Nach Vorstoß in Hessen Evangelische Kirche in Bayern plant keine Homo-Ehe

Nachdem eine hessische Kirche am Samstag erstmals ein schwules Paar getraut hat, distanziert sich die evangelische Landeskirche in Bayern von diesem Vorgehen.

 

München – Die Trauung eines homosexuellen Paares in einer evangelischen Kirche in Hessen macht in Bayern keine Schule. „Bei uns ist das in nächster Zeit nicht zu erwarten“, sagte Johannes Minkus vom evangelisch-lutherischen Landeskirchenamt am Montag in München. Homosexuelle könnten in Bayern den Segen der Kirche erhalten, aber eine kirchliche Trauung sei nicht möglich. Minkus verwies auf die autonomen Arbeitsweisen der unterschiedlichen Landeskirchen. „Natürlich haben wir die Berichterstattung über die Trauung verfolgt, das bedeutet aber nicht, dass für uns daraus Handlungsimpulse entstehen“, sagte er.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hatte am Samstag in Seligenstadt als erste in Deutschland zwei Männer kirchlich getraut. „Dass eine solche Trauung durchgeführt wurde, hat einen längeren Vorlauf von etwa eineinhalb Jahren, das sind ja nie Schnellschüsse“, sagte Kirchensprecher Minkus. Daher gebe es keinen direkten Zusammenhang mit dem im Juni vorgelegten Positionspapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Thema Familie und Ehe. Darin wird der Wert von homosexuellen Partnerschaften und Patchworkfamilien ausdrücklich anerkannt. Die katholische Kirche lehnt eine solche Liberalisierung des Eheverständnisses ab.

 

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