"Nationaler Appell" Besser als Satire: NPD blamiert sich auf YouTube

Unfreiwillig komisch: Der "erste nationale Appell" der NPD Trier Foto: YouTube

Dieser Tage arbeiten sich Kabarettisten und Comedians vermehrt parodistisch an Rechtsextremen ab. Bei der NPD Trier ist das nicht nötig – die präsentiert sich selbst auf YouTube derart dilettantisch, dass man eigentlich schon an Realsatire glauben muss.

 

Trier – Vier Vertreter der Trier NPD stehen in dem Clip vor einer tristen Wand und halten lustlos Fackeln in die Kamera. Begleitet von unbeholfener Kameraführung tragen sie dann monoton ihren "ersten nationalen Appell" vor. Sie lamentieren über den "Asylirssin" und beweisen schließlich, dass sie aus dem Land der Dichter und Denker stammen: "Buntes Trier, nicht mit mir!", hallt es immer wieder aus den voluminösen Körpern.

Der Spott über diese denkwürdige Performance ließ nicht lange auf sich warten. Zwar verzeichnete das YouTube-Video sensationelle Zugriffszahlen (über 250.000 Abrufe), doch die zahlreichen Kommentare waren allesamt von Hohn und lachenden Smileys geprägt. Auf Twitter wurde es noch böser und das bisherige Highlight stellt der offene Brief eines Lokalpolitikers dar, der den NPD-Aktivisten Kondome zusandte, um sie "im Sinne unseres Landes" an der Fortpflanzung zu hindern.

 

Das Video der "NPD Trier" hat mich schwer bewegt (Link: https://goo.gl/xuU3EL). Ich hab mich entschlossen schnell &...

Posted by Max Bauer on Samstag, 1. August 2015

Dem Aufruf für einen Fackelzug durch Trier folgten dann übrigens nur 45 NPD-Anhänger. Mehrere hundert Gegendemonstranten versperrten ihnen dabei den Weg über eine Moselbrücke, weshalb die Rechten ihren Marsch irgendwann entnervt aufgaben.

 

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