Nachhaltiges Projekt Hochschule München: Energie für die Zukunft

Das Team von Step 1 zeigt den Prototyp der Trittvorrichtung Foto: ans

Ein Projekt der Hochschule München lässt Studenten Ideen für eine nachhaltigere Zukunft entwickeln.

 

München - Für ein kleines rotes Lämpchen reicht es schon: Immer wieder drückt Philipp Nicotra auf den Kreisel, der mit seiner Drehung Strom erzeugt und so das Lämpchen zum Leuchten bringt. Irgendwann, so stellen es sich der angehende Bauingenieur und seine Mitstudenten vor, könnten ähnliche Vorrichtungen in den Bodenplatten der Münchner Bahnhöfe verbaut werden. Wartende Pendler könnten dann mit stetigem Treten Strom erzeugen, um so zum Beispiel ihr Handy zu laden. "Und man spart gleichzeitig noch das Fitnessstudio", erklärt Nicotras Teamkollegin Tanja Kupschewski, Studentin der Energie- und Gebäudetechnik, lachend.

Die Idee zur alternativen Energiegewinnung ist Teil eines Projektes der Hochschule München. Bei "ZukunftGestalten@HM" finden sich jedes Jahr Studenten aus verschiedenen Fakultäten zusammen, um gemeinsam an Projekten für eine nachhaltigere Zukunft zu arbeiten. Dieses Jahr stand die Aktion unter der Überschrift "Future Energy", die Studenten befassten sich also mit der Frage, wie die Energieversorgung der Zukunft gestaltet werden könnte.
Bei der Entwicklung ihrer Zukunftsideen arbeiten die Studenten eng mit Partnern aus der Praxis zusammen: Im Falle der Tretstromvorrichtung stand ein Vertreter der MVG mit Rat und Tat zur Seite – so wurden bei der Entwicklung auch für die Studenten vermutlich eher abseitige Aspekte wie der Brandschutz in den Bahnhöfen und der Schutz vor Vandalismus bedacht. Auch wird jedes Team von einem Professor der Hochschule unterstützt.

Denn oft müssen sich die Studenten für ihre Ideen auch in unbekannte Themengebiete einarbeiten. "Von uns kannte sich zu Anfang keiner mit Elektrotechnik aus, aber Sie sehen, die Lampe leuchtet", sagt Nicotra mit Blick auf den selbst gebauten Prototyp.

Die anderen Teams befassten sich unter anderem mit der Frage, was Kunden von Ökostrom-Anbietern wohl im Jahr 2030 erwarten werden und wie man die Bürger am besten in den Energienutzungsplan der Landeshauptstadt miteinbezieht. Auch um die Mobilität der Zukunft haben sich die Studenten Gedanken gemacht: Ein Team entwickelte ein Induktionsverfahren zur kabellosen Ladung von Pedelecs (E-Bikes). Davon könnten dann künftig Anbieter von Leihfahrädern wie zum Beispiel auch die MVG profitieren.

Ob die Projekte der Studenten auch umgesetzt werden, steht derzeit noch nicht fest. Doch wird sich das ein oder andere Unternehmen die Zukunftsideen der Studenten sicher genauer ansehen. "Unser Betreuer will auf jeden Fall mit der MVG sprechen", so Student Nicotra. Es kann also sein, dass Münchner Pendler irgendwann in der Zukunft ihr Handy schon mit wenigen Fußtritten am Bahnsteig aufladen können.

 

0 Kommentare