesco nur. (Lesen Sie hier alles über die Transfergerüchte beim FC Bayern

Wenn es möglich sei, die Mannschaft zu verstärken, ergänzte er, "müssen wir das definitiv machen. Unabhängig davon, ob die Position besetzt ist oder nicht." S04-Manager Christian Heidel verriet, dass er nach dem Abgang von Thilo Kehrer zu Paris Saint-Germain eigentlich eher nach einem Linksverteidiger Ausschau hält.

Das könnte bedeuten, dass Tedesco nicht wegen Rudy in München war, sondern vielleicht eher wegen Juan Bernat. Oder dem etwas weiter westlich wohnenden Philipp Max vom FC Augsburg. Ein Bluff? Heidel räumte ein, sich "vor vier Monaten auf einer Manager-Tagung" mal mit Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic unterhalten zu haben: "Da ist der Name Sebastian Rudy einmal gefallen." Über finanzielle Dinge habe man "noch nicht gesprochen".

Sebastian Rudy? Trainer Kovac hält sich bedeckt

Vieles deutet auf einen Abschied von Rudy aus München hin. Ein öffentliches Bekenntnis von Kovac zu ihm, wie etwa bei Jérôme Boateng, vermisst er bislang. Obwohl Arturo Vidal nach Barcelona gewechselt und Weltmeister Corentin Tolisso erst wieder eingestiegen ist, ist die Konkurrenz im Mittelfeld riesig. Javi Martínez, Thiago, James, Thomas Müller, Renato Sanches und Leon Goretzka können dort spielen.

Rudy abzugeben hält Lothar Matthäus dennoch für "einen großen Fehler". Der sei neben Martínez schließlich "der einzige echte Sechser im Bayern-Kader", schrieb er in seiner Sky-Kolumne. Im vergangenen Jahr war Rudy ablösefrei als Anführer des Confed-Cup-Siegerteams und mit großen Ambitionen gekommen.

Unter Carlo Ancelotti startete er als Stammspieler, unter Jupp Heynckes wurde er kaum noch berücksichtigt. Eine weitere Saison will er nicht als Aushilfskraft auf Bayerns Bank verlieren. Man darf gespannt sein, wo Bayerns Batman als nächstes auftauchen wird.

 

7 Kommentare

Kommentieren

  1. null