Nationalmannschaft Einige Weltmeister haben keine WM-Chance mehr

2014 auf dem Gipfel, nun außen vor bei der Nationalelf: Die Weltmeister um Shkodran Mustafi (l.) und Kevin Großkreutz (r.) Foto: GES (2), R’steiner/AK

Einige Spieler aus dem WM-Kader von 2014 sind kein Thema mehr bei Bundestrainer Joachim Löw. Während Großkreutz inzwischen 2. Liga spielt, darf Schürrle noch hoffen: "Ein Thema für diese WM".

 

Zuletzt geriet selbst der Stammplatz im Zweitliga-Abstiegskampf in Gefahr. "Nur der Name", bekam Kevin Großkreutz von Trainer Dirk Schuster beim Tabellenvorletzten Darmstadt 98 zu hören, zähle nicht, es gehe "allein nach Leistung". Vier Jahre nach dem Weltmeistertitel ist der abgestürzte Nationalspieler weiter von einer WM-Teilnahme entfernt als Darmstadt von der Champions League.

Er ist damit nicht alleine. Einige Weltmeister von 2014 sind 2018 ohne WM-Chance – aus unterschiedlichen Gründen. Benedikt Höwedes beispielsweise, der beim Triumph in Brasilien keine Minute verpasste, ist seit seinem Wechsel zu Juventus Turin von Verletzungen geplagt. "Viel schlimmer ist das ständige Herankämpfen", berichtete der ehemalige Schalker zuletzt der "Welt", aber: "Ich glaube an mich und an meinen Körper. Ich denke, dass ich nun in einem guten Fitnesszustand bin – und auf dem Weg, mich für den Sommer in eine gute Verfassung zu bringen."

Boateng, Hummels und Rüdiger sind wohl gesetzt 

Hoffnung also ist da, obwohl die Innenverteidigerposition bei Bundestrainer Joachim Löw bestens besetzt ist. Jérôme Boateng, Mats Hummels und wohl auch Antonio Rüdiger sind gesetzt, dahinter drängen Niklas Süle und Matthias Ginter nach. Und gab es da nicht noch Shkodran Mustafi? Auch für den Arsenal-Profi wird es sehr schwierig. Er fehlt jetzt, er fehlte gegen England und Frankreich, er spielte in der WM-Qualifikation nur gegen Aserbaidschan von Beginn an – und musste dabei früh verletzt vom Platz.

Christoph Kramer von Borussia Mönchengladbach ist ebenso von der Kandidatenliste gerutscht, auch Torhüter Ron-Robert Zieler wird nicht nominiert werden. Erik Durm, 2014 ohne Einsatz dabei, ist auch 2017/18 ohne Einsatz – bei Borussia Dortmund. Ihn plagte zunächst eine langwierige Hüftverletzung, es folgte ein Außenbandriss im Sprunggelenk. Ein angedachter Wechsel zum VfB Stuttgart platzte, es hilft wohl nur Geduld.

André Schürrle ist noch immer Thema für die WM

Ein Teamkollege hingegen könnte es unverhofft doch noch zur Endrunde nach Russland schaffen. André Schürrle spielte lange fernab guter Leistungen, doch er hat sich berappelt, was auch dem Bundestrainer aufgefallen ist. "Zuletzt hatte er aufsteigende Tendenz", sagte Joachim Löw am Donnerstag, und er versicherte: "Wir wissen zu schätzen, was er kann. Er ist nach wie vor ein Thema für diese WM." Allerdings: Zu Löws doppeltem Härtetest war Schürrle nicht eingeladen. Acht Weltmeister von 2014 sind noch dabei, viele haben wie Philipp Lahm, Miroslav Klose oder Bastian Schweinsteiger ihre Karriere oder Nationalmannschaftslaufbahn beendet.

Kevin Großkreutz ist nicht eingeladen worden. Das war alles andere als überraschend. Immerhin jedoch bleibt ihm wohl eines erspart: Ein Weltmeister in der 3. Liga zu sein. Laut "Sport Bild" und "Kicker" besitzt sein Vertrag im Abstiegsfall keine Gültigkeit mehr für die kommende Saison.

 

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