Nach Tor Müller spottet über Lahm: Der linke "Drecksack" trifft

Torschütze Philipp Lahm (r) jubelt mit Thomas Müller über sein Tor zum 2:0. Foto: dpa

Gegen Ingolstadt spielt Lahm auch in der Offensive, er schießt das 2:0. Müller frotzelt.

 

München - Arjen Robben, Franck Ribéry, Douglas Costa – alle verletzt. Lediglich der "King" wie ihn die Mannschaft kennt, stand Pep Guardiola aus der Abteilung Flügelstürmer gegen Ingolstadt zur Verfügung: Kingsley Coman. Sein Einsatzgebiet war vornehmlich die linke Offensivseite und so musste der Bayern-Trainer wieder einmal improvisieren als es nicht lief gegen den Aufsteiger.

Guardiola schickte Lahm in der zweiten Halbzeit von rechts hinten nach rechts vorne. Und siehe da: Der 32-jährige Münchner spurtete und dribbelte bis an und durch den Strafraum der Aufsteiger als wäre es seine eigentliche Berufung. Und dann traf er auch noch.

 

Lahm zuletzt treffsicherer als Müller

Auf perfekte Vorlage von Thomas Müller versenkte Lahm den Ball mit einem cleveren Linksschuss nach 75 Minuten zum 2:0. Die 75.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena durften somit eine Weltsensation bestaunen, im Spielbetrieb der Profis gar eine Weltpremiere: Lahm trifft mit links. Es war der erste Treffer des Weltmeister-Kapitäns seit 14 Monaten, seit Oktober 2014, als er beim 6:0 gegen Bremen sogar doppelt getroffen hatte. Insgesamt steht auf dem Konto des Rechts- wie Linksverteidigers: 13 Tore in 347 Bundesliga-Partien. Lahms "Torjäger-Spielzeiten" waren die Jahre 2008/09 und 2010/11 als er je drei Mal traf. Keine schlechte Quote für einen Abwehrspieler.

Dennoch war ihm der Spott der Kollegen nach dem Ingolstadt-Spiel gewiss. Natürlich von "Radio Pähl", dem Müller-Thomas. "Es muss schon viel zusammenkommen, dass Philipp Lahm ein Tor schießt", witzelte Müller und erinnerte sich an das 2:0 in der Champions League bei Dinamo Zagreb: "Aber er war Mittwoch schon nah dran, auch fünf Minuten vor seinem Treffer. Man darf ihn einfach nicht mit links im Strafraum schießen lassen." Dabei sagt die Statistik, dass Lahm im Gegensatz zu Müller in den letzten drei Pflichtspielen getroffen hat.

"Dieser Drecksack!", entfuhr es Lahm im Spaß, bedankte sich jedoch beim Reporter ob des sachdienlichen Hinweises: "Ich werde ihm eine SMS schicken." Guter Konter vom "linken Drecksack".

Der Held des Spiels war Lahm jedoch für Pep Guardiola nicht. Sondern die beiden, die auf der linken Abwehrseite agiert haben und kurzfristig auf die taktischen Änderungen, die Lahm als Postbote von der Seitenlinie überbracht hatte, flexibel reagieren mussten: Rafinha und Joshua Kimmich. "Rafinha ist mein Held. Wenn man Rafinha oder Joshua hat, ist es einfach. Spieler mit dieser Mentalität können das. Sie akzeptieren alles. Keiner sagt, ich spiele nur auf einer Position."

Siehe Torjäger Lahm.

 

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