Nächste Breitseite gegen Hasan Ismaik 1860-Verwaltungsrat spricht schon von Bundesliga

, aktualisiert am 20.06.2017 - 12:51 Uhr
Der Wunschtraum vieler Fans: 1860 läuft ins Grünwalder Stadion in Giesing ein. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Der Löwe kommt nicht zur Ruhe. Verwaltungsratsboss Dr. Markus Drees teilt in einem Interview gegen Investor Hasan Ismaik aus. Auch er spricht von einer Zukunft des TSV 1860 ohne Zuwendungen des jordanischen Geschäftsmanns.

 

München - Es bleibt schmutzig: Löwen-Verwaltungsratschef Dr. Markus Drees wettert in einem Interview gegen 1860-Investor Hasan Ismaik. Auch seine Aussagen lassen auf eine angestrebte Trennung vom jordanischen Geschäftsmann schließen. Am Wochenende hatte bereits Interimspräsident Robert Reisinger bei einem Fanklubtreffen die Position des e.V. klargestellt und sich weiter von Ismaik distanziert.

Klare Distanzierung von Ismaik

"Wir Löwen starten mit der Unterstützung unserer treuen Mitglieder, Fans, Sponsoren und Partner aus eigener Kraft einen glaubhaften Neuanfang, der verloren gegangene Sympathien zurückbringt", erklärte nun Drees im Gespräch mit dem Münchner Wochenanzeiger. "Die Positionierung als bayerischer Verein mit Münchner Herz und Seele in Giesing. Unsere Nachwuchsarbeit spielt dabei eine entscheidende Rolle. Sportlich werden wir mit der ersten Mannschaft zunächst kleinere Brötchen backen müssen", meinte er weiter, um dann auch die Bundesliga in der künftigen Zielsetzung zu nennen: "Aber unser Ziel ist immer, den TSV 1860 zurück in die Bundesliga zu führen."

Aus eigener Kraft also? Drees schrieb den Niedergang der Löwen unumwunden auch mutmaßlichen Fehlentscheidungen des Investors zu. Der Verwaltungsrat habe die Hoffnung gehabt, meinte er zu mehr Handlungsfreiraum für Ismaik, "dass unserem Mitgesellschafter als unternehmerische Persönlichkeit auf diese Weise das Projekt Profi-Fußball beim TSV 1860 mehr Spaß macht und es ihn emotional enger an den Verein binden würde. Das war auch der Fall, nur standen am Ende dieses Experiments leider ein sportlicher Abstieg und ein finanzieller Zwangsabstieg".

Drees von Ismaik-Attacken erschüttert

Dass Ismaik Drees als Vorsitzender des Verwaltungsrats, Roman Beer als Fußballabteilungsleiter des e.V. und den Vize-Präsidenten Heinz Schmidt sowie Hans Sitzberger die Schuld für den Niedergang zugeschrieben hatte, habe ihn "ehrlich gesagt erschüttert", meinte Drees weiter. "Der Versuch nach dem Abstieg und der Nichtlizenzierung für die Dritte Liga, den Misserfolg der Profis auf abstruseste Weise mir als Verwaltungsratsvorsitzendem oder dem ausschließlich für die Jugend und Amateure zuständigen Fußballabteilungsleiter Roman Beer und anderen ehrenamtlichen Verwaltungsräten des e.V. ans Bein zu binden. Das ist ungeheuerlich."

Auch Ex-Präsident Peter Cassalette, der wiederum verbal scharf gegen ihn geschossen hatte, war Teil seiner Kritik. "Cassalettes Rolle ist mittlerweile leider eine indifferente geworden. Sein Vorwurf entbehrt jeder Grundlage und kann nur politisch gedeutet werden – als ein letzter Dienst, an wem auch immer", sagte er. "Leider nicht am e.V., dessen Präsident er war. Mehr will ich dazu gar nicht sagen." Hatte er damit aber. Mit einem letzten Dienst "an wem auch immer" dürfte der Investor gemeint gewesen sein.

 

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