Nahost-Konflikt Nach Anschlagsserie: Mauerbau in Jerusalem

Ein Palästinenser schaut zu einer Mauer, errichtet von israelischen Streitkräften in Ost-Jerusalem nahe des arabischen Viertels Jabel Mukaber. Foto: dpa

Nach den jünsten Anschlägen will Israel eine Mauer im Osten Jerusalems errichten. Getrennt werden soll das jüdische vom arabischen Viertel. Seit Monatsbeginn kamen acht Iraelis und 40 Palästinenser bei Auseinandersetzungen ums Leben.

 

Angesichts einer neuen Gewaltwelle will Israel arabische und jüdische Viertel im Ostteil Jerusalems mit einer Mauer trennen. Das arabische Viertel Issawijeh solle eingezäunt und damit de facto zu einer Enklave in Jerusalem werden, berichtete der israelische Rundfunk am Montag.

Teil des Plans sei eine 1,5 Kilometer lange und neun Meter hohe Mauer, deren Baukosten auf umgerechnet 4,6 Millionen Euro geschätzt werden. Die Mauer solle verhindern, dass Palästinenser aus Issawijeh Steine und Brandflaschen auf Autos werfen, die auf einer naheliegenden Straße zwischen Jerusalem und der Siedlerstadt Maale Adumim unterwegs sind.

Ein anderer Teil des Viertels mit rund 20 000 Einwohnern solle mit Betonblöcken abgesperrt werden. Eine ähnliche Sperre sei zwischen der israelischen Siedlung Armon Hanaziv und den arabischen Vierteln Dschabel Mukaber und Sur Baher geplant.

Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums betonte, es handele sich um reine Sicherheitsmaßnahmen und nicht um einen politischen Schritt.

Israel hat ganz Jerusalem zur «ewigen und unteilbaren» Hauptstadt erklärt. Die Palästinenser beanspruchen dagegen den von Israel annektierten arabischen Ostteil Jerusalems als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.

Seit Monatsbeginn sind bei palästinensischen Schuss- und Messerattacken acht Israelis getötet worden. Mehr als 40 Palästinenser kamen ums Leben, die Mehrheit Attentäter. Die restlichen Menschen wurden bei Konfrontationen mit israelischen Sicherheitskräften getötet. Laut Medienberichten stammen die meisten Täter aus dem arabischen Ostteil Jerusalems.

 

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