Nächste Runde im Weltmeister-Zoff "Greenkeeper"! Podolski kontert Matthäus-Kritik

Weltmeisterlicher Zoff zwischen dem ehemaligen Weltfußballer Lothar Matthäus und Lukas Podolski. Foto: firo, GES/Augenklick

Weltmeister-Zoff zwischen Lukas Podolski und Lothar Matthäus: Der designierte Neuzugang des italienischen Fußball-Erstligisten Inter Mailand hat sich via Twitter gegen die Kritik des Rekord-Nationalspielers gewehrt, dieser legte nach.

 

München - Lukas Podolski ohne Smartphone? Undenkbar! Selbst im dichtesten Gedränge seines triumphalen Empfangs in Mailand klammerte sich der Weltmeister an sein Handy. Bloß nichts verpassen, nicht das nächste Selfie, nicht die nächste Nachricht.

Die Mitteilung, die Podolski nach seinem erfolgreichen Medizincheck bei Inter am Samstag bekam, gefiel ihm allerdings so gar nicht. Via Twitter - wo sonst? - entfachte Poldi noch vor der offiziellen Bekanntgabe des Transfers einen öffentlichen ausgetragenen Zoff mit dem früheren Mailand-Star Lothar Matthäus. "Ich finde es schon sehr amüsant, dass ausgerechnet Matthäus mir Tipps gibt, wie ich mich verhalten soll", schrieb Podolski und garnierte seine Nachricht mit den Hashtags "Erfolgscoach" und "Greenkeeper".

Matthäus hatte Podolski am Samstag via Sky attackiert. "Er twittert mehr, als er spielt", sagte der ehemalige Weltfußballer: "Er sollte sich mehr auf Fußball konzentrieren." Im Express legte Matthäus am Sonntag nach. "Ich finde: Twitter ist sexy, aber er sollte mehr Fußball spielen als twittern. Durch seine Reaktion hat er das jetzt ja wieder bestätigt", sagte Matthäus: "Er ist nicht fokussiert. Dabei hat er jetzt eine große Aufgabe vor sich, für die ich ihm alles Gute wünsche."

Die "große Aufgabe" heißt Inter Mailand, das in einer der größten sportlichen Krisen der vergangenen Jahre steckt. Tabellenplatz elf, 15 Punkte Rückstand auf die Champions-League-Plätze. In einer Liga, die durch "viele Skandale an Glanz verloren hat" (Matthäus), sind die ruhmreichen Lombarden nur noch Mittelmaß.

Podolski ist das offensichtlich egal, nach seiner Zeit zwischen Bank und Tribüne beim FC Arsenal will er einfach wieder spielen. "Ich bin glücklich, forza Inter", sagte Podolski am späten Freitagabend, ausgestattet mit einem Vereins-Schal, bei Sky Italia: "Mit so einem Empfang hätte ich nicht gerechnet. Ich habe schon mit Roberto Mancini (Inter-Trainer, d. Red.) gesprochen, er ist ein großartiger Trainer. Ich will dem Team helfen, ich hoffe auf eine gute Saison und die Qualifikation für die Champions League."

Im Gespräch ist zunächst ein Leihgeschäft bis Saisonende. Laut internationalen Medienberichten kann der ehemalige Champions-League-Sieger Inter Podolski dann per Option für rund 6,5 Millionen Euro dauerhaft in die Lombardei holen. Noch fehlt allerdings die Unterschrift unter dem Vertrag. Nach einem Bericht der Gazzetta dello Sport arbeiten Arsenal und Inter noch an letzten Details, Montag soll die Einigung endlich bekannt gegeben werden.

Zwei Tage nach Weihnachten war Inters Interesse an Arsenals prominentem Ersatzmann bekannt geworden, seitdem bestimmt Prinz Poldi die Schlagzeilen. Und stets trägt der stolze Kölner, der nach seinen gescheiterten Anläufen beim FC Bayern und dem FC Arsenal endlich auch über die engen Grenzen seiner rheinischen Heimat hinweg Fußspuren hinterlassen will, seinen Teil dazu bei. Hat Podolski etwas mitzuteilen, tut er dies über die sozialen Netzwerke.

Manchmal bissig wie zu Neujahr, als er den Daily Mirror der Lüge bezichtigte, manchmal rührend wie bei der Verabschiedung von seinen Londoner Fans. "In meinem Herzen wird immer ein Platz für Euch sein. Ich habe jede Minute im Arsenal-Trikot geliebt, und ich hoffe, dass ich einen bleibenden Eindruck beim Klub und bei den Fans hinterlassen habe. Hoffentlich sehen wir uns wieder", schrieb Podolski.

 

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