Nach wochenlangen Streiks Post: Schnell zurück zum Normalbetrieb

Die Streiks haben ein Ende. Jetzt wird wieder gearbeitet. Foto: dpa

Noch kommt es aber zu erhöhten Rückständen bei der Zustellung von Briefen und Paketen. Wie die Auswirkungen auf Kunden sind und was der Streik gekostet hat.

 

München - Nach dem längsten Poststreik seit mindestens 20 Jahren arbeitet das Unternehmen mit Hochdruck an der Rückkehr zum Normalbetrieb – der Beförderung der allermeisten Sendungen am Folgetag. Vorerst komme es „insbesondere in einigen Regionen zu erhöhten Rückständen bei der Zustellung“, teilte die Post mit. Nach dem Ende des Streiks in der Nacht auf Dienstag (AZ berichtete) solle sich die Arbeit im Großteil der Zustellbezirke innerhalb weniger Tage normalisieren, hatte Post-Personalchefin Melanie Kreis am Sonntag angekündigt.

Allerdings könnte es vor allem bei Paketen noch länger dauern. An dem Streik hatten sich in den vergangenen Wochen täglich um die 30.000 Beschäftigte beteiligt. Millionen Briefe und Pakete blieben jeden Tag liegen, die jetzt Schritt für Schritt zugestellt werden müssen. Die Auswirkungen seien regional sehr unterschiedlich. „Aber wir setzen alles daran, die Rückstände sehr zeitnah aufzuarbeiten“, sagte Kreis. Insgesamt lief der Ausstand seit Ostern an 52 Streiktagen.

Die Gesamtkosten dürften sich auf einen hohen zweistelligen oder sogar einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag addieren. Die Post hatte mit Aushilfskräften, Umorganisation sowie Zusatzarbeit an drei Sonntagen versucht, die Postberge abzubauen und dafür nach Schätzungen täglich Millionen aufgewendet.

Die Streikkasse der Gewerkschaft dürfte mit etwa 30 Millionen Euro belastet worden sein. Bestätigungen für diese Zahlen gab es weder von der Post noch von Verdi. Die Post hatte in dem vierwöchigen unbefristeten Streik nie benannt, welche Regionen besonders betroffen waren. Nach Schilderung von Postkunden gab es aber vor allem in Ostdeutschland große Probleme, da dort kaum Beamte für streikende Angestellte einspringen konnten. Auch München war stark beeinträchtigt.

Die Post lobte den Abschluss als „Gesamtpaket, das Mitarbeitern Sicherheit und Perspektive bietet sowie gleichzeitig künftiges Wachstum ermöglicht“. Zentraler Streitpunkt waren neue Regionalgesellschaften im Paketdienst mit schlechterer Bezahlung als der Haustarif. Hiermit konnte sich die Konzernspitze durchsetzen, verpflichtete sich aber, das Modell bis 2018 nicht auf den Briefbereich zu übertragen. In den Paket-Gesellschaften sollen jetzt neue Stellen entstehen. Die Aktien der Deutschen Post profitierten derweil vom Ende des Streiks. Die Papiere legten gestern phasenweise über drei Prozent zu.

 

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